Mit dem Laptop in die Schule

Lokales
Vohenstrauß
25.07.2015
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Als Referenzschule für Medienbildung ist die Pfalzgraf-Friedrich-Mittelschule sehr darauf bedacht, immer auf dem aktuellen Stand der Technik zu sein. Mit der Klasse M 8a hat die Bildungseinrichtung ein neues Vorzeigemodell.

Computer sind an der Schule in fast jedem Klassenzimmer zu sehen. Manche Lehrer, die ein Faible für die neuen Medien haben, setzen sich aber weit über das normale Maß dafür ein, dass ihre Schüler mit Hard- und Software vertraut werden und damit für ihr (Berufs-)Leben gut gerüstet sind. Einer dieser Lehrer ist Josef Haberl. Mit seiner achten Klasse beschreitet er seit einem Jahr einen neuen, digitalen Weg.

Eltern befragt

Am Ende des vergangenen Schuljahres beschloss die Schulleitung, die Eltern der Siebtklässler zu befragen, ob sie bereit wären, ihre Kinder mit einem Laptop auszustatten. Nachdem sich 15 Eltern gemeldet hatten, stand der Einführung einer Tablet-Klasse nichts mehr im Weg. Der Ansatz für Rektor Alfons Raab und Haberl war ganz einfach: "Wie kann man neue Medien sinnvoll in den Unterricht einbauen?"

Haberl setzt nach wie vor auch auf herkömmliche Unterrichtsmethoden. Wie in allen anderen Klassen gibt es Bücher, Hefte, Füller und Geo-Dreieck. Den guten alten Deutschaufsatz müssen die Schüler natürlich per Hand ins Heft pinseln. "Die Tablets werden situationsgebunden dann eingesetzt, wenn sie im Vergleich zum Buch einen Mehrwert bringen", erklärt der erfahrene Pädagoge. Mittlerweile könne man jedoch in jedem Fach Internet-Recherche betreiben. Und die gehe in seiner Klasse weitaus schneller und bequemer über die Bühne als in anderen. "Bei uns passiert das alles in 20 Sekunden."

Etwa 30 Prozent des Unterrichts laufe über die Tablets. Mathematische Gleichungen lösen, Englischvokabeln üben - in etlichen Fächern gebe es kostenlose Programme, die den Schülern das Üben schmackhaft machen. Die 130 Computer der Mittelschule sind miteinander vernetzt. So können die Buben und Mädchen ihre Arbeiten an jedem dieser Rechner fortsetzen. Im Nu vergleichen die Klassenkameraden zum Beispiel ihre Hausaufgaben. Alle Laptops sind nämlich mit dem Whiteboard, das die klassische Tafel im Klassenzimmer längst ersetzt hat, verbunden.

Jugendschutzfilter aktiviert

Soziale Netzwerke wie Facebook sind im Unterricht gesperrt. Ein aktivierter Jugendschutzfilter sorge laut Haberl dafür, dass die Schüler nicht auf zwielichtigen Seiten landen. Raab und Haberl sind von dem Projekt sehr überzeugt und wollen die Spezialklasse im kommenden Schuljahr weiterführen. Haberl: "Die Rückmeldungen der Schüler und auch aller Kollegen sind positiv." Ab September soll aus diesem Grund in der siebten Jahrgangsstufe sogar eine zweite Tablet-Klasse starten. Eine Umfrage bei den Eltern ist schon in Planung.

Haberl weiß, dass nicht alle seiner Kollegen jubeln werden. Durch die Einführung solcher Klassen würden aber immer mehr Lehrer dazu gezwungen, die neuen Medien im Unterricht anzuwenden: "Den Overheadprojektor und Folien benutzt so gut wie niemand mehr." Einen Haken hat die Sache aber: Wenn alle 15 Schüler gleichzeitig im Internet zugange sind, macht die WLAN-Verbindung manchmal schlapp. Einige fliegen raus aus dem Netz und müssen warten bis die Verbindung wieder aufgebaut wird. Raab ist schon dabei, Abhilfe zu schaffen. Für 400 bis 500 Euro gebe es eine Hardware, die dieses Problem lösen wird.
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