Politiker auf der Couch

Geschäftsführer Markus Friedrich (Mitte) begrüßte zur Eröffnung der Integrationsfirma im Werkhof viele Gäste. Als Männer der ersten Stunde, die den Werkhof Ende der 90er Jahre mit initiiert hatten, waren Altbürgermeister Josef Zilbauer (Zweiter von links) und der ehemalige evangelische Stadtpfarrer Hermann Bock (Zweiter von rechts) gekommen. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
01.10.2014
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Einige Politiker haben es sich in Vohenstrauß bequem gemacht. Zwischen Wohnzimmermöbeln, Vasen und Geschirr verfolgten sie den Wandel des Werkhofs in eine Integrationsfirma.

In einer derart gemütlichen Atmosphäre haben selbst die Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht und Uli Grötsch sowie die Landtagsabgeordneten Annette Karl und Petra Dettenhöfer schon lange keine Einweihung mehr erlebt. Die Besucher durften sich am Montag in Sesseln und Sofas niederlassen, die der Werkhof in seinem Gebäude an der Bahnhofstraße 4 mit Zugang am Fluderweg anbietet.

Vierter Standort

Der Standort Vohenstrauß wurde nach Cham, Weiden und Tirschenreuth nun als vierter in eine Integrationsfirma umgewandelt, informierte Diakon Karl Rühl, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Weiden. Der Werkhof stehe für die Beschäftigung Behinderter und Langzeitarbeitsloser. Er dankte allen, die sich für dieses Pflänzchen einsetzten.

Der Geschäftsführer der Diakonie Weiden, Markus Friedrich, freute sich, dass der ehemalige evangelische Stadtpfarrer Hermann Bock und Altbürgermeister Josef Zilbauer bei der Feier anwesend waren. Beide waren Mitinitiatoren des Werkhofs in der ehemaligen Kreisstadt. Landrat Andreas Meier gratulierte zum freudigen Ereignis.

Der Landkreischef erinnerte sich als Windischeschenbacher noch gut an die dramatischen Jahre der Schließungen in Porzellan- und Glasindustrie erinnern. 1500 Beschäftigte waren betroffen. Vernünftige Rahmenbedingungen mussten geschaffen, um Arbeitslose unbedingt wieder einer sinnvollen Tätigkeit zuzuführen. Maßnahmen wie ein Werkhof waren ein wichtiger Schritt, damit sich die Menschen wieder integriert fühlen konnten. "Das ist eine wertvolle Organisation, die aus einer gesamtwirtschaftlichen Not heraus geboren wurde", bescheinigte der Politiker.

Eine ähnliche dramatische Phase zeichnete Bürgermeister Andreas Wutzlhofer, als Ende der 90er Jahre 2000 Arbeitsplätze in der Kommune wegbrachen. "Das war Dramatik pur, die Zorn, Angst, Frust und Schmerz aufbaute". Das Sozialkaufhaus werde durch die Integrationsfirma gestärkt. Wolfgang Hohlmeier vom Jobcenter Weiden-Neustadt berichtete von einem positiven Beispiel einer Frau die durch den Werkhof wieder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung fand. "Diese Leute wären verloren. Durch den Werkhof werde ein Weg aufgezeigt der auf ein behutsames Hinführen auf den Arbeitsmarkt hinzielt".

Tag der offenen Tür

Albert Lindheim vom Integrationsamt Regensburg zeigte seine Freude gegenüber den behinderten und nichtbehinderten Menschen, die durch die Ostbayerische Dienstleistungsagentur eine dauerhafte Beschäftigung finden. Prodekan Pfarrer Dirk Grafe und Religionspädagogin Sabine Dorn segneten die Räumlichkeiten. Ein Tag der offenen Tür schloss sich an.
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