Geld für Kultur gut angelegt

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer (rechts) und Tourismusbüroleiter Rudolf Gruber informierten unter anderem über den Veranstaltungsraum für Theaterstücke oder Konzerte, der seit heuer im zweiten Stock der Friedrichsburg fest eingerichtet ist. Beleuchtung und Bestuhlung müssen künftig nicht mehr jedes Mal neu herbeigeschafft werden. Bild: tss
Lokales
Vohenstrauß
03.11.2015
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"Es gehört zu einer Stadt wie Vohenstrauß, dass es ein künstlerisches und musikalisches Angebot gibt", findet Bürgermeister Andreas Wutzlhofer. Die Friedrichsburg ist dafür der geeignete Kulturtempel, Geld spielt in dem Fall eine Nebenrolle.

Mit dem Advent im Schloss am Samstag und Sonntag, 28. und 29. November, endet das fünfte Jahr der Stadt als Mieterin ihres Wahrzeichens. Das Angebot sei umfangreicher und breitgefächerter geworden, sagte der Rathauschef in einem Pressegespräch. Es gebe deutlich mehr Veranstaltungen, rund 20 pro Jahr seit 2011, und vor allem eine größere Vielfalt. Die reiche jeweils zwischen März/April bis Anfang Dezember von Ausstellungen über Konzerte und Theater bis hin zu Oldtimertreffen, Privatfeiern, Tagungen, Weinfesten, Tanz, Kabarett oder Open-Air-Festivals.

Führungen kommen an

Auch Führungen durch das imposante Gebäude kommen immer besser an. Pro Saison sind es 10 bis 15, informierte Tourismusbüroleiter Rudolf Gruber. Urlauber fragten oft nach historischen Einrichtungsgegenständen. Aber die Möblierung, beispielsweise eines Zimmers, scheitere am Raumklima. Ohne Heizung sei es im Spätherbst und Winter einfach zu kalt.

2013 erhielt die ehemalige Pfalzgrafen-Residenz neue Brandschutztüren, 2014 neue Handläufe in den Treppenhäusern. Nun sind Fluchtwege und Notbeleuchtung an der Reihe, trotz zeitlicher Verzögerung sollen die Arbeiten bis zum Adventsmarkt abgeschlossen sein, hofft Gruber. Außerdem ist seit heuer im zweiten Stock ein fester Veranstaltungsraum für Theaterstücke oder Konzerte eingerichtet. Beleuchtung und Bestuhlung müssen nicht mehr jedes Mal neu herbeigeschafft werden. Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landestheater Oberpfalz (LTO) bezeichnete Wutzlhofer als "gute Symbiose". Für 2016 stehen neben den festen Terminen wie Aufführungen des LTO, Kunstsommer (Fotoausstellung von Günter Moser in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Vohenstrauß), Oldtimertreffen oder Weihnachtsmarkt auch wieder einige Hochzeiten im Kalender.

Jährlich zahlt Vohenstrauß rund 20 000 Euro Miete an den Freistaat. Hinzu kommen etwa 10 000 Euro an Personalkosten für Pflegemaßnahmen. "Die Einnahmen decken das bei Weitem nicht", räumte Wutzlhofer ein. "Aber ich wüsste nicht, wo Kultur kostendeckend angeboten werden kann." Gruber schätzte, dass durch Veranstaltungen 6000 Euro im Jahr auf der Habenseite verbucht werden können. Jedenfalls stehe der Stadtrat geschlossen hinter dem Schloss, betonte der Bürgermeister. Der Mietvertrag sei bis 31. Dezember 2023 verlängert worden.

Weiteren Schub könnte die Friedrichsburg bei der im Raum stehenden Behördenverlagerung in das ehemalige Amtsgerichtsgebäude erhalten. Die Standortvarianten (altes Amtsgericht, aktuelles Amtsgericht oder Neubau) seien geprüft, die Empfehlung allerdings noch nicht im Ministerium, verriet das Stadtoberhaupt. Wie die Entscheidung ausgefallen ist, wisse er leider trotz Nachfrage nicht.

Problemkind Forstamt

"Schwer im Magen" liegt Wutzlhofer das alte Forstamt. Hier sei der Landkreis Neustadt als Inhaber in der Pflicht, es zu renovieren. Denn: Wenn das frühere Amtsgericht wie erhofft den Zuschlag bei der Behördenverlagerung bekommen sollte, müsse auch das Umfeld neu gestaltet werden. Für das LTO wäre im Forstamt Platz für Fundus, Büro oder eine Kleinkunstbühne, meinte Wutzlhofer.

Und auch für das ehemalige Gefängnis, das sich im Amtgerichts-Anbau befand, hätte der Bürgermeister eine Idee: Dort könnte ein gastronomischer Betrieb mit Biergarten Richtung Schlosshof einziehen. Passen würde das, denn zu Pfalzgraf-Zeiten war in dem Gebäude die Küche, fügte Gruber abschließend hinzu.
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