Express rockt den Stadtpark

Der "Eisenbahn-Zoigl-Express" überzeugte beim Auftritt und lockte knapp 200 Zuschauer. Bilder: dob (2)
Lokales
Vohenstrauß
26.06.2015
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Das Wetter: exzellent. Die Musik: überragend. Zusammengefasst: Die Serenade am Mittwochabend war ein voller Erfolg.

"Vallera und valleri, so viel Stimmung gab's noch nie. Heute spielen wir für sie, manche schöne Melodie. Gäste sind schon viele da, aus dem Lande fern und nah." Diese Zeilen des Oberkrainer-Klassikers drücken bestens die Stimmung aus. Der erstmals bei der Serenade auftretenden "Eisenbahn-Zoigl-Express" im Stadtpark überzeugte.

Knapp 200 Zuhörer

Warme Sonnenstrahlen krönten den Abend. Knapp 200 Besucher kamen. Der "Eisenbahn-Zoigl-Express", mit dem früheren Vohenstraußer Polizeichef Richard Wagner, ist beim Publikum äußerst beliebt und so reisten viele Fans an, die bis aus der Kreisstadt kamen. Bereuen brauchte es niemand. Fröhlich und beschwingt, geradezu ansteckend und mitreißend spielten die fünf Musikanten auf. Sie bekamen Unterstützung von Wagners Enkel Leopold "dem sechsten Mann und Wagners ganzem Stolz", der trotz seines gebrochenen Arms eifrig an seiner Gitarre zupfte und schon jetzt ganz dem Opa gleicht. Für den Auftritt hat sich der kleine Knirps extra einen Gurt für die Gitarre gekauft, damit er sie wegen einer Handverletzung um den Hals legen konnte. Verpassen wollte er die Serenade keinesfalls. "Das ist wahrscheinlich der einzige Musikant, der mit einem gebrochenen Arm auf der Bühne steht", vermutete Wagner.

Internationales Flair bekommt die Gruppe durch den Kalifornier Dave Bickham aus Neunkirchen bei Weiden, dem die Frauenherzen zu Füßen liegen. Schon bei Cliff Richards deutscher Version von "Lucky Lips - Rote Lippen soll man küssen" ging die Post ab. Obwohl Bickham seit 19 Jahren hier wohnt, bewahrte er sich seinen charmanten Slang. Ein 1959 veröffentlichter Millionenseller von Rocco Granata "Marina" ist heute ein Evergreen und war ebenfalls im Stadtpark zu hören.

"Der wohl weit und breit beste Kontrabassist der Region kommt mit Bernd Schnappauf aus Flossenbürg", sagte Wagner. Der Tscheche Milan Dunka aus Weiden dagegen spielte mit Wagner bereits 1971 in Wildstein. Vor etwa zwölf Jahren kreuzten sich die Wege der beiden erneut und seither ist der Drummer mit dabei. Dem Bekenntnis "Es ist so schön ein Musikant zu sein" glaubt man ohne Zweifel, wenn man das Ensemble live erlebt. Beim "Kufstein"-Lied schunkelten die Gäste.

Wagner gratulierte seinem Onkel Hans Mäckl ("Unser ganzer Stolz") aus Waldthurn zum 82. Geburtstag und gleichzeitig am Johannistag zum Namenstag. Der rüstige Senior befand sich unter den Gästen und wurde völlig ungeplant auch von seinen drei Enkeln Anna, Julia und Sophia mit dem Standerl "Little Brown Jug" überrascht. Das Trio spielt beim Vereinsorchester Waidhaus Klarinette und Trompete.

Der "Eisenbahn-Zoigl-Express" zeichnete sich damit aus, dass er von einem Extrem ins andere kam, gestand Wagner. Es ertönte etwa James Browns "I Feel Good", bei dem Dave Bickham an der Gitarre und mit Gesang brillierte. Am Banjo überzeugte Norbert Fiedler (Fiedi) mit ausgezeichnetem Spielwitz.

Viele neue Fans

Vom Tempo der Musikanten förmlich berauscht, sprangen die Zuhörer auf den Express-Zug auf und sparten nicht mit Beifall. Viele stimmten in Gaby Baginskys Hit "Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu Strandbikini" ein. Quirliges und pulsierendes Leben versprühte "I'm on Fire" von Bruce Springsteen. "Hey Richie spiel' noch einen", feuerte Dave Bickham Richard Wagner schon zum nächsten Lied an. Doch auch der schönste Abend geht einmal zu Ende und wenn er noch so enthusiastisch war. Jedenfalls dürfte der "Eisenbahn-Zoigl-Express" an diesem Abend viele neue Fans hinzugewonnen haben.
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