Jahresschlussgottesdienst in der Stadtpfarrkirche
Weniger Sorgen machen

Die katholische Stadtpfarrkirche strahlte noch kräftig weihnachtlichen Glanz aus. Dekan Alexander Hösl (Mitte) empfahl den Gläubigen jedoch, zuversichtlich nach vorn, ins neue Jahr zu schauen. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
01.01.2015
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Die letzten Stunden des zu Ende gehenden Jahres sind mit Wehmut und Hoffnung gleichermaßen erfüllt, betonte Dekan Alexander Hösl im Jahresschlussgottesdienst, zu dem die Kerzen in der Stadtpfarrkirche funkelten.

"Wir werden heitere und fröhliche Stunden erlebt haben, aber auch manche, die traurig und ernst waren", vermutete Hösl. Auf dem Jahreswechsel ruhten viele Hoffnungen auf Veränderung, Neuanfang oder auf die Hoffnung, dass es weitergehen möge wie bisher.

In dieser Gefühlslage begegne uns der Text aus dem Matthäusevangelium "Sorgt euch nicht um morgen". Könne jemand, den täglich Ängste um seine Arbeitsstelle plagen oder der von einer schweren Krankheit betroffen sei, sich keine Sorgen machen? Der Geistliche fragte sich auch, wie dieser Ausspruch bei Flüchtlingen ankommen möge, die in Kriegswirren ihre Heimat verlassen und sich auf dem Wasser in eine ungewisse Zukunft aufmachen?

"Er ist bei uns"

Die Aussage Jesu stehe manchmal quer zu unseren Erfahrungen und wirke fast zynisch. Und doch könne sie Hoffnung und positive Aussichten für das eigene Leben schenken, gerade in schweren Tagen. "Bei allem, was wir tun, bei allem, was uns umtreibt, dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott bei uns ist."

Weiter sagte Hösl: "Wir werden immer wieder in Situationen sein, in denen uns Sorgen gefangen halten, in denen wir nicht mehr so leicht wissen, wie es weitergehen soll." Doch mit dem Vertrauen auf Gott, stünden wir auf tragfähigem Grund. Hösl dankte ferner allen, die sich in das Leben der Pfarrei eingebracht haben. "Liturgie lebt nur, wenn Alt und Jung zusammenarbeiten."

Viele gute Worte verlor der Dekan Hösl auch über die Priester im Unruhestand, die Pfarrer Alois Scherm und Gerhard Dirscherl, die auch an diesem Abend mit am Altar standen. Auch der neu hinzu gekommene Karl Maria Ferges habe unermüdlich mitgearbeitet.

Im neuen Jahr stehe das große Projekt Pfarrheimneubau mit 1,2 Millionen Euro an. In den Fürbitten erinnerten die Gläubigen noch einmal an die acht Ehepaare aus der Gemeinde, die geheiratet haben, aber auch an jene, deren Beziehungen zerbrachen. Gute Wünsche galten ebenfalls den 33 Getauften, 40 Kommunionkindern und 80 Firmlingen.

Doch auch die Trauernden, die in diesem Jahr einen lieben Menschen verloren haben und die Verstorbenen, die das Tor des Todes durchschritten, wurden in das Gebet eingeschlossen. Margret Greß, Berthold Völkl, Jenny Spitzner, Eva-Maria Schwab, Katharina Portner und Organist Ludwig Putzer verschönten die Messfeier musikalisch.

Der evangelische Stadtpfarrer Peter Peischl verteilte in diesem Jahr einen Block mit Kugelschreibern an die Gottesdienstbesucher. Wie ein weißes Blatt liege das neue Jahr vor uns. "Was wird es uns bringen? Darf ich noch etwas erwarten von diesem Jahr?" Peischls Blick ging aber auch zurück. Diesmal war das Blatt nicht mehr leer sondern vollgeschrieben mit Schönem, Traurigem, Unerledigtem, verpassten Chancen, verschenkte Möglichkeiten.

Notieren und nachdenken

Worte stünden darauf, die ungesagt blieben und jene, die es nötig gehabt hätten, ausgesprochen zu werden oder Worte, die vielleicht besser nicht gesagt worden wären. Worte die zeigen: "Ich brauche dich". Taten - falsch oder richtig - oft wisse man es erst im Nachhinein.

Peischl nannte es eine reizvolle Aufgabe, all die Begegnungen eines Jahres zu notieren. Erst dann würden wir merken, wie viel dabei wäre, was uns wirklich wichtig sei, uns bereichere, uns trage.

Oftmals wünschten wir uns auch einen Radiergummi, um das böse Wort zu tilgen, die Tat ungeschehen zu machen. Was die Gläubigen in das kleine Büchlein, das ihnen der Stadtpfarrer schenkte, hineinschreiben wollen, überlasse er ihnen selbst. Begleiten solle die Gläubigen aber auf jedem Fall die Jahreslosung, die auf dem letzten Blatt aufgedruckt war: "Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob."
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