Singende Farbtupfer am Altar

Der Kinderchor der Pfarrei, die Chorgemeinschaft "Fidelis", Instrumentalisten und Solisten brillierten beim ersten Bausteinkonzert für den Pfarrheimneubau. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
20.10.2015
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Begeisterungsstürme und zustimmende Pfiffe in einem Gotteshaus sind eher selten zu hören. Anders jedoch beim ersten Bausteinkonzert in der katholischen Stadtpfarrkirche zugunsten des Pfarrheimneubaus.

Die Maßnahme ist das größte laufende Projekt der Seelsorgeeinheit Vohenstrauß und Böhmischbruck. Eingeladen hatten der Kinderchor der Pfarrei, die Chorgemeinschaft "Fidelis" und Instrumentalisten sowie Solisten unter Leitung von Lena Mittelmeier und Michael Ertl. Viele lobende Worte kamen auch von Dekan Alexander Hösl, der allen dankte, "die heute einen Beitrag leisten". Besonders erwähnte er Mittelmeier, die viele Stunden der Probenarbeit hinter sich habe und Freizeit investiert habe.

Rund 200 Zuhörer

Den etwa 200 Zuhörern wünschte der Geistliche eine besinnliche Stunde mit den Chören und Instrumentalisten. Mit viel Rhythmus und Bewegung setzten sich die 23 Mädchen und ein Bube gleich zu Beginn mit perkussiven Effekten ausdrucksstark in Szene. Während sich ein Teil bereits am Altar versammelte, stieß eine weitere Gruppe stampfend und klatschend vom Kirchenportal in Richtung Altarstufen dazu. "Frei, frei, frei, darum ist es erlaubt, Gutes zu tun", hieß es im ersten Titel. Der Kinderchor nahm dies wörtlich und stellte sich in den Dienst der guten Sache um das Pfarrheim.

Auch Katharina Portner und Eva-Maria Schwab klinkten sich bereitwillig ein. "How great is our God", "Home is in my hands" sowie "Lord you are good" waren ihre musikalische Zeichen mit der Band, in der Michael Ertl (Klavier), Felix Kopp (Gitarre), Daniel Rudrich (Bass und Percussion), Sebastian Sauer (Schlagzeug) sowie Sophia Kirschsieper (Geige) mitwirkten.

"Man vergisst oft das Glück, das man schon längst hat. Du kriegst nicht mit, dass du verpennt hast, die Sonne zu sehen, um zu verstehen, dass es dich gibt", heißt es im Songtext von Gregor Meyle, bei dem die Zweitklässlerin Antonia Licha selbstbewusst die Chorleitungsrolle übernahm. Diesen Part meisterte sie mit vielen Gesten. Dabei ließen die Kinder ganz deutlich die Begeisterung spüren, mit der sie bei der Sache waren. Mit herzlichem Applaus dankten die Besucher für diesen Beitrag.

Große Vielfalt

Mit Miriam Buthmanns Bitte "Gott segne uns" beendete der Kinderchor die Solorolle und schloss sich mit "Fidelis" in einer Einheit zusammen. Die Jugendlichen und jungen Frauen setzten in ihren schwarzen Kleidern und bunten Strumpfhosen einen Farbtupfer am Altar und brachten ihre Stimmbänder für Gott in Schwung. "Näher" von Lothar Kosse, "Ich verdanke dir so viel" vom Theologen und Liedermacher Christoph Zehendner bereicherten das Konzert.

Bill Withers "Lean on me" vermittelte Geborgenheit und Zuversicht. "Manchmal in unserem Leben haben wir alle Schmerzen, haben wir alle Sorgen, aber wenn wir klug sind, wissen wir, dass es immer einen Morgen gibt", heißt es darin.

Melancholisch wurde es bei Werner Schmidbauers "Felder voller Gold" mit Katharina Portner und Eva-Maria Schwab, die danach das Publikum noch mit "One" und "Don't stop beliving" beschenkten. Bei "African Call" und "Amezaliwa" von Edwardi Kabuka wurde die kirchenmusikalische Reise von der Chorgemeinschaft Fidelis nach Afrika und speziell nach Tansania ausgeweitet. "Das Leben hier ist ein Wunder, alles neu, alles endlos und weit. Und die Sonne zieht leis' ihren goldenen Kreis, fährt groß und klein in die Ewigkeit", von Elton John aus dem Musical "König der Löwen" mit den stilechten Trommelklängen gefielen den Zuhörern ganz besonders.

Begeistert und beschwingt

Die Chorleiterin ergriff schließlich temperamentvoll das Wort und dankte allen, die stets mitziehen und ihre Ideen umsetzen. Sie sei immer wieder fasziniert von der schnellen Auffassungsgabe der Kinder, die innerhalb kürzester Zeit Unbekanntes erlernen und einstudieren. Dies sei für sie jedes Mal aufs Neue spannend und interessant, gestand Mittelmeier, bevor "Firework" von Katy Perry die Zuhörer von den Plätzen riss. Natürlich wurde daraufhin bereitwillig eine Zugabe nachgeschoben. Ein begeistertes und durchaus beschwingtes Publikum verließ nach 100 Minuten das Gotteshaus.
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