Osterfreude spürbar

Prächtig präsentierte sich zum Osterfest wieder einmal der Altar in der Stadtpfarrkirche. Dekan Alexander Hösl ist für diesen wunderbaren Kirchenschmuck selbst verantwortlich. Bilder: dob (3)
Lokales
Vohenstrauß
07.04.2015
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Bevor die Erinnerung an die Auferstehung Christi und damit der Höhepunkt der drei stillen Tage vor dem Osterfest in den Kirchen der Großgemeinde gefeiert werden konnte, bewältigte der Einzelhandel am Karsamstag einen Riesenansturm von Kaufwilligen. Das Osterfest wollte vorbereitet sein.

In den Wohnungen und Häusern legten die Hausfrauen letzte Hand an. Die Backöfen liefen heiß, um die vielen Hefezöpfe und Osterlämmer für den Frühstückstisch am Ostersonntag herzustellen. Ministranten liefen am Samstag durch die Straßen und sammelten Geld für ihre Kassen. In der katholischen Pfarrkirche schmückte Dekan Alexander Hösl höchstpersönlich und überraschte die Gläubigen zum Osterfest mit einem wunderschön angelegten Ostergarten vor dem Volksaltar.

Beichte und Abendmahl

Während die evangelischen Christen am Karfreitag den ganzen Tag über zu Beichte und Abendmahl in der Stadtkirche eingeladen waren, gedachten die katholischen Geschwister um 15 Uhr dem Leiden und Sterben des Herrn in der Todesstunde. Dreimal innerhalb von acht Stunden wurde in der Seelsorgeeinheit dann die Auferstehung Jesu gefeiert.

Sowohl in der evangelischen wie in der katholischen Stadtpfarrkirche war es am Ostersonntag um 5 Uhr früh so weit. Bei Minustemperaturen fehlte heuer das frühlingshafte Gefühl, das zum Osterfest gehört. Im wohl bedeutendsten aller Gottesdienste des Kirchenjahrs erlebten die Gläubigen im Dunkel des Gotteshauses, das nur mit den Kerzen der Apostelleuchter erhellt wurde, die Segnung des Osterfeuers auf dem Kirchplatz, das hell loderte und Wärme schenkte.

Langsam erhellten die kleinen Osterkerzen der Gläubigen den Gottesraum als Ministrant Wolfgang Zitzmann die große Osterkerze in den Kirchenraum trug und Dekan Hösl das "Lumen Christi" verkündete. Die Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament folgten und schließlich das erhebende festliche Gloria, zu dem auch die Kirchenglocken und die Orgel, an der Jonas Kick saß, ertönten und die Freude des auferstandenen Christus unter den Kirchenbesuchern verdeutlichte. In seiner Predigt sprach der Geistliche von Orten, die ein Stück Heimat bedeuten und an denen wir uns geborgen fühlen. In der uralten St. Jakobskirche in Regensburg am Priesterseminar hatten Restauratoren eine sensationelle Entdeckung gemacht. Im Hinterkopf der Figur des Gekreuzigten war ein Hohlraum. Darin versteckte der Künstler vor 700 Jahren eine Metallkapsel, in der er einen bunten Schmetterling mit einer feuervergoldeten Emailarbeit aus Silber hinterließ. Auf den Flügeln des Schmetterlings stellte der Künstler den Gekreuzigten mit Maria und Johannes, dem Lieblingsjünger Jesu, dar. "Was für eine Idee, der Gekreuzigte fliegt auf den Flügeln des Schmetterlings davon", meinte der Dekan.

Der Stadtpfarrer wünschte allen Gläubigen, dass es ihnen gelingen möge, das Bekenntnis "Christus ist auferstanden" im Alltag anzuwenden, dass die Osterfreude spürbar werde und die letzte Waffe der Hoffnung, das Lachen, nicht vergehe, damit sie befreit ihre Rolle auf ihrem Lebensweg spielen können und dass sie trotz mancher Tiefschläge im Leben eine Perspektive haben. Nach der Osternachtfeier mussten die Autofahrer erst einmal die Scheiben vom Eis befreien.

Frische Temperaturen

Fallende Temperaturen hatten die Fahrzeuge mit klirrendem Reif überzogen und am Ostermontag, der in der Stadtpfarrkirche mit einer Orchestermesse gefeiert wurde, fielen sogar Schneeflocken. Der frühlingsmilde Osterspaziergang fiel demnach heuer aus. Wer sich nach draußen wagte, brauchte Mütze und Handschuhe. Trotzdem machten sich viele Menschen auf den Emmausgang durch die Natur, die trotz des kalten Wetters zu erwachen scheint.
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