Konstant, solide, ordentlich

Kennametal-Ausbildungsleiter Ludwig Fuchs (links) zeigt den Lehrlingen, wo es langgeht. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
09.09.2015
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Handwerksbetriebe im Bezirk haben noch einige Lehrstellen zu vergeben, informierte die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz. Außerdem stieg die Zahl der offenen Ausbildungsplätze im Vergleich zum Vorjahr um 7,91 Prozent an. Aber trifft diese Einschätzung auch auf Unternehmen in der Region zu?

"Man kann sicherlich sagen, dass das Interesse geringer wird", bestätigte eine Sprecherin der Zimmerei Greiner aus Waldthurn zumindest teilweise diese These. "Allerdings bleibt die Nachfrage immer noch konstant, so haben wir im Moment beispielsweise zwei Lehrlinge."

Schon schlechtere Jahre

Auch Gerhard Lobinger, Ausbilder bei Kennametal in Vohenstrauß, sieht noch keinen zunehmenden Negativ-Trend: "Wir bilden 46 angehende Zerspanungsmechaniker, zwei künftige Mechatroniker und eine Berufsakademie-Studentin in drei Standorten aus. Damit sind wir zufrieden, da es zwar schon bessere, aber eben auch schlechtere Jahre gab."

Ebenso solide stellt sich die Lage bei Josef Reger Bau in Vohenstrauß dar. Die Firma hat acht Auszubildende, davon sieben im handwerklichen Bereich. "Eine Zahl von zwei bis drei neuen Azubis pro Jahr erreichen wir so gut wie immer. Das liegt unter anderem daran, dass viele Jugendliche ein Praktikum bei uns machen und sich dann später wieder bewerben", sagte Werner Summer (kaufmännische Leitung). Dennoch gebe es "in der momentanen Entwicklung auch schwierigere Zeiten", merkte Summer an. Dieser Aussage stimmte Markus Schwandner, Ausbildungsleiter bei Leistritz in Pleystein, zu: "Es gibt mit Sicherheit dürftigere und erfreulichere Phasen, was die handwerklichen Ausbildungen betrifft. Zurzeit liegen wir mit rund 30 Lehrlingen in den Berufen Mechatroniker, Technischer Produktdesigner und Zerspanungsmechaniker wahrscheinlich irgendwo in der Mitte."

Nichtsdestotrotz sind schon erste negative Auswirkungen zu beobachten. "Auffällig ist, dass die Bewerbungen für diese Art von Tätigkeiten zurückgehen", erklärte Schwandner. Dies sei im kaufmännischen Bereich überhaupt nicht der Fall.

Werner Lukas, Geschäftsführer von Lukas Anlagenbau in Vohenstrauß und Waldthurn, schloss sich der allgemeinen Rückmeldung an: "Es ist mittlerweile nicht mehr so einfach, gute Auszubildende zu bekommen. Ein negativer Trend ist definitiv vorhanden." Die Zahl von 13 Azubis, davon drei kürzlich eingestellt, sei aber trotzdem sehr ordentlich.

Schnupperlehre sinnvoll

Unentschlossenen rät er, eine Schnupperlehre zu absolvieren. "Ab der neunten Klasse kann man auf diese Weise einen sehr guten Eindruck von unserem Betrieb gewinnen", meinte Lukas. Praktika in handwerklichen Berufsfeldern sind aber nicht nur für Schüler eine sinnvolle Option. Vielmehr "sollten gleichzeitig die Unternehmen zeigen, wie attraktiv die Ausbildung bei ihnen ist", betonte Hans Schmidt, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer.
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