Inklusion kein Fremdwort

Rektor Alfons Raab (links) freut sich über die Auszeichnung der Pfalzgraf-Friedrich-Mittelschule als "Schule mit dem Schulprofil Inklusion". Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle überreicht die Urkunde. Bild: hfz
Lokales
Vohenstrauß
21.10.2015
10
0

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle händigte bei einem Festakt in München der Pfalzgraf-Friedrich-Mittelschule neben weiteren 31 Schulen die Urkunde "Schule mit dem Schulprofil Inklusion" aus. Rektor Alfons Raab sieht darin die Möglichkeit, Kinder aus der Isolation zu holen.

"Die bayerischen Profilschulen unterstützen vorbildlich das gemeinsame Lernen und Leben von jungen Menschen mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf", betonte der Kultusminister. Er hob dabei besonders das große Engagement der Lehrkräfte hervor: "Mit ihrem Einsatz tragen sie dazu bei, dass das Miteinander an den Schulen gelingen kann."

Konkreter Förderbedarf

Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention sei eine zentrale Herausforderung des bayerischen Schulwesens. Dabei stünden im Freistaat die Schüler mit ihrem konkreten Förderbedarf im Mittelpunkt. Der Freistaat setze daher bei der Umsetzung der Inklusion neben besonderen Profilschulen auf eine Vielfalt der Angebote. Durch dieses spezielle Angebot sei es für Kinder und Jugendliche mit geistigen und körperlichen Handicaps möglich, Regelschulen zu besuchen.

Für Rektor Alfons Raab ist es wichtig, dass benachteiligte Kinder in der Schule nicht ausgegrenzt werden. "Wir müssen die Leute mit in die Gemeinschaft hereinholen und nicht schon als Kinder isolieren. Die Persönlichkeitsbildung stellt eine maßgebliche Zielperspektive des Bildungsangebots der Mittelschule Vohenstrauß dar. Der Gedanke und die Aufgabe der Inklusion tragen einen gewichtigen Teil zur Umsetzung bei."

Um das Schulprofil "Inklusion" zu erhalten, hatte die Schule mehrere Bedingungen zu erfüllen. Die Schule legte unter anderem ein entsprechendes Bildungs- und Erziehungskonzept vor. Außerdem sollte die Schule bereits Erfahrungen im Unterricht mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben.

Für die Mittelschule wurden zusätzliche Lehrerstunden zur Förderung und Differenzierung genehmigt. Gleichzeitig ist die Anwesenheit einer Fachkraft vom Sonderpädagogischen Förderzentrum Vohenstrauß gesichert. Diese Lehrerin unterrichtet entweder gemeinsam im Tandem mit den Kollegen der Mittelschule in der Klasse oder in differenzierender Form in einem anderen Raum.

Die Schulfamilie freue sich und ist stolz darauf, dass sie es geschafft hat. Natürlich weiß sie auch, dass es noch eine Menge zu tun gibt. Stolpersteine müssen aus dem Weg geräumt werden, Grenzen müssen abgebaut oder akzeptiert werden, "weil wir nicht alle überwinden können". Dies würde aber nichts machen, da das "Kollegium aus einer Fülle von Optimisten besteht".
Weitere Beiträge zu den Themen: Mittelschule (11034)Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.