Eingepfercht im Lastwagen

In Vohenstrauß endete am Freitagvormittag der Einreiseversuch von 63 Flüchtlingen aus Afghanistan, Pakistan und Syrien. Sie hatten sich auf der Ladefläche eines Lastwagens versteckt. Bild: tss
Lokales
Vohenstrauß
10.07.2015
3
0

63 erschöpfte Einwanderer im Alter von 6 bis 30 Jahren aus Afghanistan, Pakistan und Syrien landeten am Freitag gegen 4 Uhr in Vohenstrauß. Damit war ihre Odyssee aber noch lange nicht zu Ende.

18 Stunden eingepfercht auf der Ladefläche eines Lastwagens, und das ohne Zwischenstopp: Die Männer, Frauen und Kinder waren wohl aus Richtung Tschechien bei Waidhaus über die Grenze gekommen. An einer Autobahnausfahrt mussten sie ihr Fluchtfahrzeug verlassen. Danach machten sich die 31 Afghanen, 22 Pakistaner und 10 Syrer, darunter 3 Paare mit 4 Kindern, zu Fuß weiter auf den Weg nach Vohenstrauß. Doch die unerlaubte Einreise scheiterte letztendlich.

Größter Aufgriff

Denn gegen 10 Uhr informierte ein Geschäftsmann die hiesige Polizeiinspektion, nachdem in seinem Laden einige Personen nach Handys gefragt hatten. Sie konnten sich aber nicht ausweisen. Nach weiteren Anrufen aus der Bevölkerung folgte das, was Polizeihauptkommissar Johann Miesbeck von der Pressestelle der Bundespolizeiinspektion Waidhaus als einen der größten Aufgriffe der vergangenen zehn Jahre in der Region bezeichnete. In einer rund dreistündigen Aktion im gesamten Stadtgebiet brachten seine Kollegen mit Hilfe von Zoll und Vohenstraußer Beamten die Immigranten in der alten Turnhalle an der Waidhauser Straße unter.

Dort konnten sie sich auf Feldbetten ausruhen und bekamen vom Roten Kreuz Tee, Wasser, Saft, Kekse und Gemüsesuppe zur Stärkung. Den Einsatz leitete Franz Rath vom BRK. Anschließend brachten die Einsatzkräfte die Flüchtlinge zur Bundespolizei in Waidhaus und Weiden.

Von Schleusern keine Spur

Danach ging es weiter in die neue Aufnahmeeinrichtung nach Regensburg. "Für diese gefährliche und strapaziöse Reise flossen angeblich Schleuserlöhne in Höhe von 500 Euro pro Person", informierte Miesbeck. Einer hatte immerhin eine Asylbescheinigung aus Griechenland dabei. Von den Schleusern fehlt jede Spur. Die Chancen, ihnen auf die Schliche zu kommen, seien jedoch gering. Vielleicht, so hofft er, könne die Polizei zumindest etwas über den Lastwagen herausfinden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8668)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.