Fernsehreifes Krabbeln

Diese Grüne Keiljungfer hat Thomas Stock in der Nähe von Vohenstrauß aufgenommen. Bild: hfz
Lokales
Vohenstrauß
16.10.2015
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Für einen Dokumentarfilm braucht man zehn bis zwölf Leute - oder Thomas Stock. Der 50-Jährige aus Vohenstrauß hat alleine eine bildgewaltige Naturdoku gedreht, dazu selbst die Filmmusik komponiert und die Moderation geschrieben. Für seinen Film interessiert sich jetzt das Fernsehen.

In sein filmisches Meisterwerk hat Thomas Stock ganze drei Jahre Arbeit, Geduld und Herzblut gesteckt. Er geht mit seiner Makro-Kamera so nah an seine mehrbeinigen Filmstarts heran, dass selbst Wissenschaftler und Fernsehredakteure sich begeistert zeigen. So manch einem dürfte beim Anblick der Riesenkäfer, -libellen und -fliegen ein Kribbeln über den Rücken laufen. Doch wer sich für die Natur direkt vor der Haustüre interessiert, wird mit feinstem Kino belohnt. "Ich habe das alles im Umkreis von acht Kilometern um Vohenstrauß aufgenommen", sagt der 50-Jährige. Sein Film zeigt, was im Frühjahr im Wald und auf den Wiesen um uns herum geschieht. Im Großen und im Kleinen. "Ich filme auch immer die Landschaft, damit man die Aufnahmen einordnen kann. Und weil es hier so schön ist." Seine Bilder und Videos zeigen zum Beispiel auch Vohenstrauß, den Fahrenberg und die Burgen Flossenbürg und Leuchtenberg.

Über drei Jahre war der Schlagzeuglehrer zwischen März und Mai für seinen Film unterwegs. In Zwei-Wochen-Abschnitten, um zu zeigen, wie sich Natur und Tiere im Frühjahr entwickeln. Die Touren taten gut: "Als Schlagzeuger ist man sehr auf Kellerräume beschränkt. Da ist die Zeit draußen die ideale Ergänzung."

An seiner Doku ist nichts fremd und nichts gestellt. "Gefangen wird bei mir nix", betont er. Er zeigt sein Mikro und seine Audio-, Video- und Bilddateien, akribisch sortiert nach Ordnung, Familie und Gattung der Tiere: "Alles habe ich an dem Tag und dem Ort aufgenommen, der gezeigt wird." Die Musik komponiert er genau passend auf die Filmszenen. Erstellt hat er sein "Gesamtkunstwerk" in aller Ruhe: "Ich habe es im Stillen gemacht und dafür gesorgt, dass davon nichts nach außen gelangt."

Das soll sich jetzt allerdings ändern. Thomas Stock möchte den Film ans Fernsehen geben. Insektenfilme in dieser Qualität und mit dieser Tiefenschärfe seien eine Rarität. Das scheint auch der Bayerische Rundfunk zu wissen: Nächste Woche hat Thomas Stock einen Drehtermin mit dem Sender.

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Mehr beeindruckende Insektenbilder und Videos: www.oberpfalznetz.de/insekten
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