Konstruktiv, oft schonungslos

In der Auenstraße in Waldau leuchtet die Straßenlaterne mehr den Baum als die Straße aus, monierte Roberto Troll. Bild. dob
Lokales
Vohenstrauß
21.10.2014
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In der Bürgerversammlung machten Einwohner ihrem Unmut über verschiedene Projekte oder Unzulänglichkeiten Luft. "Ich will nicht mehr zahlen als andere auch", empörte sich ein Teilnehmer.

Jeder Cent, der in die Stadthalle gesteckt werde, ist für den Altenstädter Franz Seidl eine Fehlinvestition. Da gebe es nur eins: Abreißen und neu bauen, machte Seidl bei der Bürgerversammlung deutlich.

Weiter forderte er eine Ruhebank an der Fahrenbergstraße. Den Rückbau der verkehrsberuhigenden Teil-Inseln in der Retzstraße nannte Seidl eine Geldverschwendung. "Diese geht auf meine Kappe", ließ Bürgermeister Andreas Wutzlhofer wissen. Die Folgekosten für die biologische Kläranlage sind dem Altenstädter ein Dorn im Auge. Jeweils im Frühjahr und Herbst entstünden bei der Abfuhr Kosten, die er nicht mehr bereit sei zu tragen. Deshalb forderte er jetzt das Stadtoberhaupt in einem offiziellen Antrag auf, dass die Kommune seine Mehrkosten ab sofort übernehme. "Der kleine Mann muss immer das Geld bringen", klagte Seidl. "Ich will nicht mehr zahlen als jeder andere Bürger auch".

Roberto Troll prangerte zugewachsene Straßenlampen in der Kirchstraße und in der Auenstraße in Waldau an, die zwar den Baum beleuchten, aber nicht die Straße. "Was die Lampe tun soll, tut sie nicht." Johann Ertl, ebenfalls Waldauer, bat, die massiv eingesunkenen Pflastersteine gegenüber dem Friedhofseingang anzuheben. Der Bauhof werde Abhilfe schaffen, versprach Wutzlhofer. Hans Schick möchte die bewährte Rechts-vor-links-Regelung in der Stadt abschaffen. Außerdem kritisierte er die gelben Lichter der Straßenlampen innerhalb der Stadt, die so schlecht ausleuchteten, dass die Augen schmerzen. Viel zu teuer erscheine ihm auch die weihnachtliche Beleuchtung mit Girlanden, merkte der Bewohner der Langen Gasse an. Diese Feststellung rief ein merkliches und nicht zustimmendes Raunen hervor. "Das gönnen wir uns, weil es so schön ist", erteilte das Stadtoberhaupt gleich eine Absage. Im Übrigen beteiligen sich auch etliche Geschäftsleute an den Kosten, informierte Wutzlhofer.

Sträucher Dorn im Auge

Für Max Münchmeier waren erneut die überhängenden Hecken und Sträucher auf den Gehsteigen Thema. Radfahrende Kleinkinder könnten sich verletzen, Fußgänger nicht paarweise nebeneinander spazieren gehen. Peter Hegenbarth wollte wissen, welche Möglichkeiten die Stadt sehe, Bürger, die ihren Hausmüll bei der Sperrmüllsammlung illegal entsorgen, zur Kasse zu bitten. Die Stadt könne, so die Antwort, nur entsprechend handeln, wenn Ross und Reiter genannt werden, denn dann sei eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Abfallbeseitigungsgesetz möglich. Gleiches gelte für Hundedreck, der derzeit verstärkt in der Rathausgasse ausgemacht werde.

Erich Völkl lobte die gelungene Straßenbaumaßnahme stadteinwärts. Auf Höhe der Absperrung zum Bocklradweg werden noch Lampen installiert, die den Übergang besser ausleuchten, informierte Außendienstleiter Karl Frey. Fehlende Bocklradweg-Schilder würden dort ebenfalls ersetzt. Außerdem wollte der ehemalige Stadtrat wissen, ob es eine Berechnung oder Art Schlüsselzuweisung gebe, wie viel Vohenstrauß und Waldau an Asylanten vertrügen. Das sei eine Grundsatzfrage, ihm sei Derartiges nicht bekannt, entgegnete Wutzlhofer. Daniel Marx forderte eine Beleuchtung am Bocklradweg aus Richtung Baugebiet "In der Leiten" und "Breite Wiesen". Kinder würden den Weg nutzen, und dort sei es früh und abends stockdunkel, wandte er ein.

Marx forderte weiter, den "Dschungel" am Lokschuppen auf dem Bahnhofsareal zu beseitigen, da dort viele Touristen vorbeikämen, begründete der junge Mann. Das Areal gehöre nicht der Stadt, und außerdem werde hinter dem naturgewachsenen Grün das marode, baufällige Gebäude versteckt, sagte der Bürgermeister.

Bei stärkerem Regen hätten Anwohner in der Rosenstraße mit Überschwemmungen zu kämpfen, brachte Willi Völkl vor. "Bei 20 Liter Regen auf dem Quadratmeter schießt das Wasser aus den Kanaldeckeln". Thomas Baier pflichtete dem bei. Völkl will auch den Grund erkannt haben: "Weil immer neue Häuser oberhalb an der Fichtenstraße gebaut werden und dadurch immer mehr Wasser durch das Kanalnetz befördert werden muss." 2018 komme eine neue hydraulische Berechnung, weil in diesem Bereich das Wasserrechtsverfahren auslaufe. Dann schlügen sich darin auch die veränderten Niederschläge nieder, führte Frey aus. Abhilfe könnte nur ein neuer und größerer Kanal schaffen.

Rudolf Kunze bestätigte die prekäre Situation. Nachdem ein Anwohner eine Mauer gezogen habe, könne das Wasser, das vormals über die Straße strömte, nicht mehr in ein angrenzendes Wiesengrundstück laufen. Ebenfalls Probleme bei Starkregen treten bei Hans Schick in der Langen Gasse auf. Dort schwemme es vom gegenüberliegenden Parkplatz Geröll und Dreck zu seinem Grundstück, "dass Blumen eingepflanzt werden könnten". Andreas Frischholz aus Grünhammer wollte wissen, ob er nach der Brückensanierung in Altentreswitz wieder mit seinen landwirtschaftlichen Maschinen drüberfahren könne. Ein Prüfbericht werde das zeigen. Laut Frey soll das Bauwerk für 30 Tonnen freigegeben werden.
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