Erfolgreichstes Friedensprojekt

Ministerialdirektor Dr. Peter Müller (Dritter von rechts) zeichnete die Realschule mit der Europa-Urkunde aus. Darüber freuten sich auch Direktor Dr. Andreas Meier (links), stellvertretende Landrätin Margit Kirzinger (zweite von rechts) sowie Bürgermeister Andreas Wutzlhofer (rechts). In Vohenstrauß weht der europäische Geist seit vielen Jahren durch die Bildungseinrichtung. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
27.11.2014
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Ehre, wem Ehre gebührt. Die Realschule erhielt am Dienstag in der Staatskanzlei als erste der Oberpfalz die Europa-Urkunde. Das spricht für ihre Qualität. Europa ist für die Bildungseinrichtung keine Floskel, sie setzt die Idee in die Tat um.

Der Amtschef im Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Ministerialdirektor Dr. Peter Müller, übergab die Auszeichnung bei einem Festakt im Kuppelsaal der Staatskanzlei. Die Realschule, die heuer 50-jähriges Bestehen feierte, war Preisträger mit sechs weiteren Schulen aus den Regierungsbezirken. Staatskanzleichef Marcel Huber erklärte eingangs: "Bei uns hier in Bayern ist der europäische Geist lebendig. Nur die Älteren erinnern sich heute noch an eine Fahrt zum Gardasee mit zwei Grenzkontrollen erinnern." Neben all den Bequemlichkeiten, die das vereinte Europa bringe, dürfte aber die Vergangenheit nicht vergessen werden. Huber erinnerte an den Ausbruch des Ersten und Zweiten Weltkriegs, deren Jahrestage sich heuer zum 100. und 75. Mal jährten, den Kalten Krieg sowie an den Mauerfall vor 25 Jahren. Der europäische Gedanke sei eine Jahrhundert-Idee und das erfolgreichste Friedensprojekt der Geschichte. Friede sei bis heute keine Selbstverständlichkeit, was angesichts der Flüchtlingsströme verdeutlicht werde. Huber schloss sich Robert Schumann an, dem französischen Gründervater der Europäischen Gemeinschaft, der den Satz prägte: "Europäer wird man nicht durch Geburt, sondern durch Bildung." Deshalb appellierte der Staatskanzleichef an die Jugendlichen: "Europa braucht eure Stimme. Macht weiter so, verschafft euch Gehör. Ihr seid die Zukunft Europas."

Identität und Kooperation

Müller sprach sich für ein Europa der Regionen aus mit Identität einerseits und Kooperation andererseits. "Bildung ohne Europa ist nicht möglich."

In einem lebhaft fröhlichen Beitrag unter dem Motto "Europa gemeinsam erleben" präsentierten die Realschüler in Dirndl und Lederhose sympathisch auftretend ihre Bildungseinrichtung, die seit 1990 eine Schulpartnerschaft mit dem Gymnasium in Stríbro und seit 2002 eine solche mit dem Collége Charles Péguy im französischen Moncoutant unterhält. Im März 2009 folgte ein Freundschaftsabkommen zwischen den drei Schulen, die in einer dreifachen Städtepartnerschaft mündete. In den drei Sprachen weckten die Schüler unkompliziert Verständnis füreinander.

Begleitet wurden die Buben und Mädchen von einer kleinen Delegation mit Maria Kinzinger, Ministerialbeauftragte der Realschulen in der Oberpfalz, Realschuldirektor Dr. Andreas Meier, Vize-Landrätin Margit Kirzinger und Bürgermeister Andreas Wutzlhofer sowie einigen Elternbeiräten. Nicht fehlen durften der ehemalige Realschulleiter Hermann Weig und zweiter Konrektor a. D. Johann Fischer, die als Gründer und unentwegter Motor der partnerschaftlichen Beziehungen gelten.
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