Prägend fürs Leben

Während ihres USA-Aufenthalts besuchte die Vohenstraußerin Christina Schmid zum ersten Mal ein Baseballspiel im Petco Park der San Diego Padres. Bild: hfz
Lokales
Vohenstrauß
12.08.2015
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Als sie in San Diego aus dem Flugzeug stieg, erfüllte sich für Christina Schmid aus Vohenstrauß endgültig ein Traum: ein Austauschjahr in den USA. Dabei hat sie Land und Leute kennengelernt und Erfahrungen gemacht, die sie nicht mehr missen möchte.

Das Parlamentarische Patenschaftsprogramm (PPP) des Deutschen Bundestags und des US-Kongresses ermöglichte der 16-jährigen Realschülerin, ein Schuljahr in San Diego in Kalifornien zu verbringen. Ihr Pate im Zeitraum von Ende August 2014 bis Ende Juni 2015 war MdB Uli Grötsch.

Schmid hat nicht lange gebraucht, um sich in dem fremden Land zurechtzufinden. "Es ist zwar alles neu, aber ich war neugierig und wollte alles Neue kennenlernen." Nach sieben Jahren Englischunterricht war auch die Sprache kein allzu großes Problem. "Man muss den ersten Schritt machen, auch wenn's nicht perfekt ist."

Plötzlich große Schwester

Gastfamilie war ein Ehepaar, das zufällig deutschstämmig war, und sie in San Diego vom Flughafen abholte. Für deren kleine Tochter war Schmid nun plötzlich die große Schwester und musste Verantwortung übernehmen. Eine zunächst ungewohnte Situation. Während ihres Aufenthalts wohnte die 16-Jährige in Santee, einer Stadt mit über 53 000 Einwohnern. Schmid besuchte die 10. Klasse einer Schule, in der sich 2000 Jugendliche auf die 9. bis 12. Jahrgangsstufe verteilten. "Es waren also fast 500 in jeder Stufe. Das war eine große Umstellung, man findet dafür aber auch leichter Anschluss."

Menschen dort offener

Vor allem, weil die Menschen dort offener sind und sich jeder mit jedem unterhält. "Egal wie man ist, man findet auf jeden Fall Gleichgesinnte." Außerdem haben ihre Mitschüler viel nachgefragt. "Es gibt einem ein gutes Gefühl, wenn die Leute Interesse zeigen." So hat sich Schmids Englisch natürlich enorm verbessert.

Die Möglichkeit, eine andere Kultur kennenzulernen, sowie die vielen Erfahrungen haben Eindrücke hinterlassen. "Auch die Reisen mit meiner Gastfamilie haben mich sehr geprägt", sagt Schmid. Bei einem Ausflug in den Herbstferien entlang der Westküste ging es zunächst vorbei an einer riesigen Freiluft-Mastanlage für Kühe. "Das war erschreckend."

Außerdem waren große Teile der Natur wegen der Hitze verdorrt - ähnlich wie jetzt in der Oberpfalz. Die weitere Fahrt auf dem Highway entlang der Klippen war dann aber sehr beeindruckend, die Landschaft wurde auch immer grüner.

In der Kultur San Diegos hat die junge Vohenstraußerin einen großen mexikanischen Einfluss ausgemacht. "Aber eigentlich ist es multikulturell, die Einflüsse kommen aus der ganzen Welt." Und jetzt auch aus der Oberpfalz. Den US-Wahlkampf hat Schmid ebenfalls hautnah miterlebt. Die Stimmung war gegen Barack Obama und die Demokraten, dafür eindeutig für die Republikaner um Donald Trump.

Heimweh hatte sie in den zehn Monaten kaum, dafür aber schon mal "ein kleines Tief mit dem Gefühl nichts erreicht zu haben". Dann musste sie sich eine Beschäftigung suchen: Fußball (wie beim SV Altenstadt), Laufen oder Treffen mit Freunden. Die Freundschaften wurden gegen Ende des Austauschs immer intensiver. Daher fiel Schmid der Abschied schwer - auch von ihren Gastgebern.

Wie viele der 50 Mitstipendiaten wäre die Vohenstraußerin am liebsten geblieben. Ihre Familie war aber froh, als sie Ende Juni wieder zu Hause war. Nach dem Abschluss im kommenden Realschuljahr will Schmid auf jeden Fall das Abitur machen und dann eventuell Politik oder Wirtschaft studieren. Später einmal in die USA zu gehen, kann sie sich momentan nicht vorstellen. "San Diego ist sehr, sehr teuer."

Einmalige Gelegenheit

"Jedem, der über ein Austauschjahr nachdenkt, kann ich nur sagen, dass es vermutlich das beste Jahr seines Lebens sein wird. Auch wenn es Höhen und Tiefen geben wird: Die Erfahrungen sind es mehr als wert", resümiert die 16-Jährige. Grötsch freut sich über die positive Rückmeldung. "Das PPP-Stipendium bietet eine fast einmalige Gelegenheit, Land und Leute kennenzulernen und wertvolle Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Ich kann jeden jungen Menschen nur ermuntern, sich zu bewerben."
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