Party-Orchester mit Powerfrau

Der holländische Sänger Menno Stuifmeel und Bassist Philipp Zimmermann gefielen wie der Rest der Combo.
Lokales
Vohenstrauß
13.12.2014
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Ein Benefizkonzert in der Adventszeit - wer denkt da nicht an Stubenmusik und Trompetenklang? Trompeten waren am Donnerstag in der Stadthalle Vohenstrauß tatsächlich zu hören, aber nicht in still-heimeliger Atmosphäre. Das "Big Party-Orchester" mit der Sängerin Andrea Marie verfolgte einen ganz anderen Plan.

Wer sich am Donnerstag entschied, den Abend nicht mit Plätzchen und Glühwein zu Hause auf dem Sofa zu verbringen und sich stattdessen eine Eintrittskarte für das Benefizkonzert des "Big Party-Orchesters" in der Stadthalle gönnte, lag goldrichtig. Der Abend - als "Showhighlight aus 40 Jahren Musikgeschichte" angekündigt - war für alle Beteiligten ein echter Knaller. Sowohl die rund 200 Leute im Publikum als auch die Mitwirkenden genossen die unterhaltsamen Stunden für den guten Zweck. Vor allem die Betreuten der offenen Hilfe des Heilpädagogischen Zentrums Irchenrieth (HPZ), für die in den ersten Reihen Plätze reserviert waren, hatten unglaublichen Spaß. Sie sangen und klatschten von der ersten Minute an begeistert mit.

Die Waidhauser Sängerin Andrea Marie (Andrea Gilch) scharte für diese Veranstaltung eine professionelle Truppe um sich. Ausgezeichnete Musiker, wunderbare Stimmen im Background, dazu ihr Sänger-Kollege Menno Stuifmeel und nicht zu vergessen die Tanzgruppe "Public Surprise" - alle Mitwirkenden strahlten pure Freude aus. Die Leistung kann wohl nicht nur mit einer grandiosen Tagesform begründet werden.

Mit Gitarrist Alex "Gsus" Nickl ist Andrea Marie mit der Band "Partyteufel" seit vielen Jahren auf den Bühnen in und um Deutschland unterwegs. In Vohenstrauß war sie am Donnerstag mit einer ganz neuen Formation zu sehen. Die Künstlerin schlüpft während der rund zweieinhalb Stunden in verschiedene musikalische Rollen und wunderschöne Kostüme.

Mit Leidenschaft

Von Hubert von Goiserns "Brenna tuats guat" bis zum "Grease"-Klassiker "You're the one that I want" oder "Im outta love" von Anastacia zeigt Andrea Marie die volle Bandbreite ihrer wandelbaren Stimme. Ihre Ballade "Eternity" singt sie leidenschaftlich und überzeugt. Besonders gut stehen der quirligen Brünetten aber Evergreens von Powerfrauen wie "It's raining men" von den Weather Girls oder "Rolling on the River" von Tina Turner.

Zum Niederknien

Im Rücken hat die Entertainerin aus Waidhaus eine Combo, die nur so gespickt ist mit ausgesprochenen Könnern. Die Instrumentalisten zeigen bereits beim ersten Stück - "Rosanna" von der Gruppe Toto - dass jeder von ihnen sein Handwerk prächtig versteht. Schlagzeuger Maximilian Seelos ist der Fels in der Brandung. Mit seinem sicheren Beat lenkt er das Ensemble durch anspruchvollste Passagen.

Betritt der Holländer Menno Stuifmeel die Bühne, möchte man ihn sofort knuddeln und herzen. Er wirkt komplett ungekünstelt. Wie ein kleiner Bär tapst er über das Parkett - seine Stimme klingt umwerfend, zum Niederknien. Titel von Bruno Mars und Robbie Williams bringt er mit müheloser Leichtigkeit, genauso wie Rock-Klassiker von Status Quo. Seine Vielfältigkeit zeigt sich spätestens, als er zusammen mit Andrea Marie einen Song aus dem Musical "Die Schöne und das Biest" interpretiert.

Nachdem die Sängerin das Publikum mit dem Helene-Fischer-Ohrwurm "Atemlos" nochmal richtig zum Toben gebracht hat, beschließt Menno den Abend mit dem wuchtigen "Music was my first love" von John Miles. Das HPZ nutzt die Bühne, um Andrea Marie für die Organisation des Benefizkonzerts zu danken. Leiterin Martina Grüner überreicht der Künstlerin ein kleines Geschenk. Der Rest im Saal wurde auch beschenkt - mit ein paar keineswegs besinnlichen Stunden im Advent.
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