Eine Stadt, auf die man stolz ist

Die drei Bürgermeister Andreas Wutzlhofer (Mitte), Uli Münchmeier (rechts) und Johann Gollwitzer (links) gehen mit großer Zuversicht und Optimismus ins neue Jahr. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
20.12.2014
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Nach Monaten des Ringens um eine Verbesserung der Lebensumstände in der Kommune ist dem Jahresabschluss eine feierliche Stimmung vorbehalten. Kerzen brennen, alle sind schön angezogen, etwas Glamour schwingt mit. Viele Probleme aber bleiben.

Kerzenschein taucht den großen Rathaussaal bei der Jahresabschluss-Sitzung in heimelige Atmosphäre - dazu rote Christsterne. Eintracht, Friede und Harmonie bestimmen das Bild. Dazu eine Portion Optimismus für das Jahr 2015.

Stadträte, Bedienstete und die vielen Gäste auch aus der Partnerstadt Stríbro genießen an diesem Abend den feierlichen Gesang von Katharina Portner und Eva-Maria Schwab und das Spiel der Instrumentalisten Felix Kopp und Michael Ertl. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer spart nicht mit Lob für den Stadtrat und die Verwaltung. Sorgen können nicht ausgeklammert werden: Der geplante Stellenabbau bei der Polizeiinspektion und die mögliche Verlegung des Rettungswagen-Standorts der BRK-Bereitschaft zählen dazu. Die Hoffnung jedoch stirbt zuletzt. In ein vorweihnachtliches Wohnzimmer verwandelten Annette Helgert und Manuela Wagner den Rathaussaal. Wutzlhofer blickt zurück auf ein Jahr, das von großartigem bürgerlichen Engagement geprägt war.

Was Bewohner in karitativen, kulturellen, kirchlichen und sportlichen Bereichen leisten, wirke sich überaus positiv auf die Lebensqualität in der Großgemeinde aus. "Sie fühlen sich verantwortlich für ihr Umfeld und handeln aus Mitmenschlichkeit, Gemeinsinn und Solidarität", lobt das Stadtoberhaupt. Eine ausgezeichneten Haushaltsdisziplin, die gute Einkommenssituation der Stadt und Großgemeinde sowie die Kreativität und Entschlusskraft des Stadtrats würden auch künftig die Erfüllung der Aufgaben ermöglichen. Vohenstrauß stünde nicht schlecht da. "Daher waren und sind wir aus eigener Kraft handlungsfähig und haben unsere Zukunft selbst in der Hand." Mit einem gesunden Mix aus Aufbruchstimmung, Flexibilität und Wagemut habe es das Gremium verstanden, die steten Veränderungen auch als neue Chance zu verstehen. Freude drückte das Stadtoberhaupt darüber aus, dass das Kernthema der vergangenen Jahre, die "Erweiterung der Mittelschule", heuer weitgehend abgeschlossen werden konnte. Der Schulstandort werde durch diese 2,1 Millionen teure Investition weiter positioniert. Vohenstrauß erweise sich aber auch als eine Wohn- und Arbeitsstadt. Haushaltstechnisch stemmte die Stadt in diesem Jahr den Erwerb von Bauland und Gewerbeflächen sowie im Bereich des Kanalbaus rund 1,4 Millionen. Weitere 1,6 Millionen Euro stecke man demnächst mit guter staatlicher Förderung in die Breitbandversorgung. Den Anliegern verschiedener Straßenzüge, die saniert wurden, sei einiges abverlangt worden, dankte Wutzlhofer für das Verständnis. Die Versorgung mit Trinkwasser und vor allem Eigenwasser gestalte sich zunehmend schwieriger. Der Finanzmittelbedarf mit Investitionen in den städtischen Fuhrpark und den EDV-Bereich war auch nicht unerheblich.

Weitere Herkulesaufgaben

Für 2015 gehen die Arbeiten nicht aus. Städtische Liegenschaften wie das Sportzentrum und die Stadthalle sind in die Jahre gekommen. Eine Herkulesaufgabe, denn nicht abschätzen ließen sich zudem die Investitionen in Kläranlagen oder Altkanäle, die notwendig würden. Trotzdem sei es der Stadt auch heuer wieder gelungen, mit rund 150 000 Euro an freiwilligen Leistungen unzählige Bereiche zu unterstützen. Zweiter Bürgermeister Uli Münchmeier versäumte es nicht, dem Amtsinhaber im Namen des Stadtrates zu danken. Kein Weg sei ihm zu weit, kein Brief zu viel, keinem Gespräch, keiner Diskussion auf allen möglichen politischen und gesellschaftlichen Ebenen gehe Wutzlhofer aus dem Weg, wenn es darum gehe, das Beste für die Großgemeinde herauszuholen. Sein Kampf gegen den Stellenabbau bei der Polizei und die Verlegung des Rettungswagen-Standorts zeugten davon.

In den zwölf Monaten habe sich das Gesicht der Stadt verändert, sagte Verwaltungsleiter Alfons Sier und lieferte auch gleich Beispiele wie die Waidhauser Straße mit dem Bau des dm-Marktes und des Ärztehauses. Nachdenklich stimmte Sier dann allerdings, als er die Aufzeichnungen des Lehrers a. D. Karl Waetzmann über das Jahr 1945 in Erinnerung rief. Darin ist von Vertriebenen die Rede, die ihre schlesische und sudetendeutsche Heimat verlassen mussten und Weihnachten nicht zu Hause feiern durften. Das war vor 69 Jahren. Und wieder gebe es heute Menschen, für die der Gansbraten oder teure Geschenke nicht finanzierbar seien, wobei er auch die Flüchtlingsproblematik diese Tage ansprach. So müsse man sich fragen, weshalb Leute auf "höchstem Niveau" jammern müssten. "Konzentrieren wir uns doch wieder auf das Wesentliche im Leben", forderte der Amtsleiter auf.
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