Hart wie die Steine von Stríbro

Horst Frötschl (Zweiter von links) hat sich in besonderer Weise um Vohenstrauß sowie um die partnerschaftlichen Beziehungen zur Nachbarstadt Stríbro verdient gemacht. Deshalb verlieh ihm Bürgermeister Andreas Wutzlhofer (links) die Bürgermedaille in Gold. Darüber freuten sich auch der Mieser Bürgermeister Karel Lukes und Frötschls Ehefrau Eva (von links) Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
03.02.2015
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Die Bürgermedaille in Gold wird nicht alle Tage verliehen. Deshalb ging es im Stadtrat auch besonders feierlich zu, als der ehemalige zweite Bürgermeister Horst Frötschl die Auszeichnung erhielt. Er gilt als Architekt der Partnerschaft mit Stríbro.

Wenn sich Bürgermeister Andreas Wutzlhofer in feierlicher Atmosphäre von seinem Geschäftsleiter Alfons Sier die güldene Amtskette um den Hals legen lässt, dann steht ein besonderer Moment im Rathaus bevor. Hauptakteur war am Freitag der ehemalige zweite Bürgermeister und stellvertretende Landrat Horst Frötschl. Im Beisein seiner Familie, persönlicher Wegbegleiter, Gäste und der Stadträte erhielt er die Bürgermedaille in Gold. Gekommen waren auch drei von vier noch lebenden Bürgermedaillenträger, Geistlicher Rat Franz Winklmann, der ehemalige evangelische Stadtpfarrer Hermann Bock und Pfarrer Jirí Hájek aus der Partnerstadt Stríbro (Mies).

Die Bürgermedaille in Gold ist die höchste Auszeichnung, die die Kommune zu vergeben hat und die bislang erst acht Personen erhielten. Für die Stadt sei es von besonderer Bedeutung, in ihren Reihen Personen zu wissen, die einem Gemeinwesen wertvolle Impulse geben, die gesellschaftlichen Verhältnisse positiv beeinflussen und menschliche Akzente setzen, hob Wutzlhofer hervor.

Frötschl habe nicht nur als Stadtrat und Bürgermeister, als langjähriger Vorsitzender des Oberpfälzer Waldvereins, der Bootsfreunde und als zweiter Vorsitzender des Turnvereins gewirkt, sondern sich vor allem für die Partnerschaft zwischen Vohenstrauß und Stríbro (Mies) eingesetzt, und das in vorbildlicher Weise. "Dein wacher Blick bei den Schwierigkeiten zu Beginn der Partnerschaft, deine Fähigkeit und Bereitschaft, sich bestmöglich für nachhaltige partnerschaftliche Beziehungen einzusetzen, haben deinen so wichtigen Beitrag gekennzeichnet", sagte Wutzlhofer.

In Mies geboren

Zugute gekommen sei ihm, dass Mies Frötschls Geburtsstadt ist. In den fast 23 Jahren seit der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags war Frötschls Denken und Handeln vom Willen geprägt, Hilfe zu leisten, wo immer es nötig und möglich war. "Du hast von Anfang an erkannt, dass die Partnerschaft, ob im kommunalen, kirchlichen oder gesellschaftlichen Bereich, ganz einfach Menschen braucht, die bereit sind, zu vermitteln und aufeinander zuzugehen." Gerade diese Menschen tragen eine Partnerschaft auch in schwierigen Zeiten, versicherte der Laudator. Vom Geist solcher Menschen werde eine Freundschaft gestärkt. Diese Menschen seien die Basis für eine gut funktionierende Partnerschaft, erklärte der Rathauschef weiter. Deswegen hätten die Freunde aus Mies ihm bereits im Jahr 2000 die Ehrenbürgerschaft angetragen.

Bürger der Großgemeinde schenkten Frötschl bei der Kommunalwahl 1984 großes Vertrauen. Bei sechs Stadtratswahlen erzielte der Vohenstraußer stets ein überzeugendes Ergebnis. Sein Mandat war ein Glücksfall, anerkannte der Bürgermeister. Als "tragende Säule der örtlichen Kommunalpolitik" sei die Berufung zum dritten Bürgermeister (1996 bis 2008) und zum zweiten Bürgermeister (2008 bis 2014) folgerichtig gewesen. Noch dazu ließ sich Frötschl mit zunehmendem Alter immer neue Aufgaben aufbürden, wie zum Beispiel das Amt des stellvertretenden Landrats. Trotzdem habe er sich nie in den in den Vordergrund gedrängt. Wutzlhofer war stolz, dass Empfänger der ersten goldenen Bürgermedaille seiner Amtszeit sein persönlichen Wegbegleiter von Kindesbeinen an war. Ciceros Aussage vor mehr als 1000 Jahren, dass "keine Schuld dringender ist als die, Danke zu sagen", sei immer noch hochaktuell. Frötschls Ehefrau Eva, die ihrem Gatten so viel Freiraum für die politische Arbeit schenkte und ihm den Rücken freihielt, erhielt einen Blumenstrauß.

Frötschl sagte, er reihe sich gerne in die Runde der Bürgermedaillenträger ein und wünschte sich, dass sie oft noch gemeinsam auftreten könnten. Dem Stadtrat dankte er für die Geschlossenheit, mit der er hinter der Auszeichnung stand, die seine Parteifreunde Johann Gösl und Dr. Volker Wappmann beantragten. "Ich werde diese Medaille mit Stolz tragen."

Unverwüstlich wie Gestein

Der Bürgermeister von Stríbro, Karel Lukes, wünschte,, dass die Partnerschaft auch künftig so stark wie die Steine von Stríbro sein mögen. Zudem erhielt Frötschl von Lukes eine Silbermedaille. Mit dem Eintrag ins goldene Buch der Stadt endete die Feier, die das Blechbläser-Ensemble unter Leitung von Johannes Gruber würdig gestalte.
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