Ehemaliger Sozialamtsmitarbeiter Johann Kunz feiert 80. Geburtstag mit alten Kollegen
Mit Ruhe und viel Herz

Jubilar Johann Kunz (sitzend) freute sich mit seiner Frau Magdalena über die Glückwünsche von Klaus Kreiner, Bürgermeister Andreas Wutzhofer und Geschäftsleiter Alfons Sier (von links). Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
05.12.2015
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Den Mauerfall im November 1989 verbindet der ehemalige Sozialamtsmitarbeiter der Stadt, Johann Kunz, mit einem gravierenden Erlebnis: Ein ehemaliger DDR-Bewohner stürmte mit vorgehaltener Pistole zu ihm ins Sozialamt und forderte: "100 D-Mark her oder ich schieße." Es war viel Leid, das sich der gebürtige Böhmischbrucker während seiner Dienstzeit im Rathaus anhören musste. Am Donnerstag feierte Kunz 80. Geburtstag. Für ihn war es selbstverständlich, seine beiden langjährigen Kollegen, Amtsleiter Alfons Sier und Klaus Kreiner, zur Feier in den Gasthof "Drei Lilien" einzuladen.

Mit ihnen waren auch Bürgermeister Andreas Wutzlhofer und Dekan Alexander Hösl mit Pfarrgemeinderäten aus Böhmischbruck bei der Feier anwesend. Über 33 Jahre war Kunz, den Altbürgermeister Josef Zilbauer bei seiner Verabschiedung aus dem Rathaus als "Pfreimdtalwächter" bezeichnete, im öffentlichen Dienst tätig. Von 1966 bis 1972 als Gemeindeschreiber bei den damaligen Gemeinden Böhmischbruck.

"Lebendes Inventar"

Nach der Gebietsreform leistete Kunz, der als "lebendes Inventar" bei der Eingemeindung übernommen wurde, bis zu seinem Ausscheiden am 31. Dezember 1998 Dienst im Vohenstraußer Rathaus. Mit der Tätigkeit im Sozialamt verhalf Kunz über all die Jahrzehnte einer Vielzahl an Menschen zu ihrem Recht. Er besaß das notwendige Fingerspitzengefühl, Diskretion, Ruhe und Sicherheit, auch in hektischen Situationen. Bei sozial schwächeren Mitbürgern, die mit großen und kleinen Sorgen bei ihm vorsprachen, war ihm die menschliche Seite wichtiger als die berufliche, erinnerten sich seine Kollegen an den beliebten Weggefährten zurück. Als jüngstes Kind der Eheleute Anna und Johann Baptist Kunz wuchs der Böhmischbrucker mit fünf Geschwistern im Pfreimdtal auf. Nach der Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann im früheren Textilgeschäft Bamler am Marktplatz zog es ihn 1957 in die Ferne. In der Kleiderfabrik von Gruny in Mering bei Augsburg blieb er drei Jahre als Büroangestellter, bevor es den Oberpfälzer wieder zurück in die Heimat trieb.

Von 1961 bis Ende Juni 1966 arbeitete Kunz im Büro der Hosenfabrik Schönberger. Dort lernte er seine spätere Ehefrau Magdalena Dietl kennen, die er 1967 in der Stadtpfarrkirche zum Traualtar führte. Sohn Berthold und Tochter Evelin vervollständigten die Familie. 63 Jahre lang unterstützte Kunz mit seiner Stimme den Kirchenchor in seiner Heimatpfarrei. Außerdem gehört er seit über 60 Jahren zur Feuerwehr, bei der er sich mehr als 30 Jahre als Schriftführer einbrachte.

Reiselustiges Ehepaar

Auch der Obst- und Gartenbauverein Pfreimdtal in Böhmischbruck und der Bürgerverein gratulierten Kunz, dem mittlerweile eine altersbedingte Makuladegeneration zu schaffen macht. Deshalb ist sein Sehvermögen erheblich eingeschränkt. Bis zu der Erkrankung war er aber mit seiner Ehefrau viel auf Reisen. Außerdem unternahm das Paar etliche Pilgerreisen unter anderem nach Portugal, Fatima, Santiago de Compostela und Lourdes. Zweimal wandelten sie auf den Spuren Jesu in Israel.
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