Liebe zur Heimat verbindet

Wanderungen stärkten von Anfang an das Zusammengehörigkeitsgefühl des OWV Vohenstrauß. Schon in den ersten Jahren 1925/26 erkundeten die Mitglieder gerne die nähere und weitere Umgebung. Repro: nt/az
Lokales
Vohenstrauß
02.05.2015
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Vor 90 Jahren taten sich einige Vohenstraußer zusammen, um einer gemeinsamen Leidenschaft nachzukommen: Die Liebe zur Heimat veranlasste sie, den Oberpfälzer Waldverein zu gründen. Zu diesem Jubiläum wird das Team um OWV-Vorsitzenden Erwin Scholz als Gastgeber der Hauptversammlung am 30. und 31. Mai auftreten.

Der erste Aufruf zur Gründung eines Waldvereins stand am 31. Januar 1925 im Vohenstraußer Anzeiger. Am Sonntag, 4. Februar 1925, wurde im "Gasthof zum wilden Mann" in Vohenstrauß der "Oberpfälzer Waldverein Vohenstrauß und Umgebung, Zweigverein des Oberpfälzer Waldvereins Weiden" gegründet. Der junge Verein zählte 40 Gründungsmitglieder. Zum ersten Vorsitzenden wählten sie den Verwaltungsinspektor Johann Fuchs. Schnell stieg die Mitgliederzahl an. Im Jahre 1929 konnten schon 111 Personen verzeichnet werden.

Museum gegründet

Zu den ersten großen Aktivitäten gehörte die Gründung eines Heimatmuseums, das im Rathaus untergebracht war, und eine Jugendherberge mit zehn Betten (ebenfalls im Rathaus). Zur Ankurbelung des Fremdenverkehrs eröffnete der Verein 1932 das Freibad an der Pleysteiner Straße. In der wirtschaftlich schwierigen Zeit übergab der OWV im Juni 1941 das Freibad mit dem gesamten Inventar unentgeltlich der Stadt.

Der boomende Wintersport veranlasste den OWV im Jahr 1933, auf dem Fahrenberg ein Schutzhaus an der Skiabfahrt zu erbauen, um den Wintersportlern eine Einkehr und Unterkunft zu bieten. Die Einweihung ging am Sonntag, 12. Juni 1936, über die Bühne.

Am 24. April 1945 besetzen die Amerikaner Vohenstrauß, der Verein wird verboten, das Schutzhaus beschlagnahmt. Am 25. Juni 1945 muss es für amerikanische Offiziere geräumt werden. 1946 wird das Schutzhaus unter Vermögensverwaltung gestellt. Der OWV hatte finanziell schwer unter den fehlenden Einnahmen zu leiden. Die Mitgliederzahl schwand jährlich.

Erst 1949 wurde der Verein wiedergegründet. Am 6. Januar 1950 übernahm der OWV Vohenstrauß wieder sein Schutzhaus. Auch die weiteren Vereinsaktivitäten wie Lichtbildervorträge oder Wanderungen lebten wieder auf. Die finanziellen Engpässe, die während der Kriegszeit entstanden waren, konnten nicht entschärft werden. So wurde 1962 das Schutzhaus an den Landkreis verkauft.

Der Verein widmete sich wieder den anderen Zielen: Wandern, Fahrten, Vorträge, Wegemarkierungen, Naturschutz und Jugendarbeit wurden von nun an mehr gepflegt. Neue Hoffnungen keimten 1966 auf, als der Landkreis das Schutzhaus verkaufen wollte. Da der OWV das Vorkaufsrecht hatte, trat man an die Verantwortlichen heran. Die Verhandlungen waren vergeblich, ein Rückkauf war nicht machbar. Im Dezember erwarb die Malteserbrauerei Amberg das Anwesen. Heute befindet sich das Areal in Privatbesitz.

Heimatmaler als Förderer

1967 gründete der OWV einen heimatkundlichen Arbeitskreis. Die Mitglieder-Marke von 100 wurde 1978 überschritten. Mit Einverständnis und Hilfe der Stadt Vohenstrauß durfte der OWV die Anlage auf der Neuwirtshauser Anhöhe zu Ehren seines verdienten Gründungs- und Ehrenmitglieds Ludwig Steininger neu gestalten. Der Kreis schließt sich: 1926 war der Heimatmaler Steininger an der Schaffung der Anlage beteiligt, am 20. September1980 erhielt sie in einer Feierstunde seinen Namen. Die Chroniken von 1955 bis 1991 fehlen. Einen "Wegweiser für den Frieden", das Friedenskreuz, errichtete der OWV zum Gedenken an den 50. Jahrestag des Kriegsendes im Mai 1995 am Fuchssteinach. Ein Glückstag war der 21. März 1998: Der OWV Vohenstrauß hatte wieder ein Zuhause. Das neue "historische" Vereinsheim "Krapfenbauer" wurde eingeweiht.

2007 verstarb die Gönnerin Anna Bodensteiner. Dem OWV wurde zum 31. Mai 2008 das Nutzungsrecht des Vereinsheims gekündigt. Jedoch fand Hans Wurdack innerhalb kürzester Zeit eine neue Bleibe: Seit Mai 2008 residieren die OWV-Mitglieder in den zum Vereinsheim umgestalteten Räumen der "Alten Apotheke".
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