Mehr Pflicht für die Aufsicht

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer war entsetzt, als er die Schmierereien in einer Umkleidekabine der Dreifachturnhalle begutachtete. Künftig sind Sportlehrer, Hausmeister und Jugendleiter der Vereine vermehrt in der Pflicht, solche Schäden durch Kontrollen zu vermeiden. Bild: hfz
Lokales
Vohenstrauß
24.01.2015
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Künftig sind die vier Hallenwarte der Dreifachturnhalle nicht mehr so häufig im Einsatz. Grund dafür ist die Einführung des Mindestlohns. Die Stadt war gezwungen, sich eine neues Kontroll-System zu überlegen.

Wie Bürgermeister Andreas Wutzlhofer am Freitag auf Anfrage mitteilte, mussten die Stunden der vier eingesetzten Personen reduziert werden, um die Kosten auf dem selben Stand zu halten. Dafür seien Hausmeister der Mittelschule, Sportlehrer und Übungsleiter mehr in der Pflicht.

Hätte die Stadt die Stundenanzahl der Hallenwarte beibehalten, würden sich die Kosten verdoppelt. Da die Kommune laut Bürgermeister von den Vereinen auch weiterhin keine Gebühren verlangen möchte, musste also ein neues Modell gefunden werden. Wie Sachbearbeiter Heinz Häring erklärte, habe die Stadt aus gegebenen Anlass gehandelt. "Aber auch ohne den Mindestlohn hätten wir unser System einmal überprüfen müssen." Die 400-Euro-Kräfte brauchen künftig nur mehr jeweils 52 Stunden (vorher waren es 90) pro Monat zu arbeiten, um auf den selben Lohn zu kommen.

Die Aufsicht komme dadurch nicht zu kurz, da die Hallenwarte zu den wichtigen Zeiten am Ende der Tages weiterhin für Ordnung sorgen. Auch bei Turnieren am Wochenende seien die Aufsichtspersonen anwesend. Allerdings verteile man die Verantwortung mit dem neuen Modell auf mehrere Schultern.

Tägliche Rundgänge

Häring: "Künftig muss der Hausmeister der Mittelschule täglich nach dem Schulbetrieb einen Rundgang durch die Turnhalle machen." Mängel müssen sofort in das Hallenbuch eingetragen werden. Der Bürgermeister vertraut den Vereinen. Die "alteingesessenen" Trainer und Übungsleiter erhalten einen Schlüssel für die Halle. Auch sie müssen einen Kontrollgang übernehmen. Versäumt es ein Übungsleiter, einen Schaden im Buch anzugeben, muss er beweisen, dass dieser nicht von seiner Gruppe verursacht worden ist. Wutzlhofer: "Es wird natürlich keinem der Kopf abgerissen. Aber wir wollen schon die Kontrolle darüber behalten, wann ein Schaden entstanden ist.

Die Sportlehrer der umliegenden Schulen müssen ebenfalls vermehrt ein Auge auf die gesamte Halle haben. Obszöne Sprüche und Schmierereien in den Umkleidekabinen, wie sie zuletzt in einer Damen-Umkleide vermehrt auftauchten, sollen damit unterbunden werden: "Wir haben allen Abteilungsleitern, Schulleitern und Sportlehrern die Kurzform unserer Hallenordnung gegenzeichnen lassen." Uli Münchmeier, Vorsitzender der Spielvereinigung Vohenstrauß und zweiter Bürgermeister, kann sich mit der neuen Regelung durchaus anfreunden, auch wenn auf die Verantwortlichen nun etwas Mehrarbeit zukommen wird. "Wir müssen dankbar sein, dass wir die Halle umsonst nutzen dürfen. Da ist es keine Überforderung, wenn wir uns in ein Buch eintragen und einen Blick in die Kabinen werfen."

Es gebe es schon ein paar kritische Stimmen, die es nicht gut finden, dass die Stunden der Hallenwarte gekürzt wurden. Er persönlich findet es gut, die Kinder und Jugendlichen anzuhalten, Halle und Kabinen sauber zu verlassen.
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