Ein "guter Wirt" sein

Dr. Martin Poschenrieder philosophierte bei der BRK-Feier im Pfarrsaal über den "Herbergswirt - eine alte Figur im neuen Licht" und wünschte, dass die Menschen ihre Angst und ihre harte Schale abstreifen und ein weiches Herz beweisen. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
30.12.2014
18
0

Über 40 000 ehrenamtliche Stunden haben die Rotkreuzler für die Menschen in der Region zusätzlich zur regulären Arbeit geleistet. Diese tätige Nächstenliebe wurde bei der BRK-Feier hervorgehoben.

"Das ist das Wunder der Heiligen Nacht, dass in die Dunkelheit der Erde die helle Sonne scheint." Mit den Worten des evangelischen Pastors Friedrich von Bodelschwingh war eine Feier der großen BRK-Familie im Pfarrheim überschrieben. Mit den Teilnehmern machten sich die Bereitschaftsärzte Dr. Doris Kurzka, Dr. Franz Sollfrank und Dr. Martin Poschenrieder auf eine außergewöhnliche Herbergssuche. Genesungswünsche gab es für Bereitschaftsleiters Johann Ram, der nach einem Unfall im Krankenhaus liege, wie sein Stellvertreter Christian Messer mitteilte.

Einer hilft dem andern

Die BRK-Mitstreiter hielten Rückschau. Über 40 000 ehrenamtliche Stunden haben die Rotkreuzler für die Menschen in der Region zusätzlich zu den Tag- und Nachtschichten geleistet. Freude bereite diese Arbeit erst, wenn sie in einer guten Gemeinschaft gemacht werde und einer den anderen unterstütze, hob Messer heraus. Die Gruppe "Anderersaits" mit Lisa Kleber aus Luhe, Heidi Feneis und Christine Eller aus Weiden, Frizzi Mayer aus Pirk und Markus Weis aus Moosbach begleitete den Abend mit gefühlvoller Adventsmusik.

"Die denkwürdige Herbergssuche" von Dr. Doris Kurzka handelte von einem Kind, das das heilige Paar an der Tür abwimmeln sollte. Doch Jonas brachte es nicht übers Herz und lud die beiden zu sich ein. "Nicht mehr gefragt", hieß das Gedicht, das Dr. Franz Sollfrank mitgebracht hatte. "Was ich zu bieten hab, woll'n die doch nie, das Fest gehört heute der Industrie", stellte das Christkind auf dem Weg durch eine Stadt traurig fest. Doch dann wurde es doch nicht so schlimm. "Der Herbergswirt - eine alte Figur im neuen Licht", war das Thema von Dr. Martin Poschenrieder. Beispiele für schlechte und gute Wirte fänden wir heute allerorts. Doch es gebe auch viele gute Wirte. Alle, die sich heute versammelten, trügen die Figur des guten Wirts ein Stück weit in sich: "Ihr, die ihr euch der Rot-Kreuz-Idee und der Hilfe für Arme, Alte, Kranke, Flüchtlinge und Opfer von Gewalt verschrieben habt. Wir schauen dabei nicht auf die Rasse, die Weltanschauung oder den Glauben." Zum "guten Wirt" gehörten auch jene, die sich für Hilfsorganisationen oder soziale und caritative Projekte der Kirchen einsetzten.

Poschenrieder ermutigte alle, der "Figur des guten Wirts" mehr Raum zu geben. "Nach Hause kommen, das ist es, was das Kind von Bethlehem allen schenken will, die weinen, wachen und wandern auf dieser Erde." Stellvertretende Bereitschaftsleiterin Gabriele Kreuzer dankte allen, die während des Jahres Wegbegleiter des Roten Kreuzes waren.
Weitere Beiträge zu den Themen: 12-2014 (6638)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.