Sehen und gesehen werden

Wieder ein "Einäugiger". Die Polizei legt gerade im Herbst und Winter großen Wert auf eine intakte Beleuchtung an den Fahrzeugen. "Es geht uns nicht um die Verwarnung, sondern in erster Linie um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer", versicherten (von rechts) Dienststellenleiter Martin Zehent, Polizeihauptkommissar Tobias Wirth sowie Verkehrssachbearbeiter Bernhard Dobmayer. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
17.11.2015
4
0

Auffallend viele Fahrzeuge sind in den Herbstwochen mit defekten Beleuchtungsanlagen unterwegs. Jedenfalls sind die Polizeibeamten in letzter Zeit immer öfter "Blendern" und "Einäugigen" auf der Spur.

"Wir haben innerhalb der vergangenen Wochen mehr als 50 Fahrzeughalter diesbezüglich beanstandet und sie aufgefordert, ihr Licht überprüfen zu lassen", erklärt Dienststellenleiter, Erster Polizeihauptkommissar Martin Zehent. Das Ergebnis ist ernüchternd. "Es geht uns nicht darum, möglichst viele Verwarnungen auszustellen, sondern uns geht es um die Sicherheit der Fahrzeugteilnehmer im Straßenverkehr."

Einfacher Test

Das Testen der Beleuchtung am eigenen Fahrzeug sei ziemlich einfach, schiebt Zehent hinterher: "Bei Dunkelheit sind Hauswände, Garagentore oder auch Schaufenster gut geeignete Flächen, um seine Lichter zu prüfen." Ist eine Scheinwerfer- oder Rücklichtbirne kaputt müsse diese umgehend ausgetauscht werden. Im Berufsverkehr am Morgen oder Abend ist es jetzt stockfinster. Funktionsfähige und richtig eingestellte Scheinwerfer sind in der dunklen Jahreszeit deshalb besonders wichtig.

Zu niedrig positionierte Scheinwerfer verschenken ihr Potenzial und leuchten die Fahrbahn nicht richtig aus. Dagegen können zu hoch ausgerichtete Scheinwerfer den Gegenverkehr blenden. "Ein kurzer Check der Fahrzeugbeleuchtung vor Fahrantritt und regelmäßiges Reinigen von Scheinwerfern und Rückleuchten sollte deshalb automatisch zu jeder Autofahrt gehören", appelliert der Mitarbeiter Verkehr, Polizeihauptkommissar Bernhard Dobmayer an alle Fahrzeugführer. Besonders erwähnt er auch Landwirte, die oft bei Dunkelheit mit kaputten Leuchten auf den Straßen "herumgeistern".

Der Gesetzgeber verlange, dass die Fahrzeugbeleuchtung jederzeit vollständig funktioniert. Dabei geht es nicht alleine um die Sicht des Fahrers, denn neben der Ausleuchtung der Fahrbahn dienen Scheinwerfer und Leuchten auch dazu, das sogenannte Signalbild des Fahrzeugs zu erzeugen, informiert Automechanikermeister Helmut Wildenauer. Das heiße konkret: Anhand der Fahrzeugleuchten lasse sich im Dunkeln erkennen, was für ein Fahrzeug unterwegs ist. Falle bei einem der Scheinwerfer aus, könnte dahinter auch ein Motorrad vermutet werden. Wer trotz schlechter Sicht ohne oder mit defektem Licht fährt, gefährde nicht nur sich, sondern auch andere.

Radfahrer betroffen

Bei einem nicht verschuldeten Unfall könne dem Fahrer des schlecht beleuchteten Fahrzeugs eine Teilschuld zugesprochen werden. Unter bestimmten Umständen kann der Kaskoversicherer in einem solchen Fall die Leistung kürzen. Auf eine vorschriftsmäßig Beleuchtung sollten auch Radfahrer achten, unter denen ebenfalls sogenannte "Lichtmuffel" ausgemacht werden. Dobmayer fielen heuer schon etliche "Blindschleichen" unter den Radlern auf. "Die gefährden sich am meisten", warnt der Polizeibeamte. Wenn weder Vorder- noch Rücklicht am Rad funktionieren, seien sie als "Geisterfahrer" unterwegs und ein großes Gefahrenpotenzial. Wer ein Kraftrad führt, muss auch am Tag mit Abblendlicht oder eingeschalteten Tagfahrleuchten fahren.

Nur wenige Autofahrer hätten den im Oktober angebotenen kostenlosen Lichttest genutzt, hebt Wildenauer hervor. Einzelne kämen jedoch regelmäßig in seiner Werkstätte vorbei und ließen die Lichtanlage ihres Fahrzeugs überprüfen. Dies dauere nur wenige Minuten, erhöhe allerdings die Sicherheit der Autofahrer enorm.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.