Ein Herz für Kinder in Bethany Home

Lokales
Vohenstrauß
24.10.2014
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Groß war der Erfolg des Benefizkonzerts in der katholischen Stadtpfarrkirche. Ein guter Teil des Erlöses geht an das Kinderheim Bethany in Umtata. Die Vohenstraußerin Corinna Mittelmeier kennt das Leid dort aus eigener Erfahrung.

Im Februar dieses Jahres war sie noch als Studentin mit Gemeindereferentin Christine Hecht in Südafrika und leistete einen Monat im Kinderheim Bethany Home Place of Safety Dienst. Nun soll auch die Schule Tembelihle in den Nutzen einer Spende kommen. Mit aussagekräftigen Bildern nahm Mittelmeier die Zuhörer in der Stadtpfarrkirche an die Hand und führte sie durch das südafrikanische Areal der Mariannhiller Missionsschwestern vom Kostbaren Blut, um ihnen einen Einblick in die Projekte, die von ihr unterstützt werden sollen, zu verschaffen.

Es handelt sich um ein Heim für vernachlässigte und missbrauchte Kinder, das die amerikanische Schwester Mary Paule gründete. 75 Kinder finden aktuell darin für die nächsten Jahre ein Zuhause. Bethany Home bietet Platz für Kinder von der Geburt bis zu sechs Jahren. Als Corinna Mittelmeier vor Ort mitarbeitete, war Lihle das Jüngste, ein Säugling mit gerade einmal drei Wochen. Lihle wurde zusammen mit ihren drei Schwestern eines Nachts von der Polizei im Heim abgegeben, erzählt Mittelmeier. Die Mädchen und Buben werden im Heim - entsprechend ihres Alters - in verschiedenen Gruppen untergebracht. Corinna Mittelmeier leistete Dienst bei den Jüngsten. Entweder werden die bedürftigen Kinder von Sozialarbeitern oder von der Polizei vorbeigebracht, berichtete die Vohenstraußerin. Meist hatten sie ihre Eltern ausgesetzt. Das habe verschiedene Gründe. Einige kleine Bewohner sind Aidswaisen ,und 70 Prozent der Kinder in diesem Heim sind HIV-positiv. Wieder andere Mütter verfügen nur über wenig Geld, können ihre Kinder nicht ernähren oder haben selbst Drogenprobleme.

In Bethany werde wegen der prekären Nahrungssituation in Umtata sehr viel Wert auf Essen gelegt. Die Kinder werden gut versorgt. Das Essen für die Größeren werde frisch zubereitet. Jedoch gestalte sich die Essenssituation bei ein bis zwei Mitarbeitern für 14 Kleinkinder erfahrungsgemäß nicht einfach, wie auch die Bilder deutlich belegten.

Nahrung und Medikamente

Alte, teilweise verdreckte und kaputte Reisebetten, wurden inzwischen durch die Spendenbereitschaft aus Mittelmeiers Familien- und Freundeskreis durch neue hölzerne ersetzt. "Man sieht, dass es möglich ist, mit sehr wenig ganz viel zu erreichen", unterstrich Corinna Mittelmeier. Derzeit werde vor allem Geld für die laufenden Kosten benötigt, denn die National Lottery setzte zwei Jahre mit der finanziellen Unterstützung für das Kinderheim aus, habe ihr Rose, die leitende Schwester, mitgeteilt. Es sei im Moment überhaupt sehr schwer, genug Essen und die teuren HIV-Medikamente zu kaufen. Rose traue sich wegen der derzeit schlechten finanziellen Situation ihre nicht, ihre Träume laut auszusprechen, informierte Mittelmeier. Eigentlich würde sie gerne das renovierungsbedürftige Bad mit den heruntergekommenen sanitären Anlagen erneuern. Hinzukommen die hohen Stromkosten. Das liege an den alten elektrischen Öfen, auf denen täglich für bis zu 80 Menschen gekocht wird. Ein Gasherd könnte die Stromkosten deutlich senken und wäre eine gute Investition in die Zukunft. Außerdem bräuchte die Küche eine dringende Renovierung. "Die Küche ist praktisch am Zusammenfallen", wusste die Initiatorin. Im Namen von Rose sprach Mittelmeier allen Spendern ein "herzliches Dankeschön" aus. Christine Hecht ergänzte, dass die Mariannhiller Missionsschwestern seit rund 120 Jahren in Südafrika tätig sind. Vor elf Jahren sei sie schon einmal für acht Wochen in Umtata gewesen. Die Schulbücher der Kinder werden von Missio und den Sternsingern aus Wien finanziert. Umtata ist eine Stadt mit 100 000 Einwohnern. 75 Prozent Arbeitslosigkeit, Kriminalität und Armut bestimmen oft den Lebensalltag der Menschen dort, die täglich auch mit anderen Problemen konfrontiert werden. Mehrmals pro Tag werde der Strom abgeschaltet, und es gebe kein Wasser.
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