Knochenmarkspenderdatei trotz Stecknadelsuche immer wieder erfolgreich
Typisierung in 15 Minuten

Lokales
Vohenstrauß
31.01.2015
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Grundsätzlich kann sich jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren typisieren lassen, informierte Daniel Wilhelm von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) im Rathaus Vohenstrauß. Dafür werden lediglich fünf Milliliter Blut benötigt, die dann ins Labor geschickt werden. "Nur wer sich registrieren lässt, kann als Lebensspender für einen Patienten gefunden werden."

Zuvor müssen die Teilnehmer lediglich eine Einverständniserklärung abgeben. "Nach der Spende muss eine Kontrollstelle passiert werden und schon ist man fertig." Alles in allem dauert der Vorgang am Sonntag, 22. Februar, zwischen 11 und 16 Uhr lediglich 15 Minuten. "Wichtig für die Spender ist nur, dass sie in einer guten körperlichen Verfassung sind, keine chronischen Erkrankungen haben und keiner Risikogruppe angehören."

Die Bestimmung der Gewebemerkmale nennt Wilhelm "sehr aufwendig". Es dauert einige Wochen, bis die Ergebnisse vorliegen. Diese Daten werden in anonymisierter Form im Zentralen Knochenmarkregister in Ulm (ZKRD) gespeichert und stehen weltweit für Patientenanfragen zur Verfügung.

Sollten die Gewebemerkmale des potenziellen Spenders mit denen eines Patienten übereinstimmen, werden nach Rücksprache mit dem Spender weitergehende Schritte der Untersuchung beschritten. "Die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich Stammzellen zu spenden, beträgt etwa 1,5 Prozent", meinte Wilhelm.

Es gibt zwei Verfahren zur Gewinnung von Stammzellen: Die periphere Stammzellenentnahme und die Entnahme von Knochenmark aus dem Beckenkamm. Die Entscheidung, welches Verfahren zur Anwendung kommt, richtet sich nach den Belangen des Patienten. Wünsche werden nach Möglichkeit berücksichtigt.

Nach der wesentlich seltener durchgeführten Knochenmarkentnahme bildet sich innerhalb von 14 Tagen das entnommene Mark vollständig nach. "Das Risiko besteht im Wesentlichen in der Narkose", erläuterte Wilhelm. Einen eventuellen Verdienstausfall und alle anderen Kosten des Spenders übernimmt die Krankenkasse des Patienten.

Die Zahl der Unterstützer der DKMS steigt stetig. Mit bislang 4712 Typisierungen in Firmen gewann die DKMS 286 004 neue potenzielle Stammzellenspender, von denen inzwischen 3245 tatsächlich Stammzellen gespendet haben.

Kriterien für eine erfolgreiche Transplantation sind mindestens acht übereinstimmende Gewebemerkmale bei Spender und Patient. Derzeit sind über 10 000 Gewebemerkmale bekannt. Deren Kombination unterscheidet sich regional und zwar umso stärker, je weiter die geografische Herkunft des Patienten und der möglichen Spender auseinanderliegen.

Um möglichst vielen Patienten helfen zu können, muss die DKMS-Spenderdatei eine hohe genetische Vielfalt aufweisen. Wilhelm: "Das heißt, Menschen aus allen Regionen der Welt sollten registriert sein."

Wer zu der Typisierungsaktion am 22. Februar in die Stadthalle nach Vohenstrauß kommt, hat mit etwas Glück die Chance, einem Blutkrebspatienten Leben zu spenden. Sollte bis dahin für Anja Spitzner ein geeigneter Spender in der weltweiten Datenbank gefunden werden, findet die Aktion trotzdem statt. "Der Ball rollt bereits und wird nicht mehr aufgehalten", versicherte Wilhelm.
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