Riesenbohrer im Sägmühlweg

Eine Riesenmaschine durchbohrte den Sägmühlweg, anschließen wurde ein Stahlbetonrohr mit einem Durchmesser von einem halben Meter horizontal durchgeschoben. Fachleute einer Spezialfirma begleiteten die Bohrarbeiten. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
10.10.2014
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Zwei Jahre nach dem Straßenbau bekommt der Sägmühlweg nun auch einen Kanal. Anwohner befürchten jedoch, dass sich die neue Trasse durch die Durchbohrung setzen und sich wieder eine Mulde bilden könnte.

Die Stadt investiert für einen Entlastungssammler für das Abwasser aus der zukünftigen Gewerbegebiets-Erweiterung zwischen Braunetsriether Weg und Sägmühlweg 782 000 Euro. Im Zuge der laufenden Maßnahme verlegen die Arbeiter rund 2000 Meter Kanalrohre aus Stahlbeton mit einem Innendurchmesser von 40 bis 80 Zentimeter und errichten bis zu 40 Betonschächte.

Am städtischen Kanal

Angeschlossen wird der Sammler an den städtischen Kanal vom Fiedlbühl herkommend in der Sperrwiese, neben dem Sägmühlweg. Zum Zeitpunkt der Erneuerung des Sägmühlwegs sei man mit der Planung des Kanals noch nicht so weit gewesen, erklärte Bauamtsleiter Hans Balk auf Nachfrage, warum die Rohre nicht schon beim Straßenbau vor zwei Jahren verlegt wurden. "Wir hatten zu diesem Zeitpunkt noch keine Zukunftsperspektive. Es macht wenig Sinn, auf gut Glück einen Kanal einzubauen."

Der ehemalige Stadtrat Erich Völkl, der an der Straße wohnt, kann sich genau erinnern, dass seit mehr als 20 Jahren von diesem Kanalbau gesprochen werde, weil das vorhandene Regenüberlaufbecken im Braunetsriether Weg zu klein war und es in diesem Bereich bei Starkregen regelmäßig zu Überschwemmungen kam. Jetzt erfolgt in unterirdischer Bauweise eine aufwändige Durchbohrung des Sägmühlwegs. Arbeiter der Firma Prösdorf aus Kulmbach, ein Subunternehmer der ausführenden Firma Markgraf aus Weiden, schoben das Stahlbetonrohr mit einem Durchmesser von einem halben Meter durch das knapp zehn Meter breite Straßenstück.

Geschäftsführer Thomas Prösdorf freute sich mit seinen Männern über den gelungenen Durchstich. Mehrere Anwohner befürchten jedoch, dass sich die neue Straße durch die Durchbohrung in naher Zukunft setzen und sich wieder eine Mulde bilden könnte. Diese Sorge zerstreut Bauleiter Dietmar Hammerl von der Bamler Bauingenieur GmbH. Im Gegenteil: "Eine unterirdische Bauweise wie die Durchbohrung hat gegenüber einem offenen Rohrgraben den Vorteil, dass die Straße nicht aufgegraben werden muss und dass keine Hohlräume zwischen Boden und Rohr entstehen, was wiederum zukünftige Setzungen vermeidet."

Der Entwurf für den Kanalsammler wurde heuer von der Stadt in Auftrag gegeben und durch das Bamler Bauingenieurbüro gefertigt, bestätigte Hammerl. Etliche Baubeobachter haben die höheren Kosten im Blick, die man sich durch eine zukunftsgerichtete Planungsweise schon vor zwei Jahren hätte eben sparen können. Das anfallende Regenwasser werde über einen zweiten neuen Kanal ab dem Braunetsriether Weg in einen Weiher zwischen Pleysteiner Straße und Braunetsriether Weg eingeleitet, erklärte Hammerl. Die Stadt hatte das Weihergrundstück unterhalb des bekannten Pflaum-Weihers im vergangenen Jahr für diesen Zweck gekauft.

Das Wasser des Weihers ist inzwischen abgelassen und wird im Zuge der Kanalbauarbeiten zu einem Regenrückhalteteich mit einem Volumen von 1700 Kubikmeter umgebaut. Auf einem Wiesengrundstück am Tachetsbergweg entsteht außerdem ein neues Regenüberlaufbauwerk, indem zukünftig Regen- und Schmutzwasser aus dem Stadtgebiet getrennt werden.

Im Frühjahr fertig

Kommende Woche schaut Dieter Bauer vom Wasserwirtschaftsamt mit Bürgermeister Andreas Wutzlhofer, Bauamtsleiter Balk und Außendienstleiter Karl Frey an der Baustelle vorbei und will sich vom Baufortschritt überzeugen. Sofern es das Wetter zulässt will die Firma Markgraf zügig bis Jahresende weiterarbeiten. Fertigstellung soll im Frühjahr sein.
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