Lernen in der Fußballschule

Beim Fußballcamp waren die Trinkflaschen immer in Reichweite. Trotz der Hitze hetzten die Mädchen und Buben hinter den Bällen her. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
17.08.2015
16
0

Der fünfjährige Paul Tölzer trug einen blauen Verband am Arm. "Ich habe einen Fallrückzieher gemacht und bin so auf den Arm gefallen", stellte der Steppke die Drehung noch einmal nach, die zur Verletzung geführt hatte. Das kleine Missgeschick hinderte ihn aber nicht daran, in der Fußballschule weiter fleißig zu lernen und zu üben.

Bei tropische Hitze hetzten 27 Mädchen und Buben mit dem Ball am Fuß durch die Pylonen und schossen auf Tore oder hüpfen über aufgebaute Parcours. Schnell musste es gehen, denn immerhin sollen einmal richtige Profis aus ihnen werden.

Die Spielvereinigung (SpVgg) setzt auf gezielte Nachwuchsarbeit, die Fußballschule in den Ferien ist dabei ein Mosaiksteinchen. Es war wieder einmal die "Super-Star-Soccer"-Zeit im Sportzentrum angebrochen, heuer zum siebten Mal in Folge. Es macht noch immer viel Spaß, denn viele alte Hasen wie Felix Rauch oder Sophie Prem waren unter den Teilnehmern anzutreffen. Darunter waren auch sieben Mädchen - so viele wie bisher noch nie.

Bayern und der Club

Standen zur Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr noch Duelle zwischen Deutschland und Brasilien hoch im Kurs, wollten die kleinen Fußballer heuer lieber ein Derby zwischen dem FC Bayern München und dem 1. FC Nürnberg austragen.

Gespielt wurde in wechselnden Teams, so dass die weniger talentierten Spieler genauso Erfolgserlebnisse hatten. Das sei ganz wichtig, um nicht die Freude zu verlieren, machten die Trainer Hansi Dünzel, Mikel Seiter, Jannik Reutlinger und der ehemaligen Bayernligaspieler Florian Wurster, der zugleich Geschäftsführer der "Super-Star-Soccer" aus Bayreuth ist, deutlich. Zuerst stünden viel Koordinationsübungen im Vordergrund, informierte Wurster. Immerhin könne die Hälfte aller Kinder heute keinen Purzelbaum mehr. Beim fünf Tage dauernden Camp kamen Pass-Spiele oder Fußball-Baseball- und Fußball-Biathlon-Übungen hinzu.

Auch das Zweikampfverhalten nahm einen wichtigen Part ein. Natürlich sei hier ein Unterschied zwischen Buben und Mädchen auszumachen, erklärte der Fußballexperte. Das Ballführen, das richtige Aufwärmen oder Übersteiger-Tricks gehörten ebenfalls dazu.

Wegen der Hitze mussten weit mehr Trink- und Verschnaufpausen eingelegt werden. Zum Mittagessen trafen sich alle im Platzgebäude. Dort zauberten Mütter - allen voran Diane Feld - täglich die Lieblingsgerichte für die Nachwuchstalente. Von Montag bis Freitag trafen sich die Teilnehmer kurz vor 10 Uhr im Sportzentrum, um 16 Uhr endete der abwechslungsreich gefüllte Trainingsplan.

"Eines der besten Camps"

Voll des Lobs war Wurster über Vohenstrauß: "Das ist eines der besten Camps überhaupt". Vor Ort werde alles top organisiert und vorbereitet. Ohne Thomas Prem würde es diese Trainingswoche allerdings nicht geben. Dies hob Jugendabteilungsleiter Alfons Raab hervor: Große Unterstützung erhält der rund um die Uhr für die SpVgg werkelnde Macher mittlerweile durch Ronny Tölzer.

Laut Wurster könne sich Vohenstrauß ohne Probleme mit größeren Städten wie Bayreuth und Erlangen messen. Die sie sogar, was die logistische Abwicklung angehe, in den Schatten stellen. In vielen Orten würden die Kinder von den Eltern oft nur abgeschoben, damit sie mal eine Woche ohne ihre Kinder ausspannen könnten. "Da merkt man einfach, dass alle Eltern hinter dem Fußballsport stehen", lobte Wurster.
Weitere Beiträge zu den Themen: FC Bayern (6868)SpVgg (24098)August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.