Meilenstein der Integration

Was für ein Erlebnis. Der gebürtige Vohenstraußer Uli Hofmann (rechts) ermöglichte Andreas Forster (vorne) mit seinem Begleiter und Chauffeur Wolfgang Pröls (links) einen barrierefreien Eintritt in die Allianz-Arena zu seinem Lieblingsclub. Hofmanns Ehefrau Claudia war ebenfalls dabei. Sie freuten sich über den Besuch aus Vohenstrauß. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
13.11.2015
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Der ehemalige Besitzer von "Andys-Pinte", Andreas Forster, muss nach einer schweren Erkrankung seit zwei Jahren mit einer Beinprothese zurechtkommen. Der Fußballfan lebt nun im "Betreuten Wohnen" in Grafenwöhr. Aber ein Vohenstraußer Freund hat ihn nicht vergessen.

Autohausbesitzer Wolfgang Pröls wollte Forster einen unvergesslichen Tag bescheren und fuhr mit ihm nach München in die Allianz-Arena. Dort verfolgten sie das Champions-League-Spiel des FC Bayern gegen Arsenal London.

Die Weichen stellte der gebürtige Vohenstraußer Ulrich Hofmann, Sohn von Heiner und Helga Hofmann, der selbst seit einem Unfall seit vielen Jahren schon im Rollstuhl sitzt. Er war viele Jahre Vorsitzender des ersten Rolli-Fanclubs in München und ist heute noch Schriftführer beim Verein "Rollwagerl 93".

Genügend Platz

Pröls ist Tage danach noch sichtlich beeindruckt, wie einfach und bequem es war, mit dem Rollstuhl in die Allianz-Arena zu kommen. Vom Parkplatz aus ging es barrierefrei direkt ins Stadion, schwärmt Pröls. 227 Plätze an den Längsseiten der Oberkante Haupterschließungsebene sind eigens für Rollstuhlfahrer und deren Begleitung reserviert. Genügend Platz gibt es auch für Fahrmanöver. "Selbst wenn die Zuschauer vor den Rolli-Fahrern aufstehen, können die Behinderten im Rollstuhl noch über sie hinwegsehen", staunte der Vohenstraußer.

Mehrfach ausgezeichnet

Dies sei auch ein großer Verdienst der Mitglieder des "Rollwagerl"-Clubs. Das Außergewöhnliche ist nämlich, dass Hofmann mit seinen Kumpels beim Bau der Arena mitwirkte. Sogar ein Ortstermin sei anberaumt worden, erinnert sich Hofmann. "Der Neubau wurde damit zu einem Meilenstein bei der Integration behinderter Fußball-Fans." Das Stadion wurde sogar schon mehrfach für dieses Engagement ausgezeichnet. Den Ausflug in die Landeshauptstadt nutzte Pröls aber auch für einen weiteren Besuch. Vor Spielbeginn fuhr er mit Forster zu seinem ehemaligen Schulfreund Karl Raab, der als Koch auf dem Nockherberg arbeitet und seine Oberpfälzer Gäste standesgemäß in der Traditionsgaststätte bewirtete. Glückselig war an diesem Abend vor allem einer - Forster. "Der hätte nie geglaubt, dass ich das schaffe, ihn nach München zu einem Spiel des Lieblingsclubs zu chauffieren, und ins Stadion zu begleiten."
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