Eine Portion Entspannung

Hier gibt der Koch Gerd Reinhardt aus Schönsee selbst das Essen aus. Auf einer digitalen Anzeige an der Wand sieht er genau, welches Menü der betreffende Schüler bestellt hat.
Lokales
Vohenstrauß
24.01.2015
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Über zwei Millionen Euro wird die Erweiterung der Pfalzgraf-Friedrich-Mittelschule kosten. Mensa und neue Klassenräume sind nun seit einigen Monaten in Betrieb. Schüler und Lehrer haben sich eingewöhnt. Bis zur Einweihung im Mai werden die Restarbeiten erledigt sein.

In der modernen Mensa werden seit November täglich 150 Personen in drei Schichten mit Essen versorgt. Neben den Mittelschülern und einigen Lehrern nutzen eine dritte Klasse der Grundschule und einige Realschüler das Angebot. "Die Schüler können nun seit einiger Zeit zwischen zwei Menüs wählen. Der Speisenplan steht im Internet. Bestellt werden kann bis einen Tag vorher. Wer krank ist, kann bis 9 Uhr sein Essen abbestellen", erklärt Schulleiter Alfons Raab. Das Bezahlen läuft über einen Chip, der von den Eltern mit einer Überweisung an die Schule aufgeladen werden kann. Das Menü kostet bislang 4,50 Euro täglich und besteht aus einem Getränk, Salatbuffet, Vorspeise (oder Dessert) und Hauptspeise.

Essen in drei Schichten

Gerd Reinhardt hat das Catering übernommen. Der Koch betreibt das Restaurant "Guggenmoos" in Schönsee. Raab, der die Ausschreibung verfolgt hat, erklärt, dass die Vohenstraußer Gasthäuser allesamt abgewunken hätten. Angesichts der großen Menge an Portionen und langen Zeit (von 11.30 bis 13 Uhr), in der gegessen wird, ist es sinnvoll, dass Reinhardt nicht nur fertiges Essen liefert, sondern in der Mensaküche auch frisch zubereitet. Der Koch weiß nach wenigen Monaten, was seine jungen Gäste am liebsten auf ihren Tellern sehen: Schnitzel mit Kartoffelsalat, Cheeseburger und Apfelstrudel geht immer. Rektor Raab erkennt bei den Schülern jedoch eine wachsende Leidenschaft für Salat und Gemüse. Fleisch gebe es eher selten.

Generell stufen die Jugendlichen (und auch die Lehrer) die Menüs in der Mensa als lecker ein. Wer Nachschlag will, darf gerne zugreifen. Raab kennt seine Pappenheimer und schmunzelt: "Manche Buben essen auch mal drei Schnitzel. Das ist kein Problem." Der Koch nehme Rücksicht darauf, wenn Kinder Schwierigkeiten mit bestimmten Stoffen in den Lebensmitteln haben. Als Beispiel nennt Raab Laktoseintoleranz.

In der geräumigen Mensa ist genug Platz für einen entspannten Mittag. Geht es nach der Schulleitung, sollen geeignete Umgangsformen und eine gepflegte Essenskultur vermittelt werden. Ist es mal sehr laut, genügt die bloße Anwesenheit des Rektors - und der Lärmpegel geht schnell zurück. Manche Klassen beten mit ihren Lehrern oder Betreuern vor dem Essen.

Ins Gespräch kommen

Konrektor Richard Troglauer erkennt einen weiteren Vorteil der Mensa: "Mit manchen Schülern kommt man beim Essen einfach besser ins Gespräch." Probleme kommen dabei leichter aufs Tablett. In der einstündigen Mittagspause sollen sich die Mädchen und Buben ein wenig bewegen. Das weitläufige Schulgelände und der Garten bieten genügend Raum: "Der Kopf wird wieder frei für neuen Lernstoff." Manche Schüler verzichten auf den Auslauf, machen sich lieber nützlich und helfen in der Küche beim Abspülen.

Raab freut sich schon auf das Frühjahr, wenn der Bauhof die Außenanlagen herrichtet: "Dann wird vor der Mensa eine Terrasse angelegt, auf der wir dann bei schönem Wetter essen können."
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