Mensa wird teuer, aber schön

Die Architekten Hans Kleierl und Volker Schwab überreichten bei der offiziellen Einweihungsfeier an Bürgermeister Andreas Wutzlhofer und Mittelschul-Rektor Alfons Raab (von links nach rechts) einen überdimensionalen Brezen-Schlüssel. Bilder: dob (2)
Lokales
Vohenstrauß
11.05.2015
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Seine Hoheit Pfalzgraf Friedrich (Christoph Schraml) als neuer Namensgeber war höchstpersönlich bei der Einweihung des Anbaus der Mittelschule zugegen und empfing "das honorige Volk" am Eingangsportal.

Ein Stein dürfte an diesem Tag nicht nur Bürgermeister Andreas Wutzlhofer vom Herzen gerollt sein. Vorbei ist die anstrengende Bauphase mit immer wieder neuen Hiobsbotschaften und Kostensteigerungen. "Auch wenn's teuer war, schöi is scho", wurde an diesem Vormittag zum geflügelten Wort für die neue Mensa.

Die Lehrer Ronny Tölzer, Nikola Wolfrath und Veronika Müller hatten sich in einem szenischen Zwischenspiel als Putzfrauen verkleidet auf die Schattenfugen und den "schweineteuren, empfindlichen Boden" gestürzt. "Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende" bediente sich Rektor Alfons Raab beim griechischen Philosophen Demokrit.

Er sei besonders darüber glücklich, dass die Stadt vor fünf Jahren den richtigen Beschluss zum Bau der Mensa gefasst habe. Die Einweihung eines Gebäudes sei immer ein Zeichen von Optimismus. Letzteren brauche das Bildungswesen genauso, wie breite Zuversicht. "Bildung gehört zu den kostbarsten Gütern, die wir, die erwachsene Generation, unseren Kindern und Enkeln mitgeben können."

Mittelschulen - ihr Auftrag und ihre Weiterentwicklung - stünden mehr denn je im Blickpunkt des öffentlichen Interesses im Leben einer Kommune. Angesichts der sich wandelnden Verhältnisse in Gesellschaft und Familie, die großen Einfluss auf die Lebenswelt und die Bedürfnisse der Schüler haben, verwundere dies nicht. Die Mittelschule sei sich stets der Bedeutung ihres pädagogischen Auftrags bewusst gewesen und habe sich immer fantasievoll und flexibel den Herausforderungen der Zeit gestellt.

Deswegen habe man sich auch der Ganztagsschule nicht verschlossen, um die geforderte Vereinbarkeit von Familie und Beruf leichter zu ermöglichen. Beim zweigeschossigen Anbau sei auf Funktionalität, technische Feinheiten und eine Wohlfühlatmosphäre geachtet worden. "Unsere Schule ist eine bedeutende Säule, ein leuchtendes Beispiel in der Bildungslandschaft der Stadt und im Landkreis", hob der Rektor selbstbewusst heraus. "Die Stadt ist nicht um 1,8 Millionen Euro ärmer sondern ganz sicher reicher, denn sie hat jeden Euro sinnvoll in die Zukunft der Kinder und Jugendlichen investiert."

Verantwortung für Bildung

Genau 2 Jahre und 20 Tage nach dem Spatenstich feiere man Einweihung, rechnete Bürgermeister Andreas Wutzlhofer vor. Längst erkannten die Verantwortlichen, dass Bildung die Ressource Nummer eins sei. Er wisse sehr wohl, welch hohe Verantwortung er als Sachaufwandsträger trage. Deswegen müsse man bereit sein, viel Geld in die Hand zu nehmen und sich den Herausforderungen der Informations- und Wissensgesellschaft stellen.

"Bildung kann gelingen, wenn optimale Rahmenbedingungen bestehen und sich engagierte Lehrkräfte um die Schüler bemühen", sagte Schulrat Hans Hilburger. Die Mittelschule besitze auch eine Schulleitung mit analytischem Weitblick. Deswegen sei die Bildungsstätte bestens aufgestellt, "auch wenn der Rektor die Ausgaben der Stadt in Höhe von 1,8 Millionen Euro als rechnerisches Plus verkauft", schloss er augenzwinkernd.

Stellvertretender Landrat Albert Nickl spürte sofort nach dem Betreten des Anbaus, dass es sich hier um "eine Schule mit Herz" handle. "Man fühlt sich wohl, denn es ist eine Top-Vorzeigeschule", die vorausgehe und den gesellschaftlichen Wandel im Blick habe, damit den Schülern der richtige Weg ins Leben gewiesen werde. "Die gewaltige Investition erbringt eine hohe Rendite."

Elternbeiratsvorsitzende Renate Kellner zeigte sich ebenfalls froh, dass die Stadt die enormen Kosten auf sich genommen hatte. "Die Kinder sind hier gut aufgehoben."

Architekt Volker Schwab griff ebenfalls beherzt bei Bauzeit und Kosten die Quintessenz auf: "Aber schöi is scho." Schließlich handle es sich um keinen gewöhnlichen Bau und da brauchte es eben Durchhaltevermögen. Die Stadtvertreter bezeichnete der Architekt als mutig, denn sie hätten der ambitionierten Architektengemeinschaft Schwab und Kleierl das Projekt zur Planung übergeben.

Schwab sprach jedoch auch ohne Umschweife das zu Beginn fehlende Vertrauen zwischen Außendienstleiter Karl Frey und der Architektengemeinschaft an. "Wir mussten uns erst finden." In der Bauphase seien den Beteiligten bestimmt graue Haare gewachsen. Schwab schaute zum Berliner Flughafenbau und meinte, dass dort Geld verbrannt werde. Besser sei es, wenn es heiße "wenn's teuer war, schöi ist scho". Schlimmer wäre: "Es war teuer und schöi is a niat".

Geistliche mahnen

Dekan Alexander Hösl und Pfarrer Peter Peischl nahmen die Segnung der neuen Räume vor. Beide legten die Finger in offene Wunden der Bildungslandschaft und hielten für die nachwachsenden Generationen ein zündendes Plädoyer. Auch erinnerten sie mahnend an manche Diskussion im Vorfeld des Anbaus.

Das Lehrer-Ensemble Gertie Kreuzer, Marina Schwarz, Kristina Weigl und Elmar Günther musizierten bei der offiziellen Feier. Am Nachmittag öffneten sich die Türen für die Öffentlichkeit zur Besichtigung mit vielerlei weiteren Angeboten.
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