Kraftquelle für Krebskranke

Regina Schmidt (rechts) ist seit der Gründung der Krebsselbsthilfegruppe dabei und hilft Leiterin Lotte Hofmann (Mitte) zusammen mit Anni Baier (links). Dankbarkeit zeigten die Mitglieder gegenüber Hofmann mit einer außergewöhnlichen Pflanze, die Geldblüten trug. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
15.06.2015
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20 Jahre Krebsselbsthilfegruppe ist ein guter Anlass, um auf die Geschichte dieser Gemeinschaft zurückzublicken. Lotte Hoffmann und Wally Zwick haben die Gruppe ins Leben gerufen und so etwas Ablenkung und Erleichterung in das Leben der Kranken gerufen.

"Seien wir dankbar für die Menschen, die unseren Lebensweg begleiteten." Dekan Alexander Hösl wollte im Gottesdienst in der Josefskapelle auch jene Weggefährten nicht vergessen, die in dieser 20-jährigen Geschichte bereits zu Gott heimkehrten. Im Anschluss organisierte Hofmann eine Feier in der Stadthalle, zu der sich etliche Ehrengäste ein Stelldichein gaben und bei der das musikalische Duo Sandra und Matthias Hofmeister aus Tröbes unterhielt.

In ihrem Lebens- und Krankheitsweg würden Betroffene von Gefühlswallungen in allen Facetten begleitet: Freude, wenn eine Untersuchung gut vorüberging; Dankbarkeit, wenn Menschen den Weg mitgehen; Einsamkeit, wenn ein Stück Lebensweg alleine zurückgelegt werden muss. So werde manchmal auch die Angst ein Begleiter. Wenn es nur mit der Angst so einfach wäre und wenn man sie nur wegscheuchen bräuchte, führte der Geistliche aus. Katharina Portner, Eva-Maria Schwab und Hans-Josef Völkl gestalteten den Gottesdienst mit Musik und Gesang.

"Was wir alleine nicht schaffen, schaffen wir gemeinsam", dieser Hit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 lasse sich als Motivation auf die Gründung vor 20 Jahren übertragen, versicherte Laudator und Bürgermeister Andreas Wutzlhofer in der Stadthalle. Wenn eine Selbsthilfegruppe wie hier in Vohenstrauß existiere, in der engagierte Leute ihre Hilfe, ihre Erfahrungen, ihre Kontakte und medizinisches Wissen anbieten, sei das unglaublich hilfreich, erklärte das Stadtoberhaupt. Hier werde das Prinzip Hoffnung vermittelt. Es bilde sich aus der Gruppe heraus eine wichtige Kraftquelle. Kein Arzt, kein Therapeut und selbst kein Angehöriger könne abdecken, was diese Gruppe leiste, versicherte der Redner.

Enorme Entwicklung

Wutzlhofer erinnerte an die Gründung am 8. März 1995 als sich gerade einmal fünf Leute mit Lotte Hofmann und Wally Zwick trafen. Heute gehörten der Gruppe über 100 Betroffene an. Hofmann könne man dafür nicht genug Dank sagen, für die Zeit, die sie investiere. Er beschenkte die Gemeinschaft mit einer Geldspende.

In den vergangenen 20 Jahren sei ein kräftiges Netz geknüpft worden, unterstrich Dekan Hösl. Die Krebsselbsthilfegruppe sei in erster Linie zum Segen für die Betroffenen geworden, strahle aber in die ganze Gemeinde hinein. "Sie leisten Entlastungsarbeit", denn im Krankheitsfall leide nicht nur der Patient, sondern die ganze Familie.

Als Geschenk übergab er Hofmann einen Bronzeengel in einen Kreis eingearbeitet. Durch ihr Auftreten verbreite Hofmann Glanz und trage bei vielen freundschaftlichen Begegnungen ein Lächeln im Gesicht. Das harte und beständige Material von Bronze drücke auch die Art von Lotte Hofmann aus, denn was sie sich in den Kopf setze, ziehe sie durch. Außerdem stehe die Figur symbolisch für Hofmann, da sie schon für viele Kranke zum Engel wurde. Auch der Geistliche überreichte eine Geldspende an die Gruppe.

"Es ist wichtig, dass es solche Engel gibt", knüpfte Landrat Andreas Meier an den Vorredner an. Oftmals leisten sie ihre Arbeit im Verborgenen. Mit barer Münze sei die menschliche Zuwendung nicht aufzuwiegen. Dem "Energiebündel" Hofmann wünschte der Landkreischef weiterhin Kraft und Durchhaltevermögen. Finanzielle Unterstützung legte der Landrat ebenfalls vom Landkreis darauf.

Zusätzlicher Ausflug

Glückwünsche zum Jubiläum überbrachte ebenso BRK-Kreisgeschäftsführer, Direktor Franz Rath der Festversammlung. Spontan beschloss er der Krebsselbsthilfegruppe zum Jubiläum eine zusätzliche Ausflugsfahrt zu ermöglichen. An diesem Abend verschwanden bei der geselligen Feier im Anschluss für wenige Stunden Kümmernis und Sorge um eine furchtbare Krankheit.
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