"Ein Segen für die Schule"

Lokales
Vohenstrauß
23.05.2015
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"Es darf kein Kind verloren gehen." Bei der Vorstellung der neuen Sozialpädagogin an der Mittelschule, Nadine Gehlert, machte Jugendamtsleiter Klaus Egelseer deutlich, wie wichtig sozialpädagogische Hilfe an Schulen geworden ist. Rektor Alfons Raab ist heilfroh, dass die Stelle wieder besetzt werden konnte.

Raab begrüßte die Spezialkraft an seiner Schule mit einem Strauß voller Blumen samt Vorschusslorbeeren. Die junge Frau werde ihn auf alle Fälle enorm entlasten: "Für mich war das in den vergangenen Monaten eine zusätzliche Belastung." Schließlich musste der Rektor nach dem Abschied der Sozialpädagogin Susanne Frazier Ende November 2014 die kniffligen Fälle selbst übernehmen.

Zoff und Gewalt

Die Mittelschule zähle mittlerweile 360 Mädchen und Jungen: "Da gibt es wie an jeder anderen Schule Zoff, Mobbing und Gewalt." Lehrer, die behaupten, an ihrer Schule gebe es keine Probleme, würden sich selber belügen. Auch Bürgermeister Andreas Wutzlhofer freute sich, dass nun wieder eine Person an der Mittelschule sei, die sich um die Sorgen und Nöte rund um die pubertierenden Jugendlichen kümmere. Mit der Bildungseinrichtung würden auch die Probleme wachsen. Als Sachaufwandsträger stehe die Stadt voll hinter der Schulsozialpädagogin.

Jugendamtsleiter Klaus Egelseer fiel ein Stein vom Herzen, dass man auf der langen Suche nach einer geeigneten "JaS"-Fachkraft (Jugendsozialarbeit an Schulen) doch noch fündig geworden sei. Solche Leute müsse man mittlerweile "mit der Lupe suchen". Der Personalmangel bereite enorme Probleme. Derzeit verfüge seine Behörde über vier Jugendsozialpädagogen im Landkreis Neustadt/WN. Ein fünfter werde noch heuer eingestellt.

Jeder einzelne dieser Sozialpädagogen sei "ein Segen für die Schule". Denn: "Je früher wir eingreifen können, umso besser. Es darf kein Kind verloren gehen." Das Jugendamt könne so direkt vor Ort wirken und präventiv eingreifen, damit die Jugendlichen später ein eigenverantwortliches Leben führen können. Die Kosten für die insgesamt 50 000 Euro-Stelle teilen sich laut Egelseer das Sozialministerium, der Landkreis und die Stadt Vohenstrauß.

Ansprechpartnerin für alle

Nadine Gehlert geht guten Mutes an ihre neue Aufgabe heran. Erst vor wenigen Tagen hat die 23-Jährige ihr Büro bezogen. Nach der kurzen Zeit könne sie bereits sagen, dass Schüler wie Lehrerkollegium ihre Hilfs- und Vermittlungsangebote gerne annehmen. Sie sehe sich als neutrale Ansprechpartnerin, die sämtliche Probleme der Schüler ernst nehme. Im Vergleich zu ihrer ersten Station in Freyung (Grafenau) handle es sich in Vohenstrauß um eine größere Schule mit einem größeren und auch jüngeren Kollegium.
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