Gott richtig mit ins Boot holen

In der katholischen Pfarrgemeinde stand an Christi Himmelfahrt zum zweiten Mal Erstkommunion an. Diesmal waren 21 Kinder an der Reihe. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
16.05.2015
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Prächtiger Sonnenschein begleitete die Erstkommunion von 21 Mädchen und Buben an Christi Himmelfahrt. In der festlich geschmückten Stadtpfarrkirche traten sie an den Tisch des Herrn.

Dekan Alexander Hösl holte die Kinder mit ihren Eltern im Walter-Siegert-Caritasheim ab und zog mit ihnen ins Gotteshaus ein. Erstkommunikanten waren Emily Bauer, Ludwig Busch, Lena Eger, Lena Enderlein, Julina Fleischmann, Afra Fritz, Katharina Gürtler, Jule Halscheidt, Florian Herlt, Frieda Herrmann, Marlene Heuberger, Maximilian Hösl, Sebastian Irlbacher, Linda Kraus, Ben Neidhardt, Elli Prem, Elias Ries, Rosina Ritzka, Angelina Steinberger, Laura Wild und Raphael Wittmann.

Schwierige Situationen

Immer wieder gebe es im Leben Zeiten und Situationen, wo der gewohnte Trott, "das ruhige Dahinleben", ein Ende habe. "Eine schlimme Krankheit, der Verlust des Arbeitsplatzes, der Tod eines nahen Verwandten, Schwierigkeiten in der Schule oder im Beruf, Streit mit Freunden - "die sonst so ruhige See ist aufgewühlt, das Wasser des Lebens wird zur gefährlichen Bedrohung", zog der Stadtpfarrer einen Vergleich mit einer Schifffahrt.

Das bisherige Vertrauen in die eigenen Kräfte, in die "Schwimmkünste", geraten ins Wanken. Angst, ja Panik machten sich in solchen Situationen breit. Selbst Dinge die man sich im Laufe des Lebens geschaffen habe, um Sicherheit und Glück zu erleben, reichten nicht mehr aus, um mit der Bedrohung im Leben fertig zu werden. In diesen Situationen denke man dann zurück, als das Leben und der Lebenssee noch ruhig waren, als man glaubt, alles im Griff zu haben, "mein Leben selbst in der Hand zu haben".

Und Gott? "Den habe ich auf ein weiches Kissen ganz hinten im Boot verbannt, dort kann er ruhig schlafen. Ich brauche ihn nicht. Daher sollte er Ruhe geben und mich in meinem Leben nicht stören." Wie sieht es aber aus, wenn es im Leben schwierig wird? Eigentlich sollte jeder wissen, dass Gott nie schläft, sagte Dekan Hösl. Doch er dränge sich auch nicht auf, wenn man glaube, ohne ihn auszukommen. "Er lässt mir meine Freiheit, wenn ich meine, mit eigener Kraft und Anstrengung durchzukommen, wenn ich krampfhaft Lecks in meinem Lebensboot abdichte oder Wasser aus meinem Boot pumpe."

In dem Augenblick aber, in dem man verzweifelte, sinnlose Anstrengungen aufgebe und sich vertrauensvoll in die Arme Gottes begebe, trete schlagartig Stille ein. Gemeint sei damit eine innere Ruhe und Gelassenheit, "die mich manche Situation mit anderen Augen sehen lässt, die meine Seele ruhig werden lässt und ich keine Angst mehr habe". Immer wieder neu müsse man das Vertrauen zu Gott lernen. Eines stehe aber fest: "Gott schenkt uns unendlich viel Zeit."

Sonntag als Ruhetag

Diese Verbindung zu Gott weiter zu vertiefen, sei auch eine Chance dieser Erstkommunionmesse. "Schenken wir unserem Sonntag als einen Ruhetag wieder einen tieferen Sinn, ein neues Gesicht, geben wir ihm seine eigentliche Seele zurück", appellierte der Geistliche an den Sonntag als Ruhetag, der nicht nur für Freizeit sondern für Gott und die Familie geschaffen wurde.
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