Domspatzen begeistern

Lokales
Vohenstrauß
09.02.2015
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Die Regensburger Domspatzen haben nicht nur einen Namen, sondern eine Anziehungskraft. Eine solch hohe, dass bei einem Auftritt die Stadtpfarrkirche proppevoll war.

45 des insgesamt 80 Knaben umfassenden Nachwuchschores der weltberühmten Domspatzen opferten ihr freies Wochenende, um in Vohenstrauß aufzutreten. Schließlich ging es an diesem Tag um eine an Leukämie erkrankte Frau. Ganz konkret um die Aktion "Anja will leben". Für sie sang der Nachwuchschor unter Leitung von Kathrin Giehl in der Stadtpfarrkirche.

Die Idee für den Auftritt hatte Hans-Josef Völkl bei der Klavierprobe mit dem Domspatzen Florian Eckl aus Waldau. Nach dem Vorschlag kam wenige Tage später ein Anruf des Chormanagers Christof Hartmann aus Regensburg, der für einen Auftritt in der Vorabendmesse zusagte.

Predigt über das Gebet

Schon die ersten Töne des Kyrie aus der "Missa brevis oratio" von Giovanni Giacomo Gastoldi oder dem Gloria aus der selben Messe zeigten beeindruckend, was den Nachwuchschor der Regensburger Domspatzen so einzigartig macht. Es schien, als sei es den Sängern eine Herzensangelegenheit, an diesem Abend zu singen. Giehl gab den Sängern zu jeder Zeit die Möglichkeit, ihre Stärken zu präsentieren. Verblüffend war auch die Lebendigkeit, mit der sie ihre Finger und Füße über die Manuale und Pedale der wunderschön klingenden Kubak-Orgel führte.

Zur Gabenbereitung erklang das "Laudate Dominum" von Moritz Brosig und das "Sanctus" sowie das "Agnus Dei" wiederum aus der "Missa brevis oratio". Ein Klangerlebnis war ebenso Laszlo Halmos' "Jubilate Deo" zur Kommunion.

Dekan Alexander Hösl, der den ungewöhnlich musikalisch gefüllten Gottesdienst zelebrierte, stellte das Gebet in den Mittelpunkt der Predigt. Jeder brauche eine Balance, um sich um das eigene Seelenleben zu kümmern. "Beten macht uns stark". Mit einem einfühlsamen und nachdenklichem Text von Herbert Bendel schloss der Dekan seine Ausführungen: "Kein Motor läuft ohne Sprit, ohne Strom. Kein Herz kann schlagen ohne Kraft, keine Seele atmen ohne Esprit. Kann ein Christ Leben atmen, Hoffnung künden ohne Jesu Geist, Gottes Wort? Kein Motor läuft ohne Energie. Deshalb gibt es Tankstellen, Auflade-Stationen. Deshalb bete ich."

Mächtiger Applaus

Nach dem Segen stiegen die Domspatzen von der Empore herab, schritten zum Volksaltar und sangen erneut. Die Zuhörer lauschten dem atmosphärisch dichten Klangteppich, den der Chor mit den 45 Sängern scheinbar vom Altar her ausrollte. "Dominus lux mea", "Every time", Audrey Snyders "Ubi caritas", das mächtig erklingende "Halleluja" und das begeisternde "Look at the world", die von Maximilian Niebler aus Parsberg auf dem Piano begleitet wurden. Für ihren Auftritt ernteten die Domspatzen mächtig Applaus.
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