Hertha und Heinrich Zelezny sind seit 65 Jahren verheiratet - "Eigentlich wollten wir gar nicht ...
Vom Böhmerwald in die Pfalzgrafenstadt

Lokales
Vohenstrauß
30.05.2015
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Diesmal kam sogar Post aus der Staatskanzlei für Hertha und Heinrich Zelezny: Bürgermeister Andreas Wutzlhofer überbrachte dem Paar die goldene Medaille der Patrona Bavariae und eine Urkunde. Grund war das seltene Fest der eisernen Hochzeit am Mittwoch.

Glasschleifer gelernt

65 Jahre gehen die beiden gemeinsam durchs Leben. "Heiraten wollten wir eigentlich in unserer Heimat, doch es kam alles anders", blickte die Ehefrau, eine geborene Schlechta, zurück. Beide wurden in Unterreichenstein im Böhmerwald geboren, besuchten dort die Volksschule und anschließend die Bürgerschule in Bergreichenstein. Heinrich Zelezny lernte Glasschleifer in der Glasfabrik Lötz Witwe.

Mit 16 Jahren wurde er zum Militär eingezogen und geriet am 1. Mai 1945 in amerikanische Gefangenschaft. Vier Monate später kehrte er in seine Heimat zurück. 1946 wurden die jungen Leute mit ihren Familien von den tschechischen Behörden zwangsweise vom Böhmerwald in die Nähe von Prag umgesiedelt. Heinrich Zelezny wurde in der Prager Glasfabrik zwangsverpflichtet. Zwei Jahre später gelang ihnen mit den Schlechta-Eltern die Flucht in die Bundesrepublik mit der Aufnahme im Durchgangslager in Furth im Wald.

Mit weiteren Glasmacherfamilien zogen sie kurz darauf zuerst nach Amberg, später nach Neustadt/WN und fanden dort Arbeit. Ihre Fertigkeiten in der Glaskunst wurden in den Betrieben sehr geschätzt. 1950 kam das junge Paar nach Vohenstrauß. Hier begann auch die gemeinsame Zukunft mit dem Eheversprechen in der katholischen Stadtpfarrkirche vor dem damaligen Stadtpfarrer Sebastian Riedl.

"Eigentlich wollten wir gar nicht hierbleiben, doch daraus wurden jetzt 65 Jahre", erzählte die Seniorin. Beide waren 18 Jahre in der Glasfabrik Füger & Taube beschäftigt. Später wechselte der Ehemann zur Bundesbahn nach Nürnberg, die Ehefrau arbeitete bei der Firma Grundig in Vohenstrauß. 1952 kam Tochter Vera zur Welt.

Die Enkel Claudia und Markus beschenkten die Großeltern mit den Urenkeln Andrea und Benedikt. Seit Februar gehört nun auch das Zwillingspärchen Anna und Maximilian dazu. Auch Gemeindereferentin Christine Hecht und Pfarrgemeinderätin Erika Sollfrank gratulierten.
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