Lukas schildert Uli Grötsch Probleme des Unternehmens
Nur "Datenfeldweg"

Lokales
Vohenstrauß
24.10.2014
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Im Bundestag galt Präsenzpflicht, deshalb fehlte SPD-Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch bei der Einweihung des neuen Firmengebäudes. Doch jetzt holte er das Versäumte nach. Firmeninhaber Werner Lukas und dessen Ehefrau Elisabeth empfingen den Waidhauser in ihren neuen Räumlichkeiten. Lukas brachte bei dieser Gelegenheit gleich ein paar Probleme vor. Beträchtliche Nachteile gegenüber seinen Mitbewerbern habe er wegen der fehlenden Internetpräsenz. "In einem der reichsten Länder der Welt hinken wir in diesem Punkt anderen weit hinterher." Entwicklungsländer wie China verfügten mittlerweile über eine Datenautobahn, er hingegen am Firmensitz lediglich über einen "Datenfeldweg". Damit die beiden Firmen in Albersrieth (Wasserkrafttechnik) und Vohenstrauß (Anlagenbau) datenmäßig verbunden sind, ist eine teure Standleitung eines Anbieters notwendig. Die Stadt wolle zwar nun in den längst überfälligenBreitbandausbau investieren. Dies hätte jedoch schon vor zehn Jahren passieren müssen. Die Förderkulisse sei für seinen Betrieb nicht vorrangig. Zumindest sei es für Lukas kein Anstoß zur Investition gewesen, erklärte der Unternehmer.

Lukas unterstützt gerne Studenten der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden mit Praktika oder biete die Möglichkeit für Abschlussarbeiten. Lobend erwähnte der Firmenchef seine Mitarbeiter, die in der Oberpfalz verwurzelt seien. Die Firma punkte dementsprechend mit erfahrenen Angestellten. Eine Ungleichbehandlung sieht der global aktive Betriebsinhaber ebenso beim Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG). Lobbyisten würden von dieser Umlage befreit, Mittelstandsbetriebe zahlten. Das anstehende Konjunkturtief werde durch die Rente mit 63, "einem Wahlgeschenk", beflügelt. "Damit kommen wir nicht durch", ist der Unternehmer sicher. Anders sieht es Grötsch: "Nach 45 Versicherungsjahren muss jeder Arbeitnehmer in Rente gehen können."

Laut Lukas sind die Deutschen Künstler im Aufbau von Verwaltungsmonstern. Gerade der Bau des Berliner Pannenflughafens, in den Milliarden von Steuergeldern gebuttert würden, mache ihn betroffen. "Steuergelder müssen entsprechend verwendet werden." Der kleine Steuerzahler werde beim geringsten Fehler an den Pranger gestellt. Lukas sprach seinen ursprünglich erfolgversprechenden Eintritt in den russischen Markt an. Die von der EU verhängten Sanktionen hätten diesen Durchbruch aber zunichte gemacht. Die geschäftlichen Verbindungen in den russischen Wachstumsmarkt wären gerade in Zeiten der Rezession nützlich für die Firma. "Diesen Weg hat mir die Politik beschädigt." Lukas führte Grötsch und dessen Mitarbeiter Dominik Brütting schließlich durch das Unternehmen.
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