Rettungskräfte auf Gerüst angewiesen - Feiern gefährdet
Fluchtweg bereitet Feuerwehr Sorgen

Die Feuerwehr hat den Fluchttreppenturm als zweiten Rettungsweg am Gerätehaus bereits aufgebaut. Das Weinfest kann am Samstag wie angekündigt starten. Vorsitzender Peter Grosser packte mit seinen Helfern zum zweiten Mal in diesem Jahr an. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
22.10.2015
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Das Werbebanner über der Straße am unteren Ende des Marktplatzes kündigt es längst an: Am Samstag, 24. Oktober, ist das Weinfest der Feuerwehr im Gerätehaus. Heuer zum zwölften Mal in Folge. Seit elf Jahren wird diese Veranstaltung zum Vohenstraußer Kirchweihsamstag von den Wehrleuten mit großem Erfolg organisiert. Aber nun gibt es ein Problem.

Fest verankerter Termin

Die Idee zu dem Fest entstand, weil in Vohenstrauß am Vortag zur Kirchweih nicht besonders viel los gewesen sei, erklärt Vorsitzender Peter Grosser. "Dieser Termin ist aber mittlerweile fest verankert im Jahreskreislauf des Vereins und der Stützpunktwehr." Allerdings zogen heuer vor dem Weinfest bedrohliche Wolken auf. Grund war der fehlende zweite Fluchtweg am Feuerwehrhaus.

Seit dem tragischen Unglück bei der Love-Parade in Duisburg im Juli 2010 und auch seit dem Feuerlöscher-Vorfall in der Stadthalle im März 2015 fließen immer wieder neue Sicherheits-Erkenntnisse in die bestehenden Bestimmungen ein. Zudem werden die Verantwortlichen für mögliche Gefahren verstärkt sensibilisiert. Die Folge: Bisherige Sicherheitsbestimmungen für öffentliche Veranstaltungen gelten in der Form nicht mehr.

Neue Variante nötig

Bei einer Begehung mit Matthias Schopper, Baukontrolleur des Landratsamtes Neustadt/WN, im Feuerwehrgerätehaus im April stellte dieser in Rücksprache mit Kreisbrandrat Richard Meier fest, dass die bisherige gängige Ernstfall-Variante, zukünftig für öffentliche Veranstaltungen nicht mehr genehmigungsfähig sei. Der alte Plan sah vor, im Saal über vier Fenster auf das darunterliegende Flachdach der Fahrzeughalle zu steigen.

"Der zusätzlich geforderte Fluchtweg würde ja nur nötig, falls die Treppe im Flur als eigentlicher Fluchtweg aus irgendwelchen Gründen versperrt wäre, damit die Besucher ins Freie gelangen könnten", informierte der Vorsitzende. Die Wehr musste daher für das 150-jährige-Gründungsfest im Mai einen eigenen Fluchttreppenturm aufstellen, über den die Besucher im Ernstfall von der Kaffeestube aus auf sicheren Boden gelangt wären.

"Das ist keine Willkür oder böser Wille, sondern die Gesetzeslage ist einfach so", zeigt sich Grosser verständnisvoll. Allerdings müsse man sich im Feuerwehr-Verwaltungsrat in nächster Zeit darüber unterhalten, ob zukünftig unter diesen Umständen überhaupt noch ein Weinfest durchführbar ist. Es sei ein enormer Arbeitsaufwand, jedes Mal das Gerüst aufzubauen. "Mehrere Mann arbeiten daran fünf Stunden." Glücklicherweise stellt das Gerüst nun zum zweiten Mal eine einheimische Fachfirma kostenlos zur Verfügung. Ansonsten müsste die Wehr ein Leihgerüst bezahlen, und dann wäre das Weinfest nicht mehr rentabel. Für Samstag haben die Rettungskräfte aber den Fluchttreppenturm schon aufgebaut und sind für den Besucheransturm bestens gerüstet.
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