Fangemeinde weiter gewachsen

Mit Seele, Gefühle, Humor und Tiefe gewannen Karin Rabhansl und ihre Band beim Auftritt in der Realschule viele Fans hinzu. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
28.09.2014
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Live-Konzerte sind für Nachwuchsbands so wichtig wie die Luft zum Atmen. Schonungslos ehrliche Lieder und Gute-Laune-Musik brachte Bayerns vielversprechende Neuentdeckung Karin Rabhansl aus Niederbayern mit in die Realschule.

Der Auftritt der Künstlerin am Freitag war ein Geschenk des Bayernwerks an die Bildungseinrichtung, die das 50-jährige Bestehen feiert. Martin Hanner, beim Bayernwerk für den Bereich "Kommunen und Kooperation Ostbayern" verantwortlich und gleichzeitig Vorsitzender des Realschul-Fördervereins, ermöglichte den Auftritt in Vohenstrauß.

160 Zuhörer

Normalerweise seien die Sängerin und ihre Band auf großen Bühnen zu Hause. Die hochtalentierte Nachwuchskünstlerin aus Freyung Grafenau ist Preisträgerin des Kulturpreises Bayern, den das Bayernwerk jährlich an herausragende Künstler und Wissenschaftler verleiht. Die 26-Jährige eroberte sofort die Herzen der etwa 160 Zuhörer im Atrium.

"Schau da d'Welt o, daham sterm d'Leit", riet die Sängerin und zündete von Beginn an ein richtiges Mundart-Fest, passend zum bayernweit bekannten schulischen Dialekt-Eckerl. "Servus Vohenstrauß", begrüßte die gestandene Waldlerin die Gäste, darunter die Lehrer mit Direktor Dr. Andreas Meier sowie die Bürgermeister Andreas Wutzlhofer und Johann Gollwitzer. "In einer Realschule sind wir bisher noch nie aufgetreten", verriet Rabhansl.

Die charmante Sängerin ließ die Zuhörer aber auch ein klein wenig in ihr Seelenleben blicken und erzählte von ihrer ersten Liebe mit einem ehemaligen Schulfreund, dem "Lang-Michi", der einen Kopf kleiner war als sie. Langen Bestand hatte die Liebe jedoch nicht, nur drei Monate. Allerdings offenbarte ihr dann bei einem späteren Klassentreffen ein Klassenkamerad: "Nach dir haben alle Jungs ihr großes Glück gefunden". Schon war bei ihr die Idee für einen weiteren selbst geschriebenen Song geboren, der die Wahl-Nürnbergerin über Bayern hinaus bekannt machte: "Mogst schmusn, mia wad's wurscht".

Beim ersten Heimweh, allein in der fremden Stadt, entstand ein sehr melancholisches Lied, das sie ebenfalls zum Besten gab. Die Schüler forderte sie auf: "Lernt's gscheid, schreibt's guate Noten, sonst geht's euch wie uns, dann miasst's Musiker wern". Und da sei die Laufbahn vorprogrammiert: "Arbeitsamt". Das Stück war bestimmt kein Plädoyer für die Jugend, einen künstlerischen Beruf zu ergreifen.

Am Ende fügte sie einen bekannten Bank-Werbeslogan an und erhielt stürmischen Applaus. Ein Blatt nahm Rabhansl, die immer ein Lächeln auf dem Gesicht zu haben schien, wahrlich nicht vor den Mund. Sebastian Braun (Bassist), Chris Kilgenstein (E-Gitarre) und Matthias Bäuerlein (Schlagzeug) waren ein erfrischend eingespieltes Team. Sie bezogen die Zuhörer in ihre Lieder ein, die das Angebot gerne annahmen. Erst zaghaft, dann richtig professionell.

"Schlof ei": Mit diesem Wiegenlied, das sie auf ihrer zweiten CD veröffentlichte, gelang Rabhansl mühelos der Start in den zweiten Teil des Abends. Ihrer Großtante Traudl, die ihr erster Fan war, widmete sie das Titellied "Singa" auf dieser Scheibe. "I dat alles dafür gebn, wieder mal mit dir zu redn." Ruhig und nachdenklich hielt dieser Hit die Zuhörer gefangen.

Die Besucher gingen beim nächsten Lied "I will nie mehr ohne mich sein" eine gelungene Symbiose mit den Künstlern ein. "I war so gern so cool wie du", gestand sie musikalisch einem Punker, den sie den Song widmete. Dazwischen legten die Lehrer und Schüler auf Nachfrage Rabhansls ein klares und bereitwilliges Bekenntnis für die Realschule und Dr. Meier als Chef ab.

Mehrere Zugaben

Zum Abschied gab es ein "Wunderwerk", in dem Rabhansl noch einmal zur Höchstform auflief und ein richtiges Musikfeuerwerk abbrannte. Die lauten Zugaberufe der Besucher, ganz besonders des hellauf begeisterten Wutzlhofer, verhallten nicht ungehört. Nachdem Martin Hanner mit seiner Tochter Sabrina Blumen an die Sängerin und Geschenke an die Band verteilt hatten, lieferten diese gleich noch mehrere Stücke. "I dad de gern wieder seng, weil i dua de gern meng" und "Schlimmer geht's immer", setzten einen wunderbaren Akzent am Ende.

Eine grandiose Vorstellung einer Sängerin und Band, der man gerne zuhörte. Sicher ist: In Vohenstrauß haben sie eine große Fangemeinde hinzugewonnen.
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