Quellensanierung wohl zu teuer

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Lokales
Vohenstrauß
29.01.2015
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Die Gewinnung von Trinkwasser wird für die Stadt Vohenstrauß zunehmend problematischer. Das Thema stand bei der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses daher auch im Mittelpunkt.

Der Trinkwasserverbrauch der Stadt hat sich in den vergangenen Jahren auf ein Niveau zwischen 360 000 und 370 000 Kubikmetern eingependelt, informierte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer das Gremium am Mittwoch. 2014 waren es 363 700, im Vorjahr 365 146 Kubikmeter. Große Schwankungen wie zuletzt zwischen 1986 und 1987 gebe es nicht mehr. Damals sank der Verbrauch von rund 375 000 auf etwa 337 000 ab.

35,3 Kubikmeter pro Kopf

Im vergangenen Jahr blieben nach einem geschätzten Abzug von 100 000 Kubikmetern für Landwirtschaft und Industrie für die 7469 Vohenstraußer 263 700 Kubikmeter Trinkwasser übrig. Pro Kopf sind das mit rund 35,3 etwas mehr als im Vorjahr (35,02).

An Niederschlag hat die Stadt 2014 bei der Kläranlage Vohenstrauß 728,80 Liter pro Quadratmeter gemessen. 2013 waren es 974,40, das Jahr zuvor jedoch noch viel weniger (691,70). Dass es im vergangenen Winter kaum Niederschläge gegeben hat, wirkte sich auch negativ auf die Quellschüttung aus: 5,92 Liter pro Sekunde sprudelten aus den Brunnen, 2013 waren es wegen starker Schneefälle noch 7.

Insgesamt sei die Tendenz jedoch fallend, sagte Markus Wildenauer vom Bauamt. "Die Gewinnung von Trinkwasser stellt sich zunehmend problematischer dar", fügte Wutzlhofer hinzu. Die Lieferungen von der Steinwaldgruppe hätten sich in den letzten Jahren daher deutlich erhöht. Die bestellte Menge betrage 210 000 Kubikmeter, davon muss die Stadt mindestens 85 Prozent abnehmen. Mit dem Wasserwirtschaftsamt Weiden soll es demnächst auch Gespräche geben, ob die Kommune alte Quellen wieder aktivieren sollte.

Davon hielt Bauamtsleiter Johann Balk jedoch wenig. Die Versorgung sei im Augenblick relativ gut und gesichert. "Wir müssen nicht mit aller Gewalt neu oder weiter erschließen." Außerdem würden für die Quellensanierung "horrende Geldmengen" fällig, vermutete Balk. Letztlich müsse aber nach dem Gespräch mit den Fachstellen der Stadtrat eine Entscheidung treffen. "Wir brauchen keine Angst zu haben, dass wir kein Trinkwasser mehr haben", resümierte Wutzlhofer. Sorgen würden nur mehrere trockene Jahre bereiten, ergänzte Balk.

Als "wenig spektakulär" bezeichnete der Experte die Ertragswerte der kommunalen Photovoltaikanlagen. 2014 sei allerdings eines der besten Jahre gewesen. Der meiste Sonnenstrom kam vom Dach der Bauhof-Halle mit fast 73 000 Kilowattstunden (2013: knapp 64 000). Insgesamt laufe das gesamte System deutlich über der Prognose. "Sobald die Darlehen zurückgezahlt sind, bleibt für die Stadt dann auch etwas übrig", prophezeite Balk.

Bauanträge genehmigt

Außerdem genehmigte das Gremium drei Bauanträge einstimmig: eine sogenannte Rinderstall-Anschleppung an der Tännesberger Straße in Böhmischbruck , die Aufschüttung und Erdabtrag für einen Lagerplatz sowie die Errichtung zweier Schuppen in Kaimling und den Bau einer Lagerhalle sowie den Abriss eines landwirtschaftlichen Gebäudes nahe der Thomasbühlstraße in Oberlind .

Weitere Vorhaben

Schon vor der Sitzung gab es von Wutzlhofer grünes Licht für sieben Vorhaben. In Vohenstrauß: Errichtung von zwei Schleppgauben und Ausbau des Dachgeschosses an der Spendäckerstraße; Werbeanlage am Back-Shop-Pavillon an der Altenstadter Straße; Errichtung einer Werbeanlage und eines -trägers für das Gesundheitszentrum an der Frühlingstraße; Bau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage an der Dr.-Reinhard-Straße; Erweiterung der Gaststätte "Alte Glasfabrik" am Mühlweg 17 a; Einbau von zwei Pulverbeschichtungsanlagen und Bestandsanpassung bei einem Lackierfachbetrieb an der Ulmenstraße. Oberlind: Neubau eines Einfamilienhauses an der Messerpaint.
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