Geschlossenheit als Signal

Auf dem Gelände des "Camp Pitman" in Weiden entstehen drei Containerhäuser, in die 200 Asylbewerber einziehen. In Vohenstrauß sollen 100 Flüchtlinge in einem Containerdorf untergebracht werden. Pläne liegen nicht vor. Derzeit wird geklärt, ob der Standort geeignet ist. Bild: Huber
Lokales
Vohenstrauß
11.09.2015
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Mit einstimmigem Beschluss setzte der Stadtrat am Donnerstag ein eindeutiges Signal: Grundsätzlich gibt es keine Einwände gegen das geplante Containerdorf, das 100 Flüchtlingen Platz bieten soll. Ein Gremiumsmitglied äußerte Bedenken - allerdings nur hinsichtlich des Standorts.

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer schwor die Ratsmitglieder auf die Wichtigkeit dieser Entscheidung ein. Angesichts der dramatischen Szenen, die sich in Ungarn und auf vielen Bahnhöfen in Europa abspielen, müsse man handeln. Für die weiteren Gespräche sei ein Grundsatzbeschluss des Stadtrats vorteilhaft, ob mit dem Vorhaben insgesamt Einverständnis besteht und ob sowohl Verpachtung als Verkauf des Grundstücks südwestlich der Straßenmeisterei in Frage kommen.

Gespräch mit Landrat

Die Fraktionssprecher hatte Wutzlhofer schon vor ein paar Wochen über ein Gespräch mit Landrat Andreas Meier informiert. Dabei hätten die Fraktionen grundsätzlich Zustimmung signalisiert. Ende August trafen sich Wutzlhofer und Bauamtsleiter Johann Balk mit dem Landrat, um über die Erschließung des Areals zu reden. Geplant wird seitdem, das städtische Grundstück, das an die Straßenmeisterei angrenzt, als Standort für das Containerdorf zu nutzen. Auf einem Teilstück der Straßenmeisterei würden Freiflächen und Parkplätze sowie die vorhandene Infrastruktur mit in Anspruch genommen. Bei dem Treffen ging es auch darum, dass der Investor das knapp 3300 Quadratmeter große Grundstück kaufen könnte - mit einem Rückkaufsrecht der Stadt. Der Hintergrund: Bei einem Verkauf ergeben sich Vorteile bei der Vergabe des Projekts. Wutzlhofer meinte, dass die Stadt das Areal nach drei bis fünf Jahren wieder übernehmen und beispielsweise als Zwischenlager nutzen könne. Bislang sei man aber noch mit technischen Fragen (Wasser und Abwasser) beschäftigt.

Dr. Volker Wappmann (FDP/UW) erklärte, dass er grundsätzlich für das Containerdorf sei, allerdings nicht an diesem Standort. Dort stehe es "einsam in der Landschaft" und sei "kaum zu kontrollieren". "Integration werden wir an diesem Standort nicht erreichen", meinte Wappmann. Sein Vorschlag, einen Platz in einem Gewerbegebiet zu suchen, kam in der Runde jedoch nicht sehr gut an. Hier, so die Meinung der Runde, seien die Flüchtlinge "genauso weit weg vom Schuss".

"Es funktioniert ja"

Gegenwind bekam Wappmann von Dr. Heinrich Gref (SPD). Solche Anlagen ließen sich außerorts besser kontrollieren und eventuell durch Sicherheitsdienste schützen als einzelne Wohnungen und Häuser innerorts. Er zeigte sich von der Einstellung der Vohenstraußer sehr angetan: "Wir sehen, es funktioniert ja!" Gref wünschte sich einen einstimmigen Beschluss mit Signalwirkung. Auch zweiter Bürgermeister Uli Münchmeier, der im Arbeitskreis "Asyl" engagiert ist, sprach sich für das Containerdorf an dieser Stelle aus. Die Aufnahme von weiteren 100 Flüchtlingen sei seiner Meinung nach auf alle Fälle "leistbar".

Wutzlhofer:"Besser ein nicht so optimaler Ort als gar kein Containerdorf." Die Alternative sei am Ende, dass man Turnhallen zur Verfügung stellen muss. "Und das würden uns die Vereine und Schulen nicht verzeihen." Mit der Anbindung an Sportzentrum, Schulen und zu den Supermärkten sei der geplante Standort nicht so schlecht. Martin Gleixner (Freie Wähler) meinte, dass die Frage "schön oder nicht schön" nicht entscheidend sein sollte: "Es ist ja nicht für die Ewigkeit. Die Leute sind da nur ein paar Monate."
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