Sicherheitskonzept verhindert Tote

Die Singleparty in der Stadthalle verlief bis zu der Feuerlöschpulver-Spray-Aktion des DJ völlig friedlich. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
16.03.2015
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Die völlig aus dem Ruder gelaufene Singleparty in der Nacht zum Sonntag in der Vohenstraußer Stadthalle hat ein gehöriges Nachspiel. Die Zahl der Verletzten ist am Montag auf 23 angestiegen. In einem anderen Gebäude hätte es Tote gegeben, meint die Polizei.

Die Singleparty mit der Feuerlöschpulver-Spray-Aktion des 27-jährigen Diskjockeys, der in der gut besuchten Stadthalle die 450 Gäste mit dem weißen Pulverstaub einnebelte und eine Massenpanik auslöste, hat erhebliche Folgen. Nach wie vor melden sich Partygäste, die mit gesundheitlichen Problemen kämpfen und über Atembeschwerden, Hustenanfälle und Magenverstimmungen klagen.

Halle bleibt gesperrt

"Das ist eine riesige Nummer ungeahnten Ausmaßes. Wir müssen uns jetzt einen Rechtsbeistand nehmen und beraten, wie wir vorgehen", sagte am Montag Bürgermeister Andreas Wutzlhofer. Die Halle bleibt bis auf weiteres komplett gesperrt.

Christine Enderlein kann es noch immer nicht glauben, was in der Halle abging. "Das läuft in mir noch immer wie in einem schlechten Film ab." Erst am Sonntag, sei ihr so richtig bewusst geworden, wie schlimm das Ausmaß ist, berichtet die Betreiberin der Stadthalle vom Faschingsverein Vohenstrauß.

Ehemann Stefan war ebenfalls im Saal und musste sich noch in der Nacht zweimal übergeben. Auch Christine Enderlein kämpft mit gesundheitlichen Problemen. "Du glaubst zu ersticken", schildert sie ihre Hustenanfälle, die sie in der Nacht zum Montag überkamen. Ein Rettungssanitäter informierte Ersten Polizeihauptkommissar Martin Zehent von der Inspektion Vohenstrauß, dass sich gesundheitliche Beschwerden auch noch bis zu 30 Stunden nach einem solchen Vorfall einstellen können.

Laut Zehent befindet sich der Tatverdächtige noch immer in intensiv-medizinischer Betreuung im Klinikum Weiden. Er konnte noch nicht zu den Tatvorwürfen befragt werden. Nach derzeitigen Erkenntnissen haben alle geschädigten Personen, die in der Nacht zum Sonntag behandelt wurden, die Krankenhäuser wieder verlassen. Aktuell sind bei der Polizei 23 Geschädigte registriert. Zehent bittet jedoch alle Gäste, die sich in irgendeiner Weise bei der Party Verletzungen zuzogen und sich nachträglich in ärztliche Behandlung begaben, sich bei der Dienststelle in Vohenstrauß zu melden. Hier laufen auch die weiteren Recherchen. Gegen den DJ werde unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung ermittelt.

"Glimpflich ausgegangen"

Zehent ist froh, dass dieser Vorfall in der Stadthalle in Vohenstrauß passiert ist und nicht in Räumen anderer Ortschaften: "Da hätte es mit Sicherheit Tote gegeben." Durch das bestehende Sicherheitskonzept in der Stadthalle mit den großen Türen ins Freie sei das Unglück noch einmal glimpflich ausgegangen.
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