Entlastung für Pfleger

Nach den Plänen der Architekten der Baufirma Josef Reger wird sich das AWO-Gebäude zukünftig so präsentieren. Der Anbau für die Tagespflege am Erdgeschoss ist 40 Meter lang und 9 Meter breit. Im bestehenden Haus wird lediglich die Heizung erneuert. Repro: dob
Lokales
Vohenstrauß
22.05.2015
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Was tun, wenn man berufstätig ist und zu Hause einen pflegebedürftigen Angehörigen zu versorgen hat? Abhilfe soll in Kürze die geplante Tagespflegeeinrichtung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) am Braunetsriether Weg 34 schaffen.

Baubeginn soll noch heuer sein. Schon im kommenden Jahr könnte die Einrichtung bezogen werden. AWO-Vorsitzende Karin Gesierich begründet den Anbau an die Sozialstation: "Wir platzen aus allen Nähten."

Sinnvoll beschäftigen

Während sich die Schwestern auf ihre Touren vorbereiten, andere Dokumentationen schreiben, sollen auch noch Beratungsgespräche in den beengten Räumen der Sozialstation geführt werden. Deshalb habe sich der Ortsverein für den Ausbau entschlossen. Das Angebot richtet sich an pflegebedürftige ältere Menschen, die in der Regel von der eigenen Familie betreut werden und am Nachmittag nach Hause zurückkehren. Ziel ist es vorrangig, pflegenden Familienmitgliedern Entlastung zu bieten sowie Senioren sinnvoll zu beschäftigen und zu aktivieren. Ältere Menschen, die nach einem Klinikaufenthalt weiter Betreuung benötigen, können ebenfalls Gäste der Tagespflege sein.

"Mit der Tagespflege erweitern wir unser Angebot vor Ort um eine immer stärker nachgefragte Pflegeform." Das AWO-eigene Grundstück eigne sich dafür hervorragend, weil es zur Straße hin abgeschlossen sei.

Durch die Pflegereform sei nun ein viel größeres Angebot möglich. Gesierich verglich die Tagespflege mit einem Kindergarten. "Wir bauen eine Tagesunterkunft für Senioren. Angehörige könnten die Pflegebedürftigen am frühen Morgen mit ruhigem Gewissen bei der AWO-Tagespflege abgeben und am Nachmittag oder Abend wieder abholen. Gerontopsychologische Fachkräfte werden sich tagsüber mit den Bewohnern abwechslungsreich beschäftigen", sagt Gesierich.

Mehr Arbeitskräfte nötig

Ein Sinnesgarten und ein Ruheraum sollen durch den Neubau geschaffen werden. Natürlich werden dann auch wieder mehr Arbeitskräfte gebraucht. Das Tagesheim dient auch zur Entlastung der Pflegenden, die sich so eine Auszeit verschaffen könnten. "Der Bedarf ist da und in Zeiten des demografischen Wandels nicht mehr aufzuhalten." Der Anbau sei längst überfällig und bestimmt kein Luxus mehr, versichert Gesierich.

Nachdem in der Pflege immer mehr dokumentiert werden muss, sei es zudem an der Zeit, für die Schwestern Computerarbeitsplätze zu schaffen. Durch den Anbau von Büroräumen sollen für Bereiche wie Verwaltung, Hauswirtschaft, Pflege, Betreuung und Beratung optimale Arbeitsbedingungen geschaffen werden. Die Kosten für den Neubau ermittelt die Firma Reger.
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