Mehr Ruhe für Krippen

Lokales
Vohenstrauß
08.11.2014
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Ohne viel Aufhebens hat der Ortsteil Straßenhäuser vor wenigen Wochen zwei Neubürger bekommen. Darunter ist ein Priester, der nun seinen Ruhestand in der Region verbringt.

Elfriede Hofmann, die aus Vohenstrauß stammt, war über 50 Jahre Pfarrhaushälterin und hat sich für ihren Altersruhesitz ein Eigenheim gebaut, in das sie mit Pfarrer Karl-Maria Ferges einzog. Der 76-Jährige wirkte 32 Jahre in der Pfarrei Eichlberg. Hofmann war über ein halbes Jahrhundert auf dem Wallfahrtsberg bei Hemau und schon bei Ferges Vorgänger tätig, Pfarrer Friedrich Hock, der früher als Kaplan in Vohenstrauß tätig war.

Dekan Alexander Hösl hieß den Neuzugang in der Pfarrgemeinde willkommen. Pfarrer Ferges will jetzt erst einmal unter dem Aspekt eines "normalen" Christen seinen Glauben praktizieren und sich etwas mehr Ruhe gönnen. Immerhin arbeitete er bis zum 75. Lebensjahr. "Ich will mich erst ein wenig hineintasten und niemand verdrängen", sagte der bescheidene Seelsorger.

1982 kam Pfarrer Ferges zurück aus der zweijährigen Missionstätigkeit in Südafrika und übernahm die Pfarrei auf dem Eichlberg mit der Wallfahrtskirche. Oft war er zu dieser Zeit mit einem alten Fahrrad unterwegs, half in Pfarreien aus, zeigte eine tiefe Frömmigkeit und brachte seine Erfahrungen im Priesterrat ein.

Seine einfache und unkomplizierte Art machte den gebürtigen Kölner überaus beliebt, so gewann er viele Herzen. Ins Pfarreileben war auch Hofmann engstens eingebunden, ob als Haushälterin, Mesnerin, Sekretärin oder als Verantwortliche für den Blumenschmuck im Gottes- und Pfarrhaus.

Ferges hatte zunächst Physik studiert, trat aber später ins Kloster des kontemplativen Kartäuserordens in die einzige Kartause im deutschsprachigen Raum in Marienau im Landkreis Ravensburg in der Nähe von Memmingen ein. Schon vor seiner Priesterweihe in Regensburg kam er mit der Oberpfalz in Berührung. In Waldthurn absolvierte der junge Mann ein Praktikumsjahr und bekam die Kälte und den böhmischen Wind zu spüren. "Ich dachte, ich erfriere, als ich zum Fahrenberg ging", schildert der Rheinländer seine damaligen Erfahrungen.

Am Sonntag Vorstellung

1974 empfing er durch den Regensburger Bischof Dr. Rudolf Graber im Dom seine Priesterweihe, bevor er drei Kaplansjahre in St. Konrad in Weiden und drei weitere Jahre in Kümmersbruck verbrachte, um dann noch zwei Praktikumsjahre in der Mission anzuhängen. Pfarrer Ferges ist ein krippenbegeisterter Tüftler. Dieser Leidenschaft kann er sich nun verstärkt widmen. Am Sonntag, 9. November, wird er im 10-Uhr-Gottesdienst den Gläubigen vorgestellt.
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