Friedrichsburg beflügelt Fantasie

Unter diesem Gewölbe war einst das Forstamt Vohenstrauß zu Hause. Zuvor war es der Pferdestall des Friedrichsburg-Komplexes. Das Landestheater Oberpfalz könnte sich darin seine Büros vorstellen. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer ist aufgeschlossen. Er hat eine besondere Beziehung zu dem Gemäuer. Im ersten Stock wurde er geboren. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
13.03.2015
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Hier das Reich der Zahlen in der Zentralen Reisekostenstelle Bayern, daneben die Heimat von Fantasie und Illusion im Landestheater Oberpfalz (LTO). Diese Nachbarschaft könnte in einigen Jahren im Umfeld der Friedrichsburg Wirklichkeit werden.

Wie berichtet, bekommt Vohenstrauß bei der bayernweiten Behördenverlagerung ein 40 Arbeitsplätze großes Stück vom Kuchen ab. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer würde es gern im alten Amtsgericht anrichten. "Vielleicht muss man dazu das Schloss gar nicht einbeziehen. Das werde ich demnächst mit dem Staatssekretär besprechen." Albert Füracker kommt am 20. März nach Vohenstrauß.

Wutzlhofer will mit ihm auch darüber reden, welche Fördertöpfe denn in Frage kämen, sollte das LTO seine Verwaltung und die Requisite im alten Marstall unterbringen. Den hat sich LTO-Geschäftsführer Frank Kasch vergangene Woche zusammen mit Reinhold Deberto aus München angesehen. Deberto zählt zu Europas führenden Theaterarchitekten. Kasch schätzt den Umbau auf vier, Wutzlhofer auf drei Millionen Euro. Unter anderem sind jede Menge Denkmalschutzauflagen zu beachten. "Ich könnte mir schon vorstellen, dass sich die Stadt mit Mitteln aus dem Programm Stadtumbau-West beteiligt", sagt der Bürgermeister. Kasch findet diese Unterstützung "einfach toll". Ob das LTO aber Vohenstrauß als Sitz und feste Spielstätte anstrebt, lässt er offen. "Deberto und ich haben uns noch andere Sachen angeschaut."

Weiden im Visier

Dazu gehört die Augustinerkirche in Weiden. Überhaupt würde Kasch Weiden als fester Sitz samt einem kleinen Saal mit 200 bis 300 Sitzplätzen gefallen. Doch wo soll das bei der aktuellen Haushaltslage Weidens entstehen? "Ich kann nur visionär anregen", sagt Kasch dazu. "Wenn ich höre, dass ein Kino nicht kommt, weil es zu hoch sei, muss ich an die Kammerspiele in München denken, die fünf Etagen unter der Erde haben. Also warum nicht in Weiden mal zu buddeln anfangen? Das müsste doch gehen."

Unterdessen könnte sich Wutzlhofer mit dem Gedanken anfreunden, in der Friedrichsburg, einer der wichtigsten Spielstätten des Landestheaters, so umzubauen, dass mehr Stühle und bessere Technik Platz haben. Bedingung: Die Stadt soll diesen Raum auch für eigene Veranstaltungen nutzen können. Kasch hätte nichts dagegen. Im kommenden Jahr hat das LTO eine weitere Ausweitung seines Engagements im Landkreis Schwandorf vor. Zum Angebot zählen Workshops für Laienbühnen oder Theaterpädagogik. Wie LTO-Sprecherin Marlene Müller-Wagner mitteilt, hat Landrat Thomas Ebeling "über kurz oder lang" Finanzmittel in Aussicht gestellt, "wenn das LTO für den Landkreis einen Mehrwert bietet". Das ist ganz im Sinne der Neustädter Kreisräte, denen der Zuschussbedarf des Theaters zuletzt zu hoch erschien.
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