Einmal Robin Hood sein

Alexander Görl (Mitte) zeigt in einem Kurs der Volkshochschule Vohenstrauß den richtigen Umgang mit Pfeil und Bogen. Diesen beiden Teilnehmern macht es sichtlich Spaß. Sie dürfen auf eine der beiden Zielscheiben oder Tier-Attrappen schießen. Bild: tss
Lokales
Vohenstrauß
29.10.2015
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Bogenschießen boomt. Auf den ersten Blick sieht es einfach aus, die 20 Meter entfernte Scheibe zu treffen. Ist ja groß genug. Also Selbstversuch: hinstellen, Pfeil einlegen, Bogen spannen, Ziel visieren und loslassen - der Pfeil geht meterweit daneben. Doch nicht so leicht. Robin Hood hätte sich wohl kaputtgelacht.

Alexander Görl und Andreas Seebauer betreiben seit März in einer ehemaligen Kegelbahn in der Stadthalle eine Indoor-Bogenschießanlage. Unabhängig von Wind und Wetter können Sportfreunde dort ihrem Hobby nachgehen. "Es gibt ja nicht so viele Möglichkeiten. Und im heißen Sommer war es hier sehr angenehm", sagt Görl, dem am Marktplatz ein Laden für mittelalterliche Bekleidung und Accessoires gehört. Da war der Schritt zum zusätzlichen Sportangebot nicht weit. "Den Leuten gefällt es."

Ein Familiensport

Das Konzept geht offenbar auf. Gruppen, Vereine oder Firmen haben bisher die Anlage genutzt. "Auch viele Kinder waren schon hier, denen hat es sehr gut gefallen. Bogenschießen ist ein Familiensport." Ein Bogen fällt nicht unter das Waffengesetz, sondern gilt als Sportgerät. Sicherheitsvorschriften müssen aber natürlich eingehalten werden. Mittelalter-Freunde in historischen Kostümen haben den Umgang mit Pfeil und Bogen ebenfalls bereits probiert. Einmal wie Robin Hood sein. . . "Bogenschießen macht Spaß und ist auch gut für die Wirbelsäulen- und Schultermuskulatur. In der stressigen Zeit hilft es außerdem, die innere Ruhe zu finden." Als Reha-Maßnahme ist sogar eine Förderung möglich.

Seit einer Woche läuft ein Kurs der Volkshochschule Vohenstrauß. Acht Teilnehmer sind mittwochs eineinhalb Stunden an den beiden Schießständen. Ein Mann ist begeistert: "Man kann sich das in der Theorie gar nicht so vorstellen. Das ist eine neue, nicht alltägliche Erfahrung, und man bekommt definitiv Lust auf mehr." Görl will auch selbst einmal einen Lehrgang anbieten. Ab Februar nutzt zudem die dritte Klasse der Grundschule Vohenstrauß die Anlage einmal in der Woche.

Interessengemeinschaft

Bisher gab es auch schon zwei Infonachmittage, ein dritter soll demnächst folgen. Ziel ist, Anfang 2016 eine Interessengemeinschaft zu gründen. 25 Personen haben sich schon in eine Liste eingetragen. Ein Name steht noch nicht fest. "Bogensportfreunde oder Bogenschützen Vohenstrauß", meint Görl. Jedenfalls soll es kein Verein mit Verpflichtung zum Training werden, im Vordergrund steht der Spaß. Im Visier sind als nächstes eine Frei-Schießanlage im Sportzentrum und ein Wald-Parcours. Ein Gebiet sucht Görl noch.
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