Fasching steht auf der Kippe

Die Freien Wähler befassten sich ausführlich mit dem Sorgenkind Stadthalle. Wieder steht der Bau ohne Pächter da. Vorsitzender Martin Gleixner hatte Jürgen Brunner (Fünfter von links) und Martin Voit (Vierter von links) von der Projekt-HLS aus Schirmitz zur Besichtigung eingeladen. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
14.10.2014
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Petra Mittelmeier ist nicht mehr Pächterin der Stadthalle. Der Vohenstraußer Faschingsverein (VFV) befürchtet als Betreiber des Saals nun das Aus des närrischen Treibens in der ehemaligen Kreisstadt.

Der VFV darf die Küche nicht benutzen. "Wer soll die Besucher bei Veranstaltungen dann bewirten?", fragten Stefan und Christine Enderlein eine Delegation der Freien Wähler, die sich mit den HLS-Planungsbüroexperten aus Schirmitz, Jürgen Brunner und Martin Voit, zu einer Bestandsaufnahme trafen.

"Keine Wurtssemmeln"

Der Faschingsverein könnte die Bewirtung zwar mit einem Catering-Unternehmen organisieren, doch wo sollten sie diesen unterbringen? "Im Januar soll der Inthronisationsball über die Bühne gehen", sagte Stefan Enderlein. "Wir können den Gästen doch keine Wurstsemmeln vorsetzen", formuliert es seine Ehefrau Christine noch drastischer.

Wie geht es weiter mit der Stadthalle? Seit Jahren treibt diese Frage alle Stadträte quer durch die Fraktionen um. Die Freien Wähler unter Vorsitz Martin Gleixner trafen sich mit Außendienstleiter Karl Frey, um das Gebäude, das aus der Zeit Anfang der 70er Jahre stammt, genauer unter die Lupe zu nehmen. Aktuell stünden die Arbeiten zur Sanierung und Instandhaltung im Vordergrund, um einen geregelten Betrieb langfristig zu ermöglichen und die Stadthalle fit für die Zukunft zu machen, sagte Gleixner.

Jürgen Brunner, Geschäftsführer von Projekt-HLS versicherte: "Wir wissen von was wir reden." Immerhin sei seine Projektfirma schon bei den Bank--Neubauten in Vohenstrauß eingebunden gewesen, ebenso im Industriebau im Gewerbegebiet. Diskussionsstoff böte die Stadthalle jedenfalls genügend. Werden überhaupt noch eine Großküche und Lager- sowie Kühlräume gebraucht? Für Frey stand fest: "Erst das Nötige, dann das Wünschenswerte."

Um eine Kosten-Nutzenrechnung erstellen zu können, sei eine Bestandsaufnahme das A und O, genauso wie die Begutachtung der Anlagentechnik. Deswegen sah Brunner einen Maßnahmenkatalogs im Vorfeld als unabdingbar. Die hohen Energiekosten seien dank des Nutzungsverhalten durch den Faschingsverein zwar gesunken, trotzdem liefen noch immer bis zu 2000 Euro monatlich auf.

Gussrohre des Versorgungsnetzes in denen sich Fettablagerungen befänden, müssten im Sanierungsfall komplett ausgetauscht werden, gab Frey zu bedenken. Inwieweit überhaupt noch Sanierungsgelder sinnvoll investiert werden könnten, müsse deshalb gut überlegt werden. Nicht mehr auf die lange Bank lasse sich die längst überfällige Dachsanierung schieben. Darin sieht Frey einen der Hauptgründe für die immensen Energiekosten. Allerdings sind dazu schnell mehr als 250 000 Euro nur für das Nötigste verbaut.

Bruner und Voit ergänzten, dass vor allem die riesigen Flächen des Gebäudes problematisch seien, die zum größten Teil ungenutzt sind, aber dennoch hohe Sanierungskosten verursachten. Eine Generalsanierung würde mindestens drei Millionen Euro kosten. Allein für die Aktualisierung der Haustechnik würde eine Million Euro fällig. Ein zweckmäßiger Neubau könnte laut Frey mit etwa 1,5 Millionen realisiert werden.

Antrag in Stadtratssitzung

Gleixner kündigte an, einen Antrag zum Thema Stadthalle in der nächsten Stadtratssitzung einbringen zu wollen. Die Sorge des Faschingsvereins hingegen, dass die bevorstehende närrische Saison unter dem Fehlen eines Pächters zur Verköstigung der Ballbesucher leiden würde, konnten selbst die Freien Wähler nicht zerstreuen. Jedoch sicherten die Mitglieder zu, auch mit Bürgermeister Andreas Wutzlhofer zu sprechen.
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