Mehr als nur altes, rotes Blech

47 Feuerwehroldtimer und drei Traktoren mit alten Spritzenwägen gaben ein imposantes Bild ab, als sie sich von Waldau nach Altenstadt schlängelten. Bilder: dob (2)
Lokales
Vohenstrauß
20.05.2015
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Nostalgie prägte am Sonntagnachmittag das Stadtbild. Die Oldtimerausfahrt war eine Reise in die Vergangenheit und der Höhepunkt der 150-Jahr-Feier der Feuerwehr.

Zu verdanken hatten sie diese großartige Schau Ehrenkommandant Werner Hofmann, der sich seit Jahren mit den Oldtimern der Vohenstraußer Feuerwehr deutschlandweit an anderen Ausfahrten beteiligt. "Werner Hofmann hat uns mit dieser genialen Idee eine Riesenfreude bereitet", schwärmte Vorsitzender Peter Grosser nach der Ausfahrt.

Wie in einem Film

47 Fahrzeuge und drei Traktoren mit alten holzbereiften Spritzenwägen aus dem vergangenen Jahrhundert erinnerten an den Beginn des Feuerlöschwesens. Damit wurde Geschichte für die heutige Generation greifbar. Wie in einem Film lief die technische Entwicklung von knapp 100 Jahren an den Zuschauern vorbei. Bereits am Samstag reihte sich auf dem ehemaligen Comet-Parkplatz ein Feuerwehrauto an das andere.

Aus dem gesamten deutschen Raum waren die Oldtimer in die Pfalzgrafenstadt gerollt und wurden neugierig bestaunt. Gerne kamen die Besitzer ins Gespräch und ließen ihre Leidenschaft für altes Blech erkennen. Wohl das älteste Prunkstück kam mit dem Baujahr 1921 aus Neuötting. Das Löschfahrzeug Typ "Burglengenfeld" hat eine Motorleistung von 40 PS. Es ist sieben Jahre älter als das Vohenstraußer Tragkraftspritzenfahrzeug von Adam Opel, mit dem Kommandant Mario Dobmayer, Ehrenkommandant Hofmann und die Feuerwehrfrauen Tanja Dobmayer und Nicole Knorr die Parade am Sonntag anführte.

Josef Putz, Vorsitzender der Feuerwehr Neuötting, reiste mit seiner Gruppe in Originaluniformen und Feuerwehrhelmen mit beigem und rotem Pferdeschweif an und präsentierte mit dem Magirus, der bis 1967 im Einsatz war, das erste motorisierte Löschfahrzeug im Landkreis Altötting.

Mit Pickelhaube und alter Uniform tuckerte Dieter Malzer mit seinem Schlüter und der alten Feuerwehrspritze aus der Patengemeinde Waldthurn voran. Aus Grasbrunn im Landkreis München war der passionierte Feuerwehrfahrzeug-Fanatiker Otto Bußjäger mit seinem Freund Udo Beck mit zwei Unimogs aus seiner großen Privatbesitzsammlung angereist.

Gekommen waren auch Feuerwehrleute aus Höchstadt an der Aisch, dem Erzgebirge (wir berichteten), Nabburg, Windischeschenbach, das erste Feuerwehrfahrzeug aus Neunburg, Forchheim, Kulmbach, Marktredwitz, Tirschenreuth und viele andere mehr. Kreisbrandmeister Martin Weig zog mit seinem Fendt-Dieselross die Tragkraftspritze der ehemaligen Werksfeuerwehr Seltmann hinterher. War es das glänzende Messing, der satte und rollende Sound der Motoren oder auch die runden Formen der roten Riesen die richtig Gänsehautgefühl bei den Zuschauern auslösten? Drehleitern und Löschfahrzeuge aus längst vergangener Zeit beeindruckten durch ihre gelungenen Konstruktionen und die damals schon ausgefeilte Technik. Sirenengeheul markierte den Beginn der Rundfahrt.

Passanten spenden Beifall

Die rote Karawane rollte über Altenstadt, Obertresenfeld, durch Waldau und schlängelte sich über die beiden Kreisverkehre bei der Straßenmeisterei und den Olympiabrunnen wieder über den Marktplatz hinab zum Festgelände. Ächzend stieß das eine oder andere Fahrzeug mächtig blauen Qualm aus. Viele Passanten blieben entlang der Strecke stehen, um dem roten Tross mit viel Blaulicht Beachtung zu schenken und Beifall zu klatschen.

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Weitere Bilder:

http://www.oberpfalznetz.de/ffw-oldtimer
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