Klingende Oberpfalz

Kaum ein anderer kennt die Oberpfälzer Musik so genau wie der stellvertretende Bezirksheimatpfleger Hans Wax, der zur Eröffnung der Ausstellung "So schön klingt die Oberpfalz" in der Sparkasse einen böhmischen Dudelsack erklingen ließ. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
04.03.2015
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Wie kann man die Oberpfalz hörbar machen? Eine Wanderausstellung, die bis 24. März in Vohenstrauß gastiert, beantwortet die Frage.

Mit filigraner Musik, angehaucht mit südländischem Flair, stimmte der stellvertretende Bezirksheimatpfleger Hans Wax mit der Gitarre bei der Eröffnung der Wanderausstellung "So schön klingt die Oberpfalz" in der Sparkasse ein. Die Schau tourt durch die Oberpfalz und ist am Dienstag erstmals im Landkreis Neustadt angekommen.

Projekt von 35 Studenten

Wie kann man die Oberpfalz hörbar machen? 35 Studenten der Vergleichenden Kulturwissenschaften und der Medieninformatik an der Universität Regensburg sowie 10 Studierende der Fachakademie für Raum- und Objektdesign des Bezirks Oberpfalz in Cham schufen in knapp einem Jahr diese Ausstellung. Herausgekommen ist eine Sammlung verschiedener Eindrücke und Klängen, die typisch für die Oberpfalz sind.

In neun Boxen kann sich der Besucher über Sprache, Bräuche, Arbeitswelten, Freizeit, Familie und Wohnen, Musik, Essen und Trinken, Natur sowie Grenzland Oberpfalz einhören. "Dort wo die Stimme ist, da ist Aufmerksamkeit", versicherte Vorstandsvorsitzender Josef Pflaum anhand eines plausiblen Beispiels mit einer Blondine. Begeistert war Pflaum über das Dialekt-Eckerl in der Realschule. Es sei keine Schande, wenn man so rede, "wie einem der Schnabel gewachsen" sei.

"Den Kopf reinstecken und hören", meinte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer. Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher berichtete, dass er einen blinden Freund hatte, der immer zu sagen pflegte: "Du kannst dir nicht vorstellen, was man alles hören kann." Die Schau wurde konzipiert, "damit Menschen in unserer Heimat wieder deren Klang hören".

Der Bezirksheimatpfleger der Oberpfalz, Dr. Tobias Appl, erläuterte die Entstehungsgeschichte der Wanderausstellung, die mit den Klängen an sich einen Widerspruch darstelle. "Geräusche hören wir überall anders". Doch wie könne man Klänge erfassen? Die Studenten sammelten in den Regionen Eindrücke. Danach galt es, die Ergebnisse in einer Klangcollage zu konzentrieren, zu reduzieren. In die Boxen, die jeweils eine Person nutzten kann, brauche nur der Kopf gesteckt und kurz innegehalten werden, dadurch löse man über eine Lichtschranke den Ton aus.

Hörbare Metaphern

Die ausgewählten Geräusche und Töne seien hörbare Metaphern für gesellschaftliche Entwicklungen und kulturelle Prozesse in der Oberpfalz. Zu hören sind unter anderem Glockenklang der Kirchen, das Werksorchester Maxhütte-Haidhof, Pendlerlärm auf Straßen oder typische Dialektbegriffe.
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