Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK): sehr spärliche Bürgerbeteiligung in ...
Städteplaner warten vergebens

Die Resonanz der Bürger am Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) in den Vohenstraußer Ortsteilen war am Samstag nicht berauschend. Die Planer waren meist unter sich (von links): Bauamtsleiter Johann Balk, Bürgermeister Andreas Wutzlhofer, Urban Meiller und Simone Walter von EM.Architekten, Alfons Raab, Tobias Hofmann von Geoplan, Kämmerer Rainer Dötsch und die Stadträte Martin Gleixner und Hans Gösl. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
21.07.2015
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Keine große Lust auf Beteiligung hatten die Bürger der Vohenstraußer Ortsteile am Samstag, als die Planer des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) durch sämtliche Gemeindeteile reisten. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer musste nach der fünfstündigen Rundfahrt nüchtern zur Kenntnis nehmen, dass das Interesse der Bevölkerung noch ausbaufähig ist. Kämmerer Rainer Dötsch sah die geringe Beteiligung bei einem Gespräch mit dem "Neuen Tag" am Montag eher pragmatisch: "Vielleicht passt ja alles."

Halbe Stunde alleine

Wutzlhofer hatte am Samstag neben dem Kämmerer und Bauamtsleiter Johann Balk noch die Stadträte der ISEK-Lenkungsgruppe Alfons Raab, Martin Gleixner und Johann Gösl dabei. Von den beauftragten Büros waren Tobias Hofmann (Geoplan) sowie Urban Meiller und Simone Walter (em.Architekten) vor Ort. Los ging es um 9.30 Uhr in Böhmischbruck. Gleich bei der ersten Station standen die Verantwortlichen eine halbe Stunde alleine im Ortsteil.

Besser war die Resonanz in Oberlind. Sechs Personen (darunter Stadtrat Hans Bayerl) sprachen hier über Themen wie die schlechte ÖPNV-Verbindung nach Vohenstrauß, den positiven Einfluss der dörflichen Kultur oder das aktive Vereinsleiben. Ein Unternehmer meinte, dass einige Straßen mit zu viel Bäumen bepflanzt seien. Die dadurch schlecht befahrbaren Strecken - speziell in Vohenstrauß - würden ihn als Handwerker behindern. Angeregt wurden in Oberlind außerdem ein Dorfladen oder ein Café. Allerdings seien hierfür Betreiber und engagierte Leute erforderlich.

In Altenstadt warteten vier Leute (mit Stadträtin Martha Bauer) mit ihren Anliegen und Vorschlägen auf die Planungsgruppe. Der Schwerpunkt der Diskussion lag im nach wie vor hohen Durchgangsverkehr und dem Lärm an der Hauptstraße. Der neu errichtete Dorfplatz mit Brunnen würde deswegen kaum angenommen. Ein Bürger schlug vor, die Staatsstraße für den Schwerlastverkehr zu sperren. Andere meinten, dass eine "stationärer Blitzer" aufgestellt werden sollte, um die Raser zu bremsen. Wutzlhofer äußerte Bedenken. Die Stadt sei für die Staatsstraße nicht zuständig. Und der von einigen Bewohnern gewünschte Einbau von Bodenschwellen werde nicht durchzusetzen sein.

Bei der nächsten Station in Waldau war die Planer-Gruppe wieder allein auf weiter Flur. Wenige Kilometer weiter in Kaimling zählten sie zumindest fünf Personen (darunter Ortssprecher Heimo Bauer). Die größte Sorge ist in diesem Bereich die vielen zu erwartenden Leerstände. Aufgrund der hohen Altersstruktur müsse man mittelfristig damit rechnen, dass bei den Immobilien ein Wertverfall einsetze, wenn die Erben die Häuser verfallen lassen. Tobias Hofmann von Geoplan bestätigte, dass es in Kaimling tatsächlich einen hohen Anteil an Gebäuden mit Besitzern über 70 Jahren gebe. Hier müsse die Stadt rechtzeitig gegensteuern.

Parkplätze fehlen

Ähnlich gestaltet sich die Situation in Roggenstein. Nur ein Bürger war neben Stadtrat Hans Gösl zu dem Ortstermin gekommen. Gösl schlug vor, dass die Kommune im Zweifelsfall die leerstehenden Gebäude erwerben, sie abreißen und dringend benötigte Freiflächen schaffen sollte. In Roggenstein fehlten beispielsweise rund um die Kirche Parkplätze.
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