Eine Herausforderung

Lokales
Vohenstrauß
23.10.2014
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Mehr Krisenherde in der Welt bedeuten mehr Flüchtlinge in Deutschland und zunehmend auch in der Region. Die Herausforderung wird nicht kleiner. In Vohenstrauß bildete sich nun ein Arbeitskreis.

Noch in dieser Woche sollen 17 Asylbewerber in der Pleysteiner Straße untergebracht werden, nachdem in der vergangenen Woche zwei Familien aus dem Irak und Serbien in Altenstadt neben der Simultankirche ein Haus bezogen haben. Damit den Menschen, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind, Hilfe zuteil wird, bildeten mehrere Verantwortliche eine Art "runden Tisch", um Maßnahmen auf den Weg zu bringen. Hilfe zur Selbsthilfe, heißt das Motto. "Die Menschen, die zu uns in ein fremdes Land kommen, sollen sich nicht überrumpelt vorkommen, wenn wir ihnen mit Rat und Tat unter die Arme greifen und den Einstand erleichtern", waren sich die Teilnehmer einig.

Vertreter beider Kirchen, aus der BRK-Bereitschaft, der Kommune, den Schulen, aus den Stadtratsfraktionen, Vereinen und der Volkshochschule haben sich zu einem Arbeitskreis Asyl zusammengeschlossen und erste Eckpunkte abgesteckt. In die Angebote wollen sich demnächst auch Mitstreiter der Pfarrei Roggenstein einklinken. Wer aus der Bevölkerung ehrenamtlich mitmachen will, kann sich jederzeit in den Pfarrämtern oder bei der Stadt melden, teilten die Organisatoren mit. Es gehe auf keinen Fall darum, die Flüchtlinge mit Geld und Materialien zu beschenken. Vielmehr sollen sie beispielsweise bei Behördengängen unterstützt werden. Oder um Kinder und Jugendliche zu integrieren und ihnen beim Erlernen der Sprache behilflich zu sein.

Kapazitäten vorhanden

Da der offizielle Informationsfluss sehr spärlich scheint, wollen sich die Beteiligten darum kümmern, dass die Aufnahme der Kinder in Kindergärten und Schulen gelingt. Kapazitäten in den Einrichtungen seien noch vorhanden. Pensionierte Lehrkräfte mit Fingerspitzengefühl könnten dies unterstützen. In der Grundschule wäre sogar eigens ein Raum für den Unterricht der Asylantenkinder vorhanden. Enorm wichtig sei eine geeignete Anlaufstelle für die Flüchtlinge.

Sehr hilfreich wären Patenschaften pro Asylantenfamilie. Dieser Pate könnte sich dann entsprechend um die Familie kümmern. Eventuell würden sich auch gerne Helfer in die Freizeitgestaltung der Kinder mit einbinden lassen oder den Erwachsenen die Infrastruktur des Ortes erklären, hieß es. "Es geht um ganz gewöhnliche Alltagsdinge", erkannten die Teilnehmer.

Die Caritas in Weiden bietet hierzu am Donnerstag, 6. November, einen Infoabend mit Workshop an. Wer daran teilnehmen will, soll sich umgehend im Katholischen Pfarramt melden. Für die Sprachkurse übernehmen die Schulen die Koordination. "Es soll ein dezentes Angebot sein, wir wollen uns nicht aufdrängen", sind sich die Asylkreis-Teilnehmer einig. Falls Flüchtlinge über ihr Schicksal reden wollen, könne man durchaus näher darauf eingehen.

Waldau als Vorreiter

Dass Integration gelingen kann, dafür seien zwei Asylantenkinder aus Waldau bestes Beispiel. Damir Alimguzhinov aus Kasachstan und Nergin Avdulahu aus dem Kosovo sprechen fließend Deutsch und fühlen sich unter den anderen Kindern in der Grundschule absolut wohl. Ob beim Fußballspielen oder in der Schule, Berührungsängste kennen die Buben und Mädchen nicht.
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