Historischen Schatz gehoben

Diese Aufnahme des Kunstfotografen Richard Bamler, der von 1889 bis 1967 im Haus am Marktplatz 6 lebte, ist ein wahrer Schatz. Seine Töchter Mechthild und Dietlinde übergaben dem Heimatkundlichen Arbeitskreis etwa 200 Glasplatten-Positive. Die Bilder digitalisierte Josef Karl in München hochauflösend. Neben Bamlers Haus ist das Müllner-Anwesen mit dem Zunft-Zeichen der Hufschmiede und die Gaststätte "Kronprinz" zu erkennen. Repros: dob (2)
Lokales
Vohenstrauß
21.11.2014
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Die Schwestern des Fotografen Richard Bamler überließen dem Heimatkundlichen Arbeitskreis 200 Glasplatten-Positive, die zeigen, wie Vohenstrauß und die Umgebung früher aussahen. Für historisch Interessierte dürfte dies ein wahre Fundgrube sein.

Es sind die unentdeckten kleinen, feinen und lokalen Geschichten, die persönlichen Schicksale und Familienereignisse, die Mitglieder des Heimatkundlichen Arbeitskreises (HAK) mit sicherem Instinkt aufspüren und für die Öffentlichkeit dokumentieren. Oft steckt wahre Sisyphusarbeit dahinter. Vorsitzender Peter Staniczek und sein Team beleuchteten das ereignisreiche Jahr in der Versammlung im "Schübl'adl" noch einmal. Die Schwestern Mechthild und Dietlinde Bamler, die aus dem bekannten Bamler-Haus am Marktplatz 6 stammen, sorgten für besondere Freude: Sie übergaben dem Verein rund 200 Glasplatten-Positive, die meisten aus dem Nachlass des Kaufmanns und genialen Kunstfotografen Richard Bamler.

Neben vielen Familienfotos mit Kindern und Erwachsenen in zeitgenössischer Kleidung sind es vor allem Landschaftsbilder aus der Umgebung der Großgemeinde und des Altlandkreises.

Staniczek teilte mit, dass die empfindlichen Glasplatten hochauflösend digitalisiert werden konnten. Museumswart Josef Karl schaltete hierfür seinen Sohn in München ein. Am Dienstag, 2. Dezember, will der HAK diese Aufnahmen in einer Ausstellung im Heimatmuseum zeigen. Die Fotos stammen aus den Jahren 1886 bis 1920. Viele Stunden brüteten die Vorstandsmitglieder über dem Projekt. Auswahl Ortsbestimmung und Bildbearbeitung erforderten großen Aufwand. Gleichzeitig soll der Öffentlichkeit an diesem Abend auch der nächste Streifzug, Band 36, zum Thema "Macht der Grenzen - Grenzen der Macht" zur Hand gegeben werden.

Stadt mit Vorbildcharakter

Neuigkeiten erfuhr der Vorsitzende bei einem Gespräch mit Vertretern des Empirica-Instituts, die ein Gutachten zur Wohnraumnachfrage in Rheinland-Pfalz erstellen und dafür deutschlandweit Städte ermitteln, die durch Zuwanderung jüngerer Menschen Einwohner gewinnen, obwohl sie in Landkreisen mit starker Abwanderung liegen. Vohenstrauß gehört dazu. Mitglieder des Instituts besuchten die Stadt, um herauszufinden, was das Besondere an ihr im Vergleich mit anderen Kommunen sei. Aus dem Ergebnis sollen später Empfehlungen für Rheinland-Pfalz abgeleitet werden. Vohenstrauß jedenfalls, so erkannte man rasch, habe Vorbildcharakter. Für Staniczek war neu, wie viele Gründe und Aspekte gefunden wurden, die für die Stadt sprachen.

Dr. Wilhelm Weidinger, Präsident des Oberpfälzer Kulturbunds, übergab im Oktober im kleinen Rathaussaal den Hauberrisser-Band mit Beiträgen lokaler Autoren und Foto-Dokumentationen auf rund 176 Seiten. Das Buch kostet im Handel 19,50 Euro. Schatzmeister Reiner Claußens legte einen detaillierten Kassenbericht vor, den Karl Ochantel und Konrad Uschold geprüft hatten.
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